31.07.2019 | Presseinfo Nr. 92

Der Arbeitsmarkt ist gespalten

· Arbeitslosigkeit ist angestiegen
· in vielen Bereichen werden Fachkräfte gesucht

„Die Prognosen des Münchener Ifo-Instituts und des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sprechen von einer sich abkühlenden Konjunktur. Dem scheinen die Juli-Zahlen im Hanauer Agenturbezirk mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit zu entsprechen. Das stimmt aber nur zum Teil. Denn der Arbeitsmarkt in Hanau und Main-Kinzig ist gespalten. Den prognostizierten Eintrübungen steht ein stabiler Status des Handwerks gegenüber. Hier wird nach wie vor händeringend nach gut qualifiziertem Personal gesucht“, sagt Heike Hengster, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Hanauer Arbeitsagentur. „Dessen sollten sich auch junge Frauen und Männer bewusst sein, die zwischen Ausbildung und weiterführender Schule schwanken. Am Ausbildungsmarkt herrscht noch Bewegung. Bewerberinnen und Bewerber können auch kurz vor dem Ausbildungsstart noch attraktive Ausbildungsplätze finden, die unbesetzt geblieben sind. Interessierte sollten mit der Berufsberatung sprechen.“ 

Im Hanauer Agenturbezirk waren im Juli 9.606 Personen arbeitslos gemeldet, 336 mehr als im Juni und 42 mehr als im Juli des Vorjahres. Daraus ergab sich eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent gegenüber 4,1 Prozent im Vormonat (Juli 2018: 4,2 Prozent).

 

Die Entwicklung nach Rechtskreisen

Arbeitslose, die nach einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ‚Hartz IV') angewiesen sind, ist das Kommunale Center für Arbeit des Main-Kinzig-Kreises (KCA) zuständig.

Bei der Agentur für Arbeit waren im Juli 3.316 Personen arbeitslos gemeldet, 284 mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Anstieg von 363 Personen.

Beim Kommunalen Center für Arbeit waren im Juli 6.290 Menschen arbeitslos, 52 mehr als im Juni. Im Vergleich zum Juli 2018 ergab sich ein Rückgang von 321 Personen.

 

Die Entwicklung in der Hauptagentur und den Geschäftsstellen

In der Stadt Hanau waren 3.687 Menschen arbeitslos gemeldet, 86 mehr als im letzten Monat und 93 weniger als im Juli 2018. Die Arbeitslosenquote stieg auf 7,2 Prozent. Im Vormonat lag sie bei 7,0 Prozent, im Juli 2018 bei 7,5 Prozent. 

Im Bereich der Hanauer Hauptagentur waren 8.226 Personen arbeitslos, 285 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote lag bei 4,7 Prozent gegenüber 4,5 Prozent im Vormonat.

Im Bereich der Geschäftsstelle Schlüchtern waren 1.380 Personen arbeitslos gemeldet, 51 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg auf 2,6 Prozent gegenüber 2,5 Prozent im Juni.

 

Entwicklung nach Personengruppen

Im Juli waren 5.053 Männer (171 mehr als im Vormonat) und 4.553 Frauen (165 mehr als im Juni) arbeitslos gemeldet. 1.200 Jugendliche unter 25 Jahren waren am Stichtag arbeitslos, 148 mehr als im Vormonat. 1.668 über 55-jährige hatten im Juli keine Arbeit, 41 Personen mehr als im Monat zuvor. 

 

Langzeitarbeitslose

Als langzeitarbeitslos gelten Menschen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind. 2.898 Menschen waren im Juli langzeitarbeitslos, 7 mehr als im Juni und 305 weniger als im Juli 2018. 2.705 der Langzeitarbeitslosen waren im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) gemeldet und 193 in der Arbeitslosenversicherung im Rechtskreis SGB III. Insgesamt machten langzeitarbeitslose Männer und Frauen 30,2 Prozent aller Arbeitslosen aus.

 

Gemeldete Arbeitsstellen

3.631 offene Stellen waren im Juli bei der Hanauer Arbeitsagentur zur Vermittlung im Bestand. Der Arbeitgeber-Service akquirierte 839 offene Stellen. 523 offene Stellen konnten erledigt werden.

8,7 Prozent der offenen gemeldeten Stellen im Bestand waren dem Wirtschaftsbereich Verarbeitendes Gewerbe zugehörig. 10,8 Prozent der Stellen waren im Bereich Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kfz angesiedelt und 26,8 Prozent in der Befristeten Überlassung von Arbeitskräften.

 

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2018 bis Juli 2019 meldeten sich 2.823 junge Frauen und Männer ausbildungssuchend, das waren 288 weniger als im Vorjahreszeitraum. 2.350 Bewerberinnen und Bewerber sind bereits versorgt.

Von Unternehmen wurden im Ausbildungsjahr 2.349 Ausbildungsstellen gemeldet, 105 mehr als im Vorjahresvergleich.