29.01.2021 | Presseinfo Nr. 4

Zweiter Lockdown wirkt sich auf den Arbeitsmarkt aus

Arbeitslosenquote steigt auf 6,5 Prozent
Im Januar Rückgang der Anzeigen von Kurzarbeit
 
 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Im Januar stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 16,9 Prozent (+1343 Personen) auf 9.291 arbeitslos gemeldete Personen an. Auch im Vormonatsvergleich von Dezember auf Januar stieg die Arbeitslosigkeit um 8,1 Prozent  (+ 694 Personen). Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,5 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 5,6 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Kunden der Agentur für Arbeit) sind zurzeit 3.727 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen stieg damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich an (+589 Personen; 18,8 Prozent). Auch im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit merklich an (+466 Personen; 14,3 Prozent).

Im Rechtskreis SGB II (Kunden der Jobcenter) stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich auf 5.564 Personen (+754 Personen; 15,7 Prozent). Im Vergleich zum November stieg die Arbeitslosigkeit ebenfalls an (+228 Personen; 4,3 Prozent).

„Am deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit ist erkennbar, dass die Corona-Pandemie und der damit verbundene zweite Lockdown für einen schwierigen Start in das Jahr sorgen. Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass zum Jahres- und Quartalsende häufig befristete Arbeitsverträge auslaufen. So ist es im Januar zu einem zwar erheblichen, aber dennoch zum Teil auch üblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit gekommen“ erläutert Laura Ahrens, Bereichsleiterin der Agentur für Arbeit Heide. „Zur Gesamtbetrachtung der Situation gehört auch, dass bei der Zahl der Langzeitarbeitslosen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen ist. Dies sind Arbeitslose, die ein Jahr und länger arbeitslos sind. Der Anstieg betrifft sowohl die arbeitslosen Personen im Rechtskreis SGBII als auch deutlich erkennbar die arbeitslosen Personen im Rechtskreis SGBIII“, fährt Ahrens fort.

Stellenmarkt

Im Januar teilten die Arbeitgeber dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Heide und der beiden Jobcenter Dithmarschen und Steinburg insgesamt 319 offene Arbeitsstellen mit. Das sind 162 Stellen weniger (-33,7 Prozent) als im Januar 2020. In Dithmarschen wurden mit 146 gemeldeten Stellen 103 weniger mitgeteilt als im Vorjahr (-41,4 Prozent). In Steinburg wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service 59 Stellen weniger angezeigt als im Vergleich zum Vorjahr      (-25,4 Prozent).

Im Januar wurden für den gesamten Agenturbezirk erneut überwiegend Stellenangebote für die Branche des Gesundheits- und Sozialwesen, des Handels und der Öffentlichen Verwaltung, sowie im Bereich der wirtschaftlichen Dienstleistungen (u.a. Zeitarbeit) gemeldet.

„Alles in allem betrachtet sind die gemeldeten Stellen in fast allen Bereichen zurückgegangen. Allerdings muss man die Stellensituation im Agenturbezirk differenziert betrachten. So sind beispielsweise im verarbeitenden Gewerbe vier Stellen mehr gemeldet worden als im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dem entgegen steht u.a. die Gastronomie und Hotellerie. Hier ist einer der deutlichsten Rückgänge an gemeldeten Arbeitsstellen zu verzeichnen. Uns wurden in dieser Branche 44 Stellen weniger als im Vergleich zum Vorjahresmonat gemeldet“, fasst Ahrens die derzeitige Situation am Stellenmarkt zusammen. „Dennoch ist die Situation nicht vollends beunruhigend. Auch in den Jahren 2017 und 2018 sind der Agentur für Arbeit im Januar jeweils „nur“ ca. 320 Stellen gemeldet worden. Diese Jahre entwickelten sich dann aber insgesamt positiv. Noch kann ich nicht sicher bewerten, ob dies auch unter den derzeitigen Bedingungen so sein wird. Aber bei weiterem Einsatz der Kurzarbeit und mittels Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, wie u.a. einer kontinuierlichen Fortsetzung der Impfungen, ist vorsichtiger Optimismus erlaubt“, erläutert Ahrens weiter.

Kurzarbeit

Im Januar zeigten 213 Betriebe Kurzarbeit neu an. Dies ist ein Rückgang im Vergleich zum Dezember und sind auch weniger Anzeigen als im März 2020 zum ersten Lockdown. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Krise seit März von 3.302 Unternehmen für 30.589 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. 1.857 der Anzeigen für 17.522 Beschäftigte entfielen davon auf den Kreis Dithmarschen und 1.445 Anzeigen für 13.067 Beschäftigte auf den Kreis Steinburg.

Die Betriebe, die Kurzarbeit angezeigt haben stammen zu gut 20 Prozent aus den Branchen Einzelhandel und Gastronomie. Die Kurzarbeiter waren am häufigsten in Kleinstbetrieben beschäftigt. Dazu zählen Betriebe bis 19 Beschäftigte.

Wichtig ist: Es handelt sich hierbei nur um die Anzeigen auf Kurzarbeit. Ob diese tatsächlich auch zu Kurzarbeit führen, kann erst nach Abrechnung des Kurzarbeitergeldes durch den Betrieb ausgewertet werden. Die Betriebe haben für die Abrechnung des Kurzarbeitergeldes drei Monate Zeit.

Arbeitsmarktlage in den beiden Kreisen

Im Kreis Dithmarschen sind aktuell 4.741 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit stieg damit im Vergleich zum Januar 2020 um 10,8 Prozent (+463 Personen). Ebenso stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Dezember 2020 an (+410 Personen; 9,5 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,8 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,1 Prozent, im Vormonat bei 6,2 Prozent.

Im Kreis Steinburg liegt die Arbeitslosenzahl bei 4.550 Personen (+880 Personen;

24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit (+284 Personen; 6,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,3 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 5,1 Prozent, im Vormonat 5,9 Prozent.

„Insgesamt lässt sich feststellen, dass sich die Corona-Situation weiterhin in beiden Kreisen auf die Eintritte Maßnahmen der beruflichen Eingliederung auswirkt. Das liegt daran, dass Qualifizierungen, die die persönliche Anwesenheit der Teilnehmer zwingend erfordern, gar nicht stattfinden und sich auch nicht jeder Qualifizierungsinhalt für online-Unterricht eignet“, so Ahrens.