29.07.2021 | Presseinfo Nr. 31

Der Arbeitsmarkt im Juli 2021: Der Sommer bringt weitere Entspannung

Arbeitslosenquote verbleibt bei 5,9 Prozent - Betriebe signalisieren deutlich ihren Arbeitskräftebedarf - Kurz vor Ausbildungsbeginn sind noch viele Plätze unbesetzt
 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit sank im Juli im Vorjahresvergleich um 5,2 Prozent (-462 Personen) auf 8.480 arbeitslos gemeldete Personen. Im Vormonatsvergleich von Juni auf Juli ist die Arbeitslosigkeit geringfügig gestiegen (+0,2 Prozent, +19 Personen). Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Vormonat 5,9 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 6,3 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Kunden der Agentur für Arbeit) sind zurzeit 2.751 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen sank damit im Vergleich zum Vorjahr (-672 Personen; -19,6 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit (+1,0 Prozent, +26 Personen).

Im Rechtskreis SGB II (Kunden der Jobcenter) stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich auf 5.729 Personen (+210 Personen; +3,8 Prozent). Im Vergleich zum Juni gab es kaum Veränderungen (-7 Personen, -0,1 Prozent).

Zur Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juli sagt Ronald Geist, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Heide: „Die Arbeitslosenquote ist im Vergleich zum Vormonat stabil bei 5,9 Prozent geblieben. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, ist es dennoch ein ziemlich gutes Zeichen. Traditionell steigt die Quote in den Sommermonaten nach Schulende und Ausbildungsabschlüssen an. Dies ist in diesem Jahr bisher nicht passiert.“ Weiterhin ergänzt Geist mit Blick auf die Langzeitarbeitslosigkeit: „Langzeitarbeitslosigkeit ist und bleibt ein akutes Thema. Allerdings ist in diesem Monat zu sehen, dass sich der Zuwachs an langzeitarbeitslosen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern leicht abgeschwächt hat.“

Arbeitsmarktlage in den beiden Kreisen

Im Kreis Dithmarschen sind aktuell 4.091 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit sank damit im Vergleich zum Juli 2020 um 7,4 Prozent (-325 Personen). Im Vergleich zum Vormonat verblieb sie auf fast gleichem Niveau (+11 Personen; +0,3 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt wie im Vormonat 5,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,4 Prozent.

Im Kreis Steinburg liegt die Arbeitslosenzahl bei nun 4.389 Personen (-137 Personen; -3,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Im Vergleich zum Vormonat ist abermals ein geringfügiger Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen (+8 Personen; +0,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt wie im Vormonat bei 6,0. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 6,3 Prozent.

Stellenmarkt

Im Juli teilten die Arbeitgeber dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Heide und der beiden Jobcenter Dithmarschen und Steinburg insgesamt 555 offene Arbeitsstellen mit. Das sind 141 Stellen mehr (+34,1 Prozent) als im Juli 2020. In Dithmarschen wurden mit 239 gemeldeten Stellen 6 mehr mitgeteilt als im Vorjahr (+2,6 Prozent). In Steinburg wurden im Juli dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service 316 offene Arbeitsstellen gemeldet. Dies sind 135 Stellen mehr als im Vergleich zum Vorjahr (+74,6 Prozent).

Die im Juli gemeldeten Stellenangebote stammen größtenteils aus den Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens, der kaufmännischen Unternehmensführung und des Handels.

„Der Bedarf an Arbeitskräften wird von den Betrieben klar angezeigt. Insbesondere im Kreis Steinburg können wir einen deutlichen Zuwachs von neu genmeldeten Stellen erkennen“, sagt Geist. „Zudem sind viele Angebote im Bestand. Aktuell sind es rund 2.300. Die durchschnittliche Zeit von gewünschten Besetzungstermin bis zur Abmeldung einer gemeldeten Arbeitsstelle beträgt derzeit 120 Tage. Mitunter passen gewünschte Fertigkeiten und Qualifikationen nicht mit den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle zusammen. Hier ist auch die Agentur für Arbeit gefordert, Angebote zu entwickeln, die den Bedarfen des Arbeitsmarktes entsprechen. Je mehr Lockerungen es gibt, desto besser können auch die Bildungsträger wieder ihrer Aufgabe nachgehen und Qualifizierungen in Präsenz durchführen.“

Kurzarbeit

Im Juli zeigten 7 Betriebe Kurzarbeit neu an. Dies bedeutet einen weiteren Rückgang der Anzeigen im Vergleich zum Juni. Im Vergleich zu Juli 2020 sind die Anzeigen deutlich zurückgegangen (-18, -72 Prozent). Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Krise seit März 2020 von 3.678 Unternehmen für 33.371 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. 2.047 der Anzeigen für 18.706 Beschäftigte entfielen davon auf den Kreis Dithmarschen und 1.629 Anzeigen für 14.597 Beschäftigte auf den Kreis Steinburg.

Wichtig ist: Es handelt sich hierbei nur um die Anzeigen auf Kurzarbeit. Ob diese tatsächlich auch zu Kurzarbeit führen, kann erst nach Abrechnung des Kurzarbeitergeldes durch den Betrieb ausgewertet werden. Die Betriebe haben für die Abrechnung des Kurzarbeitergeldes drei Monate Zeit.

Ausbildungsmarkt

Im Zeitraum von Oktober 2020 bis Juli 2021 meldeten sich 1.675 Ausbildungsstellen-Bewerber bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Heide. Das sind 92 weniger als im vergangenen Jahr (-5,2 Prozent). Die Betriebe des Agenturbezirks meldeten insgesamt bis Juni 1.811 Ausbildungsstellen, das sind gegenüber dem Vorjahreszeitraum 103 Stellen mehr (+6,0 Prozent).

„Aufgrund der Pandemie konnten Jugendliche Praktika nicht wie geplant durchführen, Ausbildungsbörsen wurden abgesagt und viele Berufsmessen haben gar nicht oder nur online stattgefunden. Die Berufsberatung unterstützt Schülerinnen und Schüler gerne dabei, über Berufsbilder zu informieren, individuelle Perspektiven aufzuzeigen und den passenden Ausbildungsplatz zu finden“, sagt Geist über das Unterstützungsangebot der Berufsberatung und rät dazu, sich auch jetzt noch um offene Ausbildungsplätze zu bemühen. „Die duale und schulische Ausbildung ist nach wie vor das Rückgrat der Fachkräftesicherung in Deutschland. Das wissen die Arbeitgeber in unserem Agenturbezirk, denn die Ausbildungsbereitschaft ist hier trotz der Pandemie weiterhin sehr hoch. Und gerade gut qualifizierte Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung werden am Markt gesucht. Interessierte Jugendliche haben die Chance, jetzt noch mit Betrieben in Kontakt zu treten. Auch kurzfristig können sich noch Bewerbungen und Eintritte in Ausbildung ergeben, die dann langfristig die Zukunft des Einzelnen und auch des Betriebs sichern.“

Jugendliche, die sich beruflich orientieren wollen, Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche wünschen oder zum Thema „Studium“ Informationen benötigen, können ganz einfach mit der Berufsberatung Kontakt aufnehmen:

  • Telefon: 0481 98 800 (Montag bis Donnerstag 08:00 - 16:00 Uhr, Freitag 08:00 – 14:00 Uhr)
  • 0800 4 5555 00 (kostenfreie Servicehotline: Montag – Freitag 08:00 - 18:00 Uhr)