Hamburger Ausbildungspartner
„Trotzdem gibt es für Schulabgehende mit dem ersten allgemeinen oder mittleren Schulabschluss derzeit gute Ausbildungsangebote in Hamburg, oft mit der Möglichkeit, parallel an der Berufsschule ihren nächsthöheren Schulabschluss zu erzielen“, so die Beobachtung der Hamburger Ausbildungspartner und vieler Unternehmen. Die weiter ausführen: „Abiturientinnen und Abiturienten hingegen unterschätzen ihre exzellenten Chancen auf attraktive, anspruchsvolle und lukrative Ausbildungsberufe. Nicht wenige steuern leichtfertig ein Studium an, dem sie dann doch nicht folgen wollen oder können. Zweifelsfrei eine wichtige Erfahrung, aber ein Studienabbruch kann auch zu persönlichem Frust führen. Zudem steigt der Druck sich dem persönlichen Umfeld zu erklären und einen passenden Berufs- oder Ausbildungseinstieg zu finden.“
Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg
„Mit Blick auf die Corona-Pandemie gab es zwei Jahre eine erhebliche Unsicherheit bei jungen Menschen, die ihre persönliche Berufswahl zu treffen hatten. Diese Zeit bessert sich merklich, auch wenn unsere Zahlen das noch nicht abbilden“, räumt Sönke Fock, Vorsitzender der Geschäftsführung in der Agentur für Arbeit Hamburg, auf der gemeinsamen Ausbildungs-Pressekonferenz mit wichtigen Partnern des Hamburger Ausbildungsmarktes klar und deutlich ein. Denn, so Fock weiter: „Die Gründe und Herausforderungen der nächsten Monate und Jahre dürften sich jedem sofort erschließen: Innerhalb der nächsten sieben Jahre verlassen 73.400 Fach- und Führungskräfte aus Altersgründen Hamburger Unternehmen, innerhalb der nächsten zwölf Jahren sind es sogar 176.500. Branchenübergreifend gilt es diese Lücken auch mit Nachwuchskräften zu ersetzen. Ein sehr starkes Argument, jetzt mit einer Ausbildung zu beginnen, um sofort als Fachkraft und später vielleicht als Führungskraft zu arbeiten!“
Gleichzeitig, so zeigen es die nachfolgenden Ausführungen der Hamburger Ausbildungspartner, müssen Hamburger Betriebe sehr viel mehr in ihre duale Berufsausbildung investieren. „Ich möchte besonders Abiturientinnen und Abiturienten sowie auch unterstützende Eltern ansprechen, die zwischen Studium und Berufsausbildung schwanken, seit Monaten jobben oder bald ihr Gap-Year beendet haben: „Gerade Ihr werdet gebraucht! In der Hamburger Wirtschaft gibt es attraktive, anspruchsvolle und vielfältige Ausbildungsangebote, die gut bezahlt werden und sehr gute Karrieremöglichkeiten eröffnen.“ Bis zu den Sommerferien bietet unsere Berufsberatung über 3.000 Beratungstermine für alle Hamburger Jugendlichen an, die ihre Chance auf einen Ausbildungsplatz in diesem Jahr nutzen wollen“, wirbt Fock für diese hilfreiche Dienstleistung.
Bildungssenator Ties Rabe
Bildungssenator Ties Rabe: „Mit einer Ausbildung können Hamburgs Schülerinnen und Schüler das Fundament für ihre berufliche Zukunft legen. Nach der Berufsausbildung stehen dann viele Wege offen: entweder die Arbeit im Betrieb als gefragte Fachkraft, oder eine interessante Weiterbildung zur qualifizierten Fachkraft, oder sogar die Selbstständigkeit im Unternehmen. Liebe Schülerinnen und Schüler, nutzen Sie Ihre Chance. Bewerben Sie sich um einen der noch freien Ausbildungsplätze, den es aktuell sicher auch in Ihrem Wunschberuf gibt. Ich appelliere ebenfalls an die Hamburger Betriebe: Bieten Sie jungen Menschen diese Chance, stellen Sie Auszubildende ein und finden Sie so Ihre Fach- und Führungskraft von morgen! So sichern Sie jungen Menschen einen gelungenen Berufseinstieg - und Hamburg eine solide wirtschaftliche Zukunft.“
Prof. Norbert Aust, Präses Handelskammer Hamburg
„Viele Unternehmen sehen auch in diesen Krisenzeiten in der Berufsausbildung einen entscheidenden Beitrag, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. So wird vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe, das in der Folge der Corona-Pandemie unter Fachkräfteabwanderung leidet, wieder mehr ausgebildet. In anderen Branchen wie dem Handel, Versicherungsgewerbe und bei den technischen Berufen fehlen hingegen Auszubildende. Entscheidend ist jetzt, Jugendliche und Unternehmen besser zu vernetzen, damit die fast 2.000 freien Ausbildungsplätze über den Sommer noch besetzt werden können. Hierfür führen wir am 15. Juni wieder ein digitales Speed-Dating mit über 60 Unternehmen durch.“
Hjalmar Stemmann, Präsident Handwerkskammer Hamburg
„Eine duale Ausbildung ist der Königsweg in eine sichere berufliche Zukunft. Sie ist zudem ein ganz wesentlicher Teil des Auswegs aus der Fachkräftekrise. Wir Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Kammern, Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften wissen das. Vor allem aber muss es in die Köpfe und Herzen jener jungen Menschen gelangen, die dieser Tage vor der Entscheidung stehen, welchen Weg sie nach der Schule einschlagen wollen. Im Handwerk haben sie glänzende Aussichten auf eine krisenfeste berufliche Zukunft und sinnstiftendes Arbeiten. Handwerk ist Every Day for Future. Unsere Betriebe melden rund 1.200 freie Lehrstellen und mehr als 370 freie Praktikumsplätze. Liebe Schülerinnen und Schüler, macht euch auf den Weg ins Handwerk. Die Arbeit macht Spaß und Ihr werdet gebraucht!"
Dr. Philipp Murmann, Präsident UVNord
„‘Wer die Wahl hat, hat die Qual!‘ Persönliche Erfahrungen helfen enorm auch bei der richtigen Entscheidung für den Einstieg in das Berufsleben. Ein freiwilliges Praktikum ist dafür ein bedeutender Schlüssel zum Erfolg! Daher sollten junge Menschen für die Entscheidung, welcher Weg in das Berufsleben der passendste für einen persönlich ist, immer Erfahrungen in einem Praktikum sammeln. Es ist nie zu spät Berufe und die Arbeitswelt kennenzulernen - auch noch für das Ausbildungsjahr 2022! Ich appelliere daher auch an die Unternehmen auf dem Weg aus der Pandemie die Türen für Praktikantinnen und Praktikanten weit zu öffnen und Ausbildungsplätze anzubieten. Für die jungen Erwachsenen bestehen auch nach einer abgeschlossenen dualen Ausbildung vielschichte Karrierechancen. Wichtig ist aber auch den ersten Schritt in Richtung berufliche Zukunft zu gehen.“
Tanja Chawla, Vorsitzende des DGB Hamburg
„Es gibt viele gute Gründe für Hamburger Unternehmen, jetzt in die Ausbildung junger Menschen zu investieren. Denn klar ist: Die aktuelle Ausbildungstätigkeit der Betriebe reicht bei Weitem nicht, um dem Fachkräftebedarf etwas entgegen zu setzen. Da ist es unverständlich, dass im Vergleich zum Vor-Corona-Niveau immer noch rund 1.800 Ausbildungsplätze, ganze 18 Prozent, fehlen. Um junge Menschen gut auszubilden, muss man investieren - aber es lohnt sich! Diese Chance und Verpflichtung darf die Wirtschaft nicht verstreichen lassen und stattdessen deutlich mehr qualitativ hochwertige Ausbildungsplätze anbieten!“
Gabriele Braun-Herzog, HR Business Partner & HR Governance, Hermes Schleifmittel GmbH
„Für Hermes als zukunftsorientiertes Industrieunternehmen steht die Förderung unserer Auszubildenden an zentraler Stelle. Neben einer qualitativ hochwertigen Ausbildung, die wir sowohl klassisch als auch in Form eines dualen Studiums anbieten, sind uns der Ausbau der individuellen Stärken und eine gute Vorbereitung für den weiteren Berufsweg unserer Nachwuchskräfte wichtig.“
Abschließend
Die Aussagen der Hamburger Ausbildungspartner spiegeln eine unmissverständliche Botschaft wider, die sich besonders an alle Schülerinnen und Schüler, jugendlichen Erwachsenen, Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher aber auch Eltern richtet: „Die Angebote auf dem Hamburger Ausbildungsmarkt sind aus Bewerbersicht aktuell sehr gut und werden weiter ausgebaut. Konkrete Angebote von Praktikums- und Lehrstellenbörsen, persönlicher Berufsberatung, freien schulischen und betrieblichen Ausbildungsangeboten oder Azubi-Speeddating geben jedem Jugendlichen die Chance auf einen passenden Berufseinstieg in diesem Jahr.
Gleichzeitig müssen und werden Hamburger Ausbildungsbetriebe mehr Praktikumsplätze anbieten und ihre Ausbildungsbereitschaft erhöhen, um dem zukünftigen Fachkräftebedarf mit anspruchsvoller Berufsausbildung entgegenzutreten.“