30.10.2019 | Presseinfo Nr. 129

Karriere mit Lehre

· Pressekonferenz zum Abschluss des Ausbildungsjahres 2018/19
· offene Ausbildungsstellen mit tollen Karrierechancen sind noch vorhanden

Im Mittelpunkt der diesjährigen Pressekonferenz zum Ausbildungsjahr 2018/19 standen drei junge Männer, die nach einer Ausbildung eindrucksvolle Karrierewege eingeschlagen haben.

Zuvor präsentierten die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern sowie die Kreishandwerkerschaften Hanau und Gelnhausen-Schlüchtern die Zahlen des abgeschlossenen Ausbildungsjahres.

2.962 Jugendliche meldeten sich im Berichtsjahr bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit ausbildungssuchend, 314 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

2.449 offene Ausbildungsstellen wurden von Ausbildungsbetrieben zur Vermittlung bei der Arbeitsagentur gemeldet, 150 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 7 Jugendliche konnten im Bewerbungszeitrauem nicht mit einem Ausbildungsplatz versorgt werden, 6 weniger als im Vorjahr. Demgegenüber konnten 128 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden, 57 weniger als im Vergleichszeitraum.

Die Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern konnte 1.425 neu geschlossene Ausbildungsverhältnisse verzeichnen, teilte Miriam Fuchs, Leiterin Berufliche Bildung der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, mit. Auch Axel Hilfenhaus, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hanau, und Klaus Zeller, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern, zeigten sich zufrieden mit den Ausbildungszahlen

Gastgeberin Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hanau: „Es ist ein großer Erfolg, dass nahezu alle gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber versorgt werden konnten. Die Schattenseite ist, dass es Betriebe gibt, die ihre Ausbildungsstellen nicht besetzen konnten. Zwar sind es weniger als im Vorjahr, aber immer noch zu viele.

Die Tendenz, möglichst lange zur Schule zu gehen, ist ungebrochen, auch bei den Jugendlichen, die sich an der Schule nicht oder nicht mehr wohlfühlen. Es wird viel zu wenig darüber gesprochen, dass die klassische duale Ausbildung den Weg in eine Berufskarriere mindestens ebenso gut ebnen kann wie Abitur und Studium. Deshalb haben wir Menschen eingeladen, die das Abenteuer Ausbildung gewagt und danach bemerkenswerte Karrieren gemacht haben.“

Andreas Walther ist 28 Jahre und verantwortet Bauprojekte im Wert von bis zu 1,5 Millionen Euro. Angefangen hat er nach dem Hauptschulabschluss mit einer Ausbildung als Maurer im Bereich Hochbau. 2010 schloss er die Ausbildung als Innungsbester seines Jahrgangs ab. Bereits ein halbes Jahr später begann er mit der Meisterschule, die er im April 2012 erfolgreich beendete. Nach einer kurzen Zeit als Geselle hat er schnell als Polier in der Bauleitung Verantwortung übernommen. Er hat sein ganzes Berufsleben, immerhin 12 Jahre, beim selben Arbeitgeber verbracht, der Firma Jökel Bau GmbH in Schlüchtern.

Marius Weiß steht mit 24 Jahren kurz davor, ein Unternehmen zu übernehmen. Er hat nach dem Abitur auf der Karl-Rehbein-Schule eine Ausbildung als Elektrotechniker Energie- und Gebäudetechnik gemacht. Die Ausbildung konnte er bereits auf zwei Jahre verkürzen. Zwei Gesellenjahre schlossen sich an. Mittlerweile steht Marius Weiß kurz vor der Meisterprüfung - und der Übernahme seines Ausbildungsbetriebs, der Firma Oberle & Schmidl in Bruchköbel, mit fünf Beschäftigten. Der künftige Inhaber engagiert sich außerdem im Vorstand der Handwerksjunioren Hanau.

Christian Belzer arbeitet bei der Engelhard Arzneimittel GmbH in Niederdorfelden als Head of Maintenance & Facility Management. Er hat nach der Realschule zunächst eine Ausbildung als Industriemechaniker für Geräte- und Feinwerktechnik erfolgreich abgeschlossen.  Nach einigen Stationen in anderen Unternehmen kam er 2009 als Instandhalter in der Produktions- und Prozessoptimierung zu seinem jetzigen Arbeitgeber. Christian Belzer fiel durch sein besonderes Engagement sowie sein Kommunikationstalent auf und avancierte rasch zum Teamleiter in der Anlagentechnik. Später schloss sich eine Ausbildung zum Industriemeister an, auf die seine jetzige Position in der technischen Leitung folgte.

Eine Ausbildung ist keine Sackgasse – ganz im Gegenteil: Wer eine Lehre macht, kann sich fast unbegrenzt weiterentwickeln, bis hin zur Selbständigkeit oder zum Studium.