05.01.2021 | Presseinfo Nr. 1

Auswirkungen des zweiten Lockdowns werden auch am Arbeitsmarkt sichtbar

- Im Dezember wieder erkennbar mehr Anzeigen von Kurzarbeit
- Arbeitslosenquote liegt bei 6,0 Prozent

Kurzarbeit

Im Dezember zeigten 274 Betriebe Kurzarbeit neu an. Dies eine weitere Erhöhung im Vergleich zum November, jedoch nicht so gravierend wie zur Zeit des ersten Lockdowns im März 2020. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit der Corona-Krise seit März von 3.047 Unternehmen für 28.838 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. 1.718 der Anzeigen für 16.573 Beschäftigte entfielen davon auf den Kreis Dithmarschen und 1.329 Anzeigen für 12.265 Beschäftigte auf den Kreis Steinburg.

Wichtig ist: Es handelt sich hierbei nur um die Anzeigen auf Kurzarbeit. Ob diese tatsächlich auch zu Kurzarbeit führen, kann erst nach Abrechnung des Kurzarbeitergeldes durch den Betrieb ausgewertet werden. Die Betriebe haben für die Abrechnung des Kurzarbeitergeldes drei Monate Zeit.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Im Dezember stieg die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 18,2 Prozent

(+1321 Personen) auf 8.597 arbeitslos gemeldete Personen an. Auch im Vormonatsvergleich von November auf Dezember stieg die Arbeitslosigkeit um 3,8 Prozent (+315 Personen). Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 5,1 Prozent.

Im Rechtskreis SGB III (Kunden der Agentur für Arbeit) sind zurzeit 3.261 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen stieg damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich an (+502 Personen; 18,2 Prozent). Auch im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit - hier allerdings saisontypisch - an (+176 Personen; 5,7 Prozent).

Im Rechtskreis SGB II (Kunden der Jobcenter) stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich auf 5.336 Personen (819 Personen; 18,1 Prozent). Im Vergleich zum November stieg die Arbeitslosigkeit ebenfalls an (+139 Personen; 2,7 Prozent).

„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit um rund 1300 Personen ergibt sich aus Arbeitnehmern, die neu arbeitslos geworden sind und denjenigen Arbeitslosen, die unter Normalbedingungen in Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung wären. Solche Fördermaßnahmen können aufgrund der Pandemie und mit den damit verbundenen Einschränkungen derzeit nur sehr begrenzt neu begonnen werden. Qualifizierungen, die die persönliche Anwesenheit der Teilnehmer erfordern; finden im Augenblick gar nicht statt“, erläutert Ronald Geist, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Heide.

„Zum Gesamtbild gehört auch, dass weniger Zugänge aus Erwerbstätigkeit, aber leider auch weniger Abgänge in Erwerbstätigkeit zu verzeichnen sind. Dies trifft insbesondere die Langzeitarbeitslosen aus beiden Rechtskreisen, also diejenigen, die länger als ein Jahr auf der Suche nach einer Arbeit sind“, ergänzt Geist. „In bestimmten Branchen, wie zum Beispiel dem Einzelhandel ist der Arbeitsmarkt seit Monaten kaum aufnahmefähig. Zudem kommt insbesondere im Kreis Dithmarschen die Saisonabhängigkeit vieler Tätigkeiten hinzu“, erläutert er weiter.

Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten stieg im Vorjahresvergleich an. Im Juni 2020 (aktuellste Datenlage) arbeiteten im Agenturbezirk Heide 82.931 Personen und damit 1.032 Personen (1,3 Prozent) mehr als noch vor einem Jahr. In Dithmarschen sind aktuell 43.009 und in Steinburg 39.922 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

„Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung entwickelt sich in unserer Region weiterhin gut. Das macht der erneute Anstieg um fast 1.000 Beschäftigte von Juni 2019 bis Juni 2020 deutlich. Diese Tatsache ist bemerkenswert, da wir zu diesem Zeitpunkt bereits drei Monate Pandemie zu verzeichnen hatten. Allerdings ist dieser Anstieg mit 1,3 Prozent nicht mehr so deutlich, wie im vorherigen Vergleichszeitraum. Die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes ist begrenzt“, erläutert Geist.

Stellenmarkt

Im Jahr 2020 teilten die Arbeitgeber dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Heide und der beiden Jobcenter Dithmarschen und Steinburg insgesamt 4.694 offene Arbeitsstellen mit. Das sind 831 Stellen weniger (-15 Prozent) als im Jahr 2019. In Dithmarschen wurden mit 2.411 gemeldeten Stellen 284 weniger mitgeteilt als im Vorjahr (-10,5 Prozent). In Steinburg ist der Rückgang noch deutlicher. Hier wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service 547 Stellen weniger angezeigt als im Vergleich zum Vorjahr (-19,3 Prozent).

Im Dezember wurden überwiegend Stellenangebote für die Branche des Gesundheits- und Sozialwesen, des Handels sowie der Öffentlichen Verwaltung gemeldet.

„An diesem Punkt ist es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass die Mitteilung von fast 4.700 Stellen in diesem krisengeschüttelten Jahr als erfreulich einzuordnen ist – auch wenn insgesamt weniger Angebote als im Vorjahr zu verzeichnen sind“, kommentiert Geist den Stellenzugang über das Jahr hinweg betrachtend.

Arbeitsmarktlage in den beiden Kreisen

Im Kreis Dithmarschen sind aktuell 4.331 Personen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit stieg damit im Vergleich zum Dezember 2019 um 11,8 Prozent (+457 Personen). Auch im Vergleich zum November stieg die Arbeitslosigkeit an (+279 Personen; 6,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 6,2 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 5,6 Prozent.

Im Kreis Steinburg liegt die Arbeitslosenzahl bei 4.266 Personen (+864 Personen;

25,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Im Vergleich zum Vormonat stieg die Arbeitslosigkeit (+36 Personen; 0,9 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 5,9 Prozent. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 4,7 Prozent.

„Die Entwicklung in den beiden Kreisen weist Unterschiede auf. Zwar ist die Arbeitslosenquote in Dithmarschen höher. Sie ist im Jahresvergleich im Verhältnis aber nicht so stark angestiegen wie im Kreis Steinburg. Hinzu kommt, dass in Steinburg weniger Stellen gemeldet wurden und weniger arbeitslose Personen von Maßnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung profitieren konnten“, erläutert Geist die Situation in den beiden Kreisen.