31.01.2020 | Presseinfo Nr. 2

Der Arbeitsmarkt im Januar 2020

- Arbeitslosenquote steigt saisonbedingt auf 6,6%
- Stellenangebote sinken leicht

Die Arbeitslosigkeit im Januar 2020 ist gegenüber dem Vormonat um 2.749 Personen gestiegen. Der Arbeitslosenbestand lag mit 41.548 Personen über dem Vorjahreswert (+109). Die Arbeitslosenquote liegt über beide Rechtskreise bei 6,6% und damit auf Vorjahresniveau (SGB III 2%; SGB II 4,6%).

Im Januar sind weniger Abgänge aus der Arbeitslosigkeit als Zugänge zu verzeichnen. Insgesamt hatten sich 10.249 Personen arbeitslos gemeldet, 576 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig gab es 7.523 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit, 342 mehr als im Vorjahresmonat.

Saisonbedingt ist ein Anstieg der Arbeitslosenzahlen zu erwarten gewesen. Im letzten Jahr wurden uns bereits weniger Stellen gemeldet, dieses setzt sich zu Jahresbeginn fort. Wir investieren aktuell stark in die Stabilisierung von Beschäftigung durch Weiterqualifizierung und Kurzarbeitergeld, davon profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber, erklärt Heike Döpke, Vorsitzende der Geschäftsführung.

2.745 Personen nahmen im Januar an geförderter beruflicher Weiterbildung teil. Zum Vorjahresmonat eine Steigerung um 214 Personen (8,5%).

Auch die 9.736 Langzeitarbeitslosen können vom Arbeitsmarkt profitieren, 822 Personen weniger zum Vorjahr. In der Grundsicherung (SGB II) waren 9.480 Personen (- 846 zum Vorjahresmonat) länger als ein Jahr arbeitslos. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren es 256 Personen (+24 zum Vorjahr).

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zu den Arbeitslosen auch die Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen und länger erkrankte Personen. Auch die Unterbeschäftigungsquote ist zum Vorjahr gestiegen und lag bei 9% (VJ 8,9%; 2,4% im Rechtskreis SGB III und 6,6 % im Rechtskreis SGB II).

Das Stellenangebot sank im Januar zum Vormonat um 266 Stellen. Im Bestand waren 9.781 Stellen gemeldet, 542 Stellen weniger (-5,3%) zum Vorjahresmonat.

 

Themen

Arbeitslosenversicherung (SGB III) und Grundsicherung (SGB II)

In der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (SGB III) gab es am Monatsende 12.347 Arbeitslose, das waren 1.779 mehr als vor einem Monat und 903 mehr als vor einem Jahr (7,9%). Die anteilige SGB III - Arbeitslosenquote lag bei 2%.

In der steuerfinanzierten Grundsicherung (SGB II) sank der Arbeitslosenbestand auf 29.207, das waren 970 Personen mehr als vor einem Monat. Zum Vorjahr sank die Zahl um 794 Personen oder -2,6%. Die anteilige SGB II - Arbeitslosenquote betrug 4,6%.

 

Langzeitarbeitslose (länger als ein Jahr arbeitslos)

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank zum Vorjahresmonat um 996 Personen auf 9.858 Personen. In dieser Personengruppe galten 6.627 Personen als gering qualifiziert*.

Über 50 Jahre und älter waren in dieser Gruppe 6.134 Personen (- 527 zum Vorjahr).

*Beinhaltet Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung und „Berufsentfremdete" (§ 81 Abs. 2 SGB III).

 

Schwerbehinderte

Die Zahl der Schwerbehinderten stieg zum Vormonat um 80 Personen auf 2.081 Personen. Zum Vorjahresmonat sind es 37 Personen mehr.

 

Ausländer/Flucht

Die Zahl der arbeitslosen Ausländer stieg auf 15.711 Personen. Das waren 1.226 mehr als im Vormonat, und 1.051 mehr (7,2%) als im Vorjahresmonat. Zu der Gruppe der Ausländer gehören sowohl Menschen, die schon länger in Niedersachsen leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge.

Für den Januar kann die Zahl der Personen im Kontext Fluchtmigration konkretisiert wer-den, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich in der Region Hannover um Arbeit oder Ausbildung bemühen.1 Im Januar 2020 waren 5.258 Personen im Kontext Fluchtmigration in der Agentur für Arbeit Hannover und dem Jobcenter Region Hannover arbeitslos gemeldet. Das waren 558 mehr als im Vormonat und 1.052 mehr als im Vorjahresmonat.2

 

Stellenangebote

Im Januar wurden 1.963 Stellen von den Arbeitgebern gemeldet. Das waren 15 Stellen weniger als im Vormonat. Im Januar waren insgesamt 9.781 Stellen zu besetzen, das waren 542 (-5,3%) weniger als im Vorjahr.

Die größten Anteile der gemeldeten Stellen verteilen sich auf folgende Bereiche: Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (21,3%), Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (17,9%), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (19,3%) sowie kaufm. Dienstleistung, Handel, Vertrieb, Tourismus (13,2%) meldeten den größten Anteil der zu besetzenden Stellen.

1 Flüchtlinge sind im allgemeinen Sprachgebrauch Menschen, die wegen Verfolgung, Krieg oder Katastrophen aus ihrer Heimat geflohen sind. Im Kontext der Fluchtmigration werden folgende Gruppen unterschieden: Asylbewerber, anerkannte Asylbewerber bzw. Schutzsuchende, Kontingentflüchtlinge und geduldete Ausländer.

2 Anerkannte Schutzberechtigte werden von Jobcentern betreut und Asylbewerber und Geduldete von Arbeitsagenturen.