05.03.2020 | Presseinfo Nr. 30

Familienarbeit ist Frauensache

• nur die Hälfte aller Frauen arbeitet in Vollzeit
• arbeitslosen Frauen fehlt häufig ein Berufsabschluss 

Zum „Internationalen Frauentag“ am 8. März veröffentlicht die Agentur für Arbeit Daten zur Beschäftigung von Frauen im Main-Kinzig-Kreis.

Von 138.660 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Main-Kinzig-Kreis sind fast 45 Prozent Frauen, über 1.500 mehr als im Vorjahr. Die meisten sind - ähnlich den männlichen Beschäftigten - im Alter von 25 bis unter 55 Jahren.

Beachtlich ist der Anstieg von neun Prozent gegenüber dem Vorjahr bei den weiblichen Beschäftigten mit akademischen Berufsabschluss.

Betrachtet man das Anforderungsniveau, ist festzustellen, dass etwa 80 Prozent der Frauen als ausgebildete Fachkräfte, Spezialistinnen und Expertinnen beschäftigt sind (Männer 85 Prozent) und 20 Prozent auf Helferinnen-Niveau (Männer: 15 Prozent). 

Die größten Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt lassen sich immer noch bei der Arbeitszeit erkennen. Während 89,4 Prozent der Männer Vollzeit arbeiten, sind es bei den Frauen nur 49,2 Prozent. Auch die gewünschte Arbeitszeit der arbeitslosen Männer und Frauen weist Unterschiede auf. Während sich 85 Prozent der Frauen dem Arbeitsmarkt Vollzeit zur Verfügung stellen, sind es bei den Männern fast 100 Prozent.

„Die Daten lassen den Schluss zu, dass mehr Frauen als Männer wegen der Betreuung von Angehörigen nicht in Vollzeit arbeiten können. Dazu kommt, dass mehr arbeitslose Frauen als Männer für eine Tätigkeit im Helferbereich gemeldet sind. Etwa 60 Prozent der arbeitslos gemeldeten Frauen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung! Gerade im Zuge des steigenden Fachkräftebedarfs müssen wir weiterhin dafür Sorge tragen, dass Frauen eine Ausbildung abschließen, um künftige Arbeitslosigkeit zu vermeiden und so ihren Lebensunterhalt besser sichern zu können“, erklärt Ruth Hohage, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Hanau.

„Lässt die derzeitige Lebenssituation eine Berufsausbildung in Vollzeit nicht zu, kann eine Berufsausbildung in Teilzeit die Lösung sein. Zur Teilzeitausbildung findet am 16. März um 9.30 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Agentur für Arbeit Hanau statt. Auch unsere Vermittler/innen beraten dazu.“

Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist für Frauen wie für Männer wichtig, denn bei Männern sprechen die Zahlen ebenfalls für sich: 57,5 Prozent der arbeitslosen Männer haben keine Berufsausbildung.

Unternehmen sollten ihre jungen und geringqualifizierten Beschäftigten ermutigen, einen Berufsabschluss zu erwerben und sich weiter zu qualifizieren – zum Beispiel mit einer Umschulung, einer Ausbildung, über die Externen-Prüfung oder über Qualifizierungen im Betrieb, die die Arbeitsagentur fördern kann. Hier hilft der Arbeitgeber-Service interessierten Unternehmen gerne weiter.