31.03.2022 | Presseinfo Nr. 24

Beschäftigung auf Rekordhoch, Ukraine-Krieg zeigt noch keine Auswirkungen auf regionalen Arbeitsmarkt

Anzahl der Beschäftigten liegt bei fast 86.000 - Arbeitslosenquote sinkt auf 5,4 Prozent -   Deutlicher Zuwachs bei den gemeldeten Ausbildungsstellen 

Ukraine

Am 24. Februar 2022 begann der Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine. Dies löste eine große Flüchtlingswelle aus und bedroht die Rohstoffversorgung Deutschlands und ganz Europas. Die Ukraine war bisher Lieferant von Getreide und Metallen und Transitland für russisches Gas. Nach Kriegsbeginn stiegen die Rohstoff- und Materialpreise an. Die Arbeitsmarktzahlen des Monats belegen, dass die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine auf dem Arbeitsmarkt der Regionen Dithmarschen und Steinburg noch nicht spürbar sind. Die Zahl der arbeitssuchenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat weiter abgenommen und Betriebe melden weiterhin ihren Personalbedarf. Dennoch macht sich auch hier bereits bemerkbar, dass Lieferengpässe und deutlich gestiegene Rohstoffpreise die Betriebe im Agenturbezirk belasten. In welchem Ausmaß sich diese Krise auf unseren Arbeitsmarkt perspektivisch auswirken wird, bleibt abzuwarten.

An mehreren Stellen werden in beiden Kreisen Zulaufeinrichtungen und Landesunterkünfte eingerichtet. Hier werden die Flüchtlinge registriert und erhalten eine Fiktionsbescheinigung, die eine Erwerbtätigkeit erlaubt. Ronald Geist, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Heide, hält ein koordiniertes Vorgehen für wichtig: „Wenn wir den Blick auf die geflüchteten Menschen richten, dann kann es erst einmal nur darum gehen, dass sie Schutz und Fürsorge von uns erhalten. Die Fragestellung ob, wann und wie sie in den Arbeitsmarkt integriert werden, entwickelt sich gerade. Wichtig ist hierbei im ersten Schritt die Registrierung bei der Ausländerbehörde. Danach unterstützen wir bei der Integration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Die Agentur ist gut vorbereitet, schnell, individuell und angemessen zu handeln.“

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

Im September 2021 (aktuellste Datenlage) arbeiteten im Agenturbezirk Heide 85.879 Personen und damit 1.156 Personen (+1,4 Prozent) mehr als noch vor einem Jahr. In Dithmarschen sind aktuell 44.587 und in Steinburg 41.292 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

„Die Beschäftigung in Dithmarschen und Steinburg liegt mit 85.897 Personen auf einem Rekordhoch. In den vergangenen Jahren waren noch nie so viele Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt wie zum aktuellen Zeitpunkt. Das zeigt ganz deutlich, dass der regionale Arbeitsmarkt sehr widerstandsfähig ist und insgesamt erstaunlich gut durch alle bisherigen Corona-Wellen gekommen ist“, erläutert Geist.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit sank im März im Vorjahresvergleich wiederholt deutlich um 16,9 Prozent (-1.557 Personen). Auch im Vormonatsvergleich von Februar auf März sank sie (-305 Personen, -3,8 Prozent) und liegt derzeit bei 7.661 arbeitslos gemeldeten Personen. Erste saisonale Effekte werden hier bereits sichtbar. Dementsprechend fiel die Arbeitslosenquote um 0,2 auf 5,4 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 6,6 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Kunden der Agentur für Arbeit) sind zurzeit 2.703 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen sank damit im Vergleich zum Vorjahr um 21,6 Prozent (-745 Personen). Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen um 8,2 Prozent (-242 Personen).

Im Rechtskreis SGB II (Kunden der Jobcenter) reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich auf jetzt 4.958 Personen (-812 Personen, -14,1 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat sank diese Zahl ebenfalls, allerdings nur leicht um -1,3 Prozent (-63 Personen).

Arbeitsmarktlage in den beiden Kreisen

Im Kreis Dithmarschen sind derzeit 3.922 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit sank damit im Vergleich zum März 2021 um 15,6 Prozent (-724 Personen). Auch im Vergleich zum Vormonat sank sie (-160 Personen, -3,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,6 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 6,6 Prozent.

Im Kreis Steinburg liegt die Arbeitslosenzahl aktuell bei 3.739 Personen (-833 Personen, -18,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Im Vergleich zum Vormonat sank sie ebenfalls (-145 Personen, -3,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 5,2 Prozent. Im Februar lag dieser Wert noch bei 5,4 Prozent, im März 2021 bei 6,3 Prozent.

Stellenmarkt

Im März teilten die Arbeitgeber dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Heide und der beiden Jobcenter Dithmarschen und Steinburg insgesamt 536 offene Arbeitsstellen mit. Das sind 97 Stellen mehr (+22,1 Prozent) als im März 2021 und 63 weniger als im Vormonat (-10,5 Prozent).

In Dithmarschen wurden im Februar dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service mit 289 gemeldeten Stellen 74 mehr mitgeteilt als im Vorjahr (+34,4 Prozent). Im Vergleich zum Februar sank die Meldung offener Stellen um 4,0 Prozent (-12 Stellen).

In Steinburg wurden 247 offene Arbeitsstellen gemeldet. Dies sind 23 Stellen mehr als im Vergleich zum Vorjahr (+10,3 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat meldeten die Arbeitgeber 17,1 Prozent weniger Stellen (-51 Stellen).

Die im März gemeldeten Stellenangebote stammen größtenteils aus dem Bereich der öffentlichen Verwaltung, der Zeitarbeitsbranche und des Gesundheits- und Sozialwesens.

Kurzarbeit

Im März zeigten 37 Betriebe Kurzarbeit neu an. Damit sind im Vergleich zu März 2021 die Anzeigen deutlich zurückgegangen (-54, -59,3 Prozent). Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Krise seit März 2020 von 3.930 Unternehmen für 35.640 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. 2.205 der Anzeigen für 20.333 Beschäftigte entfielen davon auf den Kreis Dithmarschen und 1.709 Anzeigen für 15.187 Beschäftigte auf den Kreis Steinburg.

Wichtig ist: Es handelt sich hierbei nur um die Anzeigen auf Kurzarbeit. Ob diese tatsächlich auch zu Kurzarbeit führen, kann erst nach Abrechnung des Kurzarbei-tergeldes durch den Betrieb ausgewertet werden. Die Betriebe haben für die Ab-rechnung des Kurzarbeitergeldes drei Monate Zeit.

Ausbildungsstellenmarkt

Im Zeitraum von Oktober 2021 bis März 2022 meldeten sich 1.184 Ausbildungsstellenbewerber bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Heide. Das sind 127 weniger als im vergangenen Jahr (-9,7 Prozent). Insgesamt meldeten die Arbeitgeber bis März 1.749 Ausbildungsstellen, das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Zuwachs um 188 Stellen (+12,0 Prozent).

„Der Trend setzt sich fort: Der Arbeitsmarkt wird immer mehr zum Bewerbermarkt. Rein rechnerisch sieht es derzeit so aus, dass je Bewerber 1,5 Ausbildungsstellen angeboten werden“, beschreibt Geist die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt, „Vielleicht ist es aufgrund dieser für die Bewerber/-innen günstigen Ausganglage so, dass sie nicht oder noch nicht die Berufsberatung für die Vermittlung eines Ausbildungsplatzes eingeschaltet haben. Allerdings möchte ich dieses Angebot hier noch einmal sehr gerne platzieren: Die Berufsberater haben sowohl den Überblick über den Ausbildungsmarkt als auch das berufskundliche Know-how, jede/-n Interessierte/-n individuell zu unterstützen. Und auch wenn es mal nicht so läuft, wie gewünscht, können die Berater geeignete neue Möglichkeiten aufzeigen.“

Interessierte Jugendliche erhalten einen Termin in der Berufsberatung unter der lokalen Rufnummer 0481 – 98 800, über die kostenfreie Servicehotline 0800 4 5555 00, online über www.arbeitsagentur.de/kontakt, per Mail an Heide.Berufsberatung@arbeitsagentur.de oder während des Schulsprechtags direkt in der Schule!