01.09.2020 | Presseinfo Nr. 79

Arbeitslosigkeit steigt weniger stark an

- Jugendliche sind besonders betroffen

- Ausbildungsmarkt ist noch in Bewegung
 

„Die Arbeitslosigkeit ist im August im Vergleich zum Vormonat und zum Vorjahr weiter angestiegen. Hauptsächlich ist das Plus den geringen Abgangszahlen geschuldet, da die Bereitschaft der Unternehmen, jemanden einzustellen, weiterhin stagniert. Ein kleiner Lichtblick ist, dass sich der Anstieg im Vormonatsvergleich nach und nach verlangsamt“, sagt die Vorsitzende der Geschäftsführung der Hanauer Arbeitsagentur, Heike Hengster.

„Stark betroffen sind leider junge Leute, die nach einer abgeschlossenen Ausbildung nicht übernommen werden und auch keine anderen Arbeitgeber finden. Auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt kontinuierlich an.

Arbeitgeber aller Branchen nehmen weiterhin Kurzarbeit in Anspruch. Hier sollte die Krise als Chance genutzt werden. Denn die beschäftigungslose Zeit kann klug investiert werden: in Weiterbildung. Davon profitieren am Ende Beschäftigte ebenso wie Unternehmen.

Am Ausbildungsmarkt haben sich viele Entscheidungen coronabedingt nach hinten verschoben. Davon profitiert, wer sich erst spät für eine Ausbildung entschieden hat. Vieles ist noch in Bewegung. Die Berufsberatung kann auch jetzt noch junge Leute beraten und in Ausbildung bringen oder mit ihnen gemeinsam Alternativen entwickeln. Viele Betriebe haben trotz erschwerter Bedingungen erkannt, dass sie am falschen Ende sparen, wenn sie nicht in Ausbildung investieren. Zumal ihnen eine bunte Palette an maßgeschneiderten Fördermöglichkeiten zur Verfügung steht.“

 

Die Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Hanau lag im August bei 6,2 Prozent gegenüber 5,9 Prozent im Vormonat und 4,2 Prozent im August 2019. 14.186 Personen waren am Stichtag im August im arbeitslos gemeldet, 487 mehr als im Juli und 4.688 mehr als im August 2019.

 

Kurzarbeit

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Hanau gingen von März bis August 4.311 Anzeigen für Kurzarbeit ein.

Ob und in welchem Ausmaß die angezeigte Kurzarbeit realisiert wird, zeigt sich erst, wenn die Unternehmen das Kurzarbeitergeld beantragen. Im Monat April realisierten im Agenturbezirk 2.827 Betriebe für 22.854 Beschäftigte Kurzarbeit. Im März waren es 1.462 Betriebe mit 9.242 Beschäftigten. 

 

Die Entwicklung nach Rechtskreisen

Bei der Agentur für Arbeit waren im August 6.623 Personen arbeitslos gemeldet, 310 mehr als im Juli. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Anstieg von 3.466 Personen.

Beim Kommunalen Center für Arbeit waren im August 7.563 Menschen arbeitslos, 177 mehr als im Juli. Im Vergleich zum August 2019 ergab sich ein Anstieg von 1.222 Personen.

Bei der Arbeitsagentur sind die Menschen arbeitslos gemeldet, die nach einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten. Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ‚Hartz IV') angewiesen sind, werden vom Kommunalen Center für Arbeit des Main-Kinzig-Kreises (KCA) betreut. 

 

Die Entwicklung in der Hauptagentur und den Geschäftsstellen

In der Stadt Hanau waren 5.214 Menschen arbeitslos gemeldet, 248 Personen mehr als im letzten Monat und 1.580 mehr als im August 2019. Die Arbeitslosenquote stieg auf 10,1 Prozent gegenüber 9,6 Prozent im Juli und 7,1 Prozent im Vorjahresmonat.  

Im Bereich der Hanauer Hauptagentur waren 11.990 Personen arbeitslos, 403 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,7 Prozent gegenüber dem Vormonatswert von 6,5 Prozent (August 2019: 4,6 Prozent). 

Im Bereich der Geschäftsstelle Schlüchtern waren 2.196 Personen arbeitslos gemeldet, 84 mehr als im Juli. Die Arbeitslosenquote stieg an auf 4,2 Prozent gegenüber 4,0 Prozent im Vormonat und 2,7 Prozent im Vorjahresmonat.

 

Entwicklung nach Personengruppen

Im August waren 7.775 Männer (162 mehr als im Vormonat und 2.867 mehr als im Vorjahresmonat) und 6.411 Frauen (325 mehr als im Juli und 1.821 mehr als im August 2019) arbeitslos gemeldet. 2.009 Jugendliche unter 25 Jahren waren am Stichtag arbeitslos, 122 mehr als im Vormonat und 715 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. 2.475 über 55-jährige hatten im August keine Arbeit, 81 Personen mehr als im Monat zuvor und 782 mehr als im August des Vorjahres. 

 

Langzeitarbeitslose

Als langzeitarbeitslos gelten Personen, die ein Jahr und länger arbeitslos sind. 3.545 Menschen waren im August langzeitarbeitslos, 181 mehr als im Juli und 688 mehr als im August 2019. 3.064 der Langzeitarbeitslosen waren im Rechtskreis SGB II (Grundsicherung) gemeldet und 481 in der Arbeitslosenversicherung im Rechtskreis SGB III. Insgesamt machten langzeitarbeitslose Männer und Frauen im Bereich des SGB III 13,6 Prozent aller Arbeitslosen aus, im Bereich SGB II waren es 86,4 Prozent.

 

Zu- und Abgänge in Arbeitslosigkeit

Im Monat August meldeten sich im Agenturbezirk Hanau 2.866 Personen neu oder erneut arbeitslos, 9,6 Prozent weniger als im August 2019. 35,5 Prozent kamen aus Erwerbstätigkeit, 32,8 Prozent aus einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme und 18,2 Prozent aus Nichterwerbstätigkeit.

2.388 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 27,0 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 30,6 Prozent gingen in Erwerbstätigkeit. 34,9 Prozent meldeten sich in Ausbildung oder eine sonstige Maßnahme und 24,7 Prozent in Nichterwerbstätigkeit ab.

 

Gemeldete Arbeitsstellen

2.790 offene Stellen waren im August bei der Hanauer Arbeitsagentur zur Vermittlung im Bestand, 21,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 558 offene Stellen wurden von Arbeitgebern neu gemeldet, 16,5 Prozent weniger als im August 2019. 427 Stellen konnten erledigt werden.

 

Ausbildungsmarkt

Von Oktober 2019 bis August 2020 meldeten sich 2.449 junge Frauen und Männer ausbildungssuchend, das waren 463 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Von Unternehmen wurden im Ausbildungsjahr 2.145 Ausbildungsstellen gemeldet, 247 weniger als im Vorjahresvergleich.