28.02.2020 | Presseinfo Nr. 3

Der Arbeitsmarkt im Februar 2020

-Arbeitslosenquote steigt auf 6,6%
-Stellenangebote sinken weiter

Die Arbeitslosigkeit im Februar 2020 hat sich gegenüber dem Vormonat um 224 Personen verringert. Der Arbeitslosenbestand lag mit 41.324 Personen aber über dem Vorjahreswert (+605). Die Arbeitslosenquote liegt über beide Rechtskreise bei 6,6% und damit auf Vorjahresniveau (SGB III 2%; SGB II 4,6%).

Insgesamt hatten sich 9.538 Personen arbeitslos gemeldet, 185 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig gab es 9.779 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit, 288 weniger als im Vorjahresmonat.

Erstmalig - seit vielen Jahren - steigt die Arbeitslosigkeit in einem Februar wieder. Der Februar zeigt sich nicht weiter positiv. Die Betriebe halten sich zurück neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzustellen und warten die Entwicklung ab. Daher sind weniger Stellen als vor einem Jahr gemeldet. Betriebe suchen weiterhin ausgebildete Fachkräfte, hier kann auf das Potenzial der Berufsrückkehrerinnen zurückgegriffen werden, erklärt Heike Döpke, Vorsitzende der Geschäftsführung.

2.735 Personen nahmen im Februar an geförderter beruflicher Weiterbildung teil. Zum Vorjahresmonat eine Steigerung um 68 Personen (2,5%).

14.530 Menschen sind langzeitarbeitslos, das sind 1.269 Personen weniger zum Vorjahr. In der Grundsicherung (SGB II) waren 13.617 Personen (-1.338 zum Vorjahresmonat) länger als ein Jahr arbeitslos. Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren es 913 Personen (+69 zum Vorjahr).

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zu den Arbeitslosen auch die Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen und länger erkrankte Personen. Die Unterbeschäftigungsquote ist zum Vorjahr gestiegen und lag bei 9% (VJ 8,9%; 2,4% im Rechtskreis SGB III und 6,6 % im Rechtskreis SGB II).

Das Stellenangebot stieg im Februar zum Vormonat um 471 Stellen. Im Bestand waren 10.252 Stellen gemeldet, - 686 Stellen weniger (-6,3%) zum Vorjahresmonat.

 

Themen

Arbeitslosenversicherung (SGB III) und Grundsicherung (SGB II)

In der beitragsfinanzierten Arbeitslosenversicherung (SGB III) gab es am Monatsende 12.472 Arbeitslose, das waren 125 mehr als vor einem Monat und 1.309 mehr als vor einem Jahr (11,7%). Die anteilige SGB III - Arbeitslosenquote lag bei 2%.

In der steuerfinanzierten Grundsicherung (SGB II) sank der Arbeitslosenbestand auf 28.852, das waren 349 Personen weniger als vor einem Monat. Zum Vorjahr sank die Zahl um 704 Personen oder -2,4%. Die anteilige SGB II - Arbeitslosenquote betrug 4,6%.

 

Langzeitarbeitslose (länger als ein Jahr arbeitslos)

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sank zum Vorjahresmonat um 1.269 Personen auf 14.530 Personen. In dieser Personengruppe galten 9.579 Personen als gering qualifiziert*.

Über 50 Jahre und älter waren in dieser Gruppe 6.039 Personen (- 435 zum Vorjahr).

*Beinhaltet Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung und „Berufsentfremdete" (§ 81 Abs. 2 SGB III).

 

Schwerbehinderte

Die Zahl der Schwerbehinderten sank zum Vormonat um 29 Personen auf 2.052 Personen. Zum Vorjahresmonat sind es 103 Personen mehr.

 

Ausländer/Flucht

Die Zahl der arbeitslosen Ausländer sank auf 15.525 Personen. Das waren 186 weniger als im Vormonat, und 966 mehr (6,6%) als im Vorjahresmonat. Zu der Gruppe der Auslän-der gehören sowohl Menschen, die schon länger in Niedersachsen leben, als auch neu hinzugekommene Flüchtlinge.

Für den Februar kann die Zahl der Personen im Kontext Fluchtmigration konkretisiert wer-den, die als Asylbewerber nach Deutschland gekommen sind und sich in der Region Han-nover um Arbeit oder Ausbildung bemühen.1 Im Februar 2020 waren 5.211 Personen im Kontext Fluchtmigration in der Agentur für Arbeit Hannover und dem Jobcenter Region Hannover arbeitslos gemeldet. Das waren 47 weniger als im Vormonat und 943 mehr als im Vorjahresmonat.2

 

Stellenangebote

Im Februar wurden 2.696 Stellen von den Arbeitgebern gemeldet. Das waren 733 Stellen mehr als im Vormonat. Im Februar waren insgesamt 10.252 Stellen zu besetzen, das waren 686 (-6%) weniger als im Vorjahr.

Die größten Anteile der gemeldeten Stellen verteilen sich auf folgende Bereiche: Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (21,2%), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (20,2%), Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (17,1%), sowie kaufm. Dienstleistung, Handel, Vertrieb, Tourismus (13,2%) meldeten den größten Anteil der zu besetzenden Stellen.

 

1 Flüchtlinge sind im allgemeinen Sprachgebrauch Menschen, die wegen Verfolgung, Krieg oder Katastrophen aus ihrer Heimat geflohen sind. Im Kontext der Fluchtmigration werden folgende Gruppen unterschieden: Asylbewerber, anerkannte Asylbewerber bzw. Schutzsuchende, Kontingentflüchtlinge und geduldete Ausländer.

2 Anerkannte Schutzberechtigte werden von Jobcentern betreut und Asylbewerber und Geduldete von Arbeitsagenturen.