Mehr Arbeitslose zu Beginn der Feriensaison

Saisontypischer Trend wird verstärkt von allgemeiner wirtschaftlicher Zurückhaltung

01.08.2023 | Presseinfo Nr. 103

„Der Juli ist ein Monat, in dem die Arbeitslosigkeit oft nach oben geht. In den Zahlen spiegeln sich beendete befristete Arbeitsverhältnisse zum Quartalsende im Juni sowie das Ende des Ausbildungsjahres wider. Fristverlängerungen und Neueinstellungen werden gern auf die Zeit nach den Sommerferien verschoben. Zudem deuten die sinkenden Stellenmeldungen auf Zurückhaltung der Unternehmen hin“, erläutert Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Hanauer Agentur für Arbeit. 
„Die Entwicklung im Rechtskreis SGB II ist weiterhin dominiert von der Betreuung ukrainischer Staatsangehöriger. Dagegen hat sich bei den unter 25-jährigen die Arbeitslosigkeit weniger stark erhöht als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Ich werte dies als ein Indiz dafür, dass weniger Absolventen/-innen nach ihrer Ausbildung die ‚zweite Schwelle' überwinden müssen, sondern den Übergang in den Berufseinstieg leichter schaffen. Das wäre angesichts der Dringlichkeit, mit der wir junge Fachkräfte am Arbeitsmarkt brauchen, mehr als angemessen.“


Im Agenturbezirk Hanau waren im Juli 11.991 Personen arbeitslos gemeldet, 209 mehr als im Juni und 1.402 mehr als im Juli 2022. Daraus ergab sich ei-ne Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent im Vergleich zu 5,1 Prozent im Juni. Im Juli 2022 lag sie bei 4,6 Prozent. 


Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen 

    

3.506 Personen waren bei der Agentur für Arbeit Hanau im Juli arbeitslos gemeldet, 175 mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahr ergab sich ein Plus von 480 Personen.
 
8.485 Menschen, 34 mehr als im Vormonat, waren beim Kommunalen Center für Arbeit im Juli arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein Zugang von 922 Personen. 

Bei der Arbeitsagentur sind Menschen arbeitslos gemeldet, die nach einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten. Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Bürgergeld) angewiesen sind, werden vom Kommunalen Center für Arbeit des Main-Kinzig-Kreises (KCA) betreut.


Die Entwicklung in der Hauptagentur und den Geschäftsstellen 


In der Stadt Hanau waren 4.455 Menschen arbeitslos, 113 mehr als im Juni und 309 mehr als im Juli 2022. Daraus ergab sich eine Arbeitslosenquote von 8,3 Prozent gegenüber 8,1 Prozent im Vormonat und 8,0 Prozent im Juli 2022.

Im Bereich der Hanauer Hauptagentur waren 9.933 Personen arbeitslos, 239 mehr als im Juni. Die Arbeitslosenquote stieg auf 5,5 Prozent gegenüber dem Vormonatswert von 5,4 Prozent und dem Vorjahreswert von 5,1 Prozent.  


Im Bereich der Geschäftsstelle Schlüchtern waren 2.058 Personen arbeitslos gemeldet, 30 weniger als im Juni. Die Arbeitslosenquote verharrte auf dem Vormonatswert von 3,9 Prozent gegenüber 3,0 Prozent im Vorjahresmonat. 


Entwicklung nach Personengruppen

    

Im Juli waren 6.195 Männer (45 mehr als im Vormonat) und 5.796 Frauen (164 mehr als im Juni) arbeitslos gemeldet. 1.424 Jugendliche unter 25 Jahren waren am Stichtag arbeitslos, 111 mehr als im Vormonat. 2.454 über 55-jährige hatten im Juli keine Arbeit, 29 Personen mehr als im Monat zuvor.


Zu- und Abgänge in Arbeitslosigkeit 


Im Monat Juli meldeten sich im Agenturbezirk Hanau 2.382 Personen neu oder erneut arbeitslos, 6,7 Prozent mehr als im Juli 2022. 31,9 Prozent kamen aus Erwerbstätigkeit, 31,3 Prozent aus einer Ausbildung oder sonstigen Maßnahme und 19,8 Prozent aus Nichterwerbstätigkeit.

2.158 Personen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, 1,0 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 25,8 Prozent gingen in Erwerbstätigkeit. 31,8 Prozent meldeten sich in Ausbildung oder eine sonstige Maßnahme und 28,9 Prozent in Nichterwerbstätigkeit ab.

Gemeldete Arbeitsstellen


2.647 offene Stellen waren im aktuellen Monat bei der Hanauer Arbeitsagentur zur Vermittlung im Bestand. Der Arbeitgeber-Service akquirierte 538 offene Stellen und konnte 515 Stellen als erledigt melden. 


Ausbildungsmarkt  


Von Oktober 2022 bis Juli 2023 meldeten sich 2.054 junge Frauen und Männer ausbildungssuchend, 56 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 1.612 Bewerberinnen und Bewerber sind bereits versorgt. 

Von Unternehmen wurden im Ausbildungsjahr 2.114 Ausbildungsstellen gemeldet, 7 weniger als im Vorjahresvergleich.
 

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