31.08.2022 | Presseinfo Nr. 15

Der Arbeitsmarkt im August 2022

Die Arbeitslosigkeit im August 2022 hat sich gegenüber dem Vormonat um 1.034 Personen erhöht (2,3%). Der Arbeitslosenbestand lag mit 46.446 Personen um - 3,5% unter dem Vorjahreswert (- 1.682). Die Arbeitslosenquote liegt über beide Rechtskreise bei 7,3% und damit 0,3 Prozentpunkt unter dem Vorjahresniveau (SGB III 1,8%; SGB II 5,5%). Insgesamt hatten sich 8.460 Personen (-153 zum Vorjahr) arbeitslos gemeldet. 7.424 Personen (- 654 zum Vorjahr) haben ihre Arbeitslosigkeit beendet.

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hält weiter an, weil sich viele Jugendliche nach der Schule und vor Ausbildungs- und Studienbeginn bei uns melden. Auch der Rechtskreiswechsel ukrainischer Flüchtlinge, die sich jetzt beim Jobcenter melden, führt zum Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Bei den Stellenangeboten hält die Zurückhaltung bei den Betrieben an. Die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine und Unsicherheiten bei den Betrieben, zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges, führen zu weniger Stellenangeboten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt zurzeit den Jugendlichen, die noch eine Ausbildung suchen. Der Endspurt am Ausbildungsmarkt läuft und wir bieten gerade heute eine Präsenzveranstaltung für Jugendliche mit vielen noch offenen Angeboten an. Selbstverständlich steht darüber hinaus unser Beratungs- und Vermittlungsangebot. Wer bisher gezögert hat, bzw. noch keine Ausbildungsstelle oder keinen festen Studienplatz hat, sollte sich jetzt bei uns in der Berufsberatung melden. Auch Eltern können sich mit ihren Kindern zur Beratung melden“, erklärt Heike Döpke, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hannover, zur Lage am Arbeits- und Ausbildungsmarkt.

Es wurden 2.216 neue Arbeitsstellen gemeldet und lagen damit im August 626 Stellen unter dem Vorjahresmonat. Seit dem Jahresbeginn wurden 18.549 Stellen neu gemeldet. Im Vergleich zum letzten Jahr waren dies 1.735 (-8,6%) weniger.

Die Unterbeschäftigung erfasst zusätzlich zu den Arbeitslosen auch die Teilnehmer an Qualifizierungsmaßnahmen und länger erkrankte Personen. Die Unterbeschäftigungsquote ist zum Vorjahr gesunken und lag bei 9,1% (VJ 9,3%; 2,1% im Rechtskreis SGB III und 7,1% im Rechtskreis SGB II).

Einstellende Branchen

Die größten Anteile der gemeldeten Stellen verteilen sich auf folgende Bereiche: Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (19%), Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (18,5%), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (18,2%), kaufm. Dienstleistung, Handel, Vertrieb, Tourismus (14,5%) sowie Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht, Verwaltung (11,5%) und Bau, Architektur, Vermessung, Gebäudetechnik (9,3%).

Ausbildungsmarkt

Auf dem Ausbildungsmarkt sind 6.163 Bewerber (- 603 zum Vorjahr) gemeldet und dem gegenüber stehen 6.532 gemeldete Ausbildungsstellen (- 260 zum Vorjahr).

Ende August waren 1.570 Bewerber noch unversorgt und 2.260 Ausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber (–133 oder–8%), die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen war größer (+355 oder +19%).