07.07.2020 | Presseinfo Nr. 84

Arbeitslose müssen sich nachträglich identifizieren

Seit dem 16. März 2020 erfolgte die Arbeitslosmeldung und der nachfolgende Bezug von Arbeitslosengeld unter erleichterten Bedingungen. Die Antragsunterlagen und dazu gehörigen Papiere konnten online oder per Post eingereicht werden. Lagen alle notwendigen Nachweise vor, bewilligte die Agentur für Arbeit den Antrag und überwies das Arbeitslosengeld I. Ein Vorgehen, welches gut funktionierte und gut angenommen wurde. Nach den ersten Lockerungen müssen nun die Identitätsprüfungen nachgeholt werden. Seit Mitte März 2020 beläuft sich die Gesamtzahl auf über 17.000 Hamburger, die sich entsprechend ausweisen und identifizieren müssen.

Seit dem 16. März 2020 ist die persönliche Arbeitslosmeldung für betroffene Hamburgerinnen und Hamburger nicht mehr möglich. Seitdem hat die Agentur für Arbeit Hamburg die Meldungen zur Arbeitslosigkeit Corona-bedingt telefonisch oder aber online angenommen, um die Gewährung von Arbeitslosengeld I schnell bearbeiten zu können.
„Über diese Wege haben wir in den vergangenen dreieinhalb Monaten über 17.000 Arbeitslosmeldungen von Hamburgerinnen und Hamburgern in unser System bringen können, entsprechende Lohnersatzleistungen ausgezahlt und den Lebensunterhalt sichern können. Die gesetzlich vorgeschriebene Identifizierung, die mit jeder Arbeitslosmeldung persönlich vorgenommen werden muss, war aufgrund der Pandemie-Bestimmungen aber nicht zu realisieren und muss nun in jedem Einzelfall nachgeholt werden“, erklärt Sönke Fock, der Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg, der sich der Dimensionen durchaus bewusst ist: „17.000 Einladungen und Prüfungen wären ein enormer Kraftakt für uns. Deshalb greifen wir auf das neue ‚Selfie-Ident-Verfahren‘, zu, mit dem sich die betroffenen Arbeitslosen bequem von Zuhause aus ausweisen und identifizieren können.“

Das Selfie-Ident-Verfahren ergänzt die bereits bestehenden Online-Angebote der Agenturen für Arbeit. Es ist einfach, sicher und spart den Kunden durchaus Zeit, auch, weil es mit einem üblichen Smartphone oder Tablet funktioniert und der Anfahrtsweg zur Agentur für Arbeit entfällt. Das persönliche Erscheinen in der Agentur für Arbeit ist damit nicht mehr notwendig.

Zum Selfie-Ident-Verfahren:

Der Schutz der personenbezogenen Daten hat für die Bundesagentur für Arbeit höchste Priorität und garantiert mit dem Partnerunternehmen Nect GmbH eine sichere Verarbeitung der Personendaten. Das Selfie-Ident-Verfahren wird bereits seit dem 17. Juni 2020 eingesetzt, zunächst in den Pilot-Agenturen Leipzig und München. Von 30.000 angeschriebenen Kunden haben dort schon in der ersten Woche eine große Anzahl die Online-Identifizierung genutzt. Das Angebot, am Selfie-Ident-Verfahren teilzunehmen, ist freiwillig und ist zunächst befristet bis zum 30. September 2020.

Prozess der Online-Identifizierung

Für die Online-Identifizierung brauchen die Kundinnen und Kunden drei Dinge: erstens ein App-fähiges Gerät mit Kamera (Smartphone, Tablet), zweitens eine stabile Internet-verbindung und drittens ein gültiges Ausweisdokument (Personalausweis oder Reise-pass) mit holographischem Merkmal.
Über einen QR-Code auf dem Kundenanschreiben bzw. durch Aufruf der im Schreiben benannten Internetseite (www.arbeitsagentur.de/selfie-ident) erhalten sie weitere Informationen zum Verfahren.

Presseteam der Agentur für Arbeit Hamburg

Frau Marina Marquardt