29.07.2022 | Presseinfo Nr. 43

Der Arbeitsmarkt im Juli 2022

Arbeitslosigkeit steigt erneut – Quote bei 3,5 Prozent

„Am Arbeitsmarkt spiegeln sich nicht nur die Konjunktur und die Auftragslage wider. Es gibt auch saisonale Effekte“, sagt Manfred Grab der Leiter der Heilbronner Agentur für Arbeit, zur aktuellen Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt. „Ebenso wie das winterliche Tief und die Frühjahrsbelebung kennen wir diese Eintrübung im Sommer. Wie schon im Juni ist die Arbeitslosigkeit aktuell vor allem im Rechtskreis SGB II angestiegen. Seit diesem Zeitpunkt werden die Geflüchteten aus der Ukraine, die vorher Leistungen nach dem Asylbewerberleitungsgesetz erhalten haben, von den Jobcentern betreut. Trotz der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten hat sich unser Arbeitsmarkt aber stabilisiert und die Arbeitskräftenachfrage ist nach wie vor hoch.“

Arbeitslosenzahl im Juli:                           + 357 auf 9 565

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: - 1 093

Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: + 0,2 auf 3,5 Prozent

Arbeitslosigkeit

Im Juli steigt normalerweise die Arbeitslosigkeit saisonbedingt leicht an. Ende des Monats sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Heilbronn 9 565 Männer und Frauen ohne Job gemeldet; das sind 357 mehr als im Juni. Neben saisonalen Effekten ist der Anstieg auch darauf zurückzuführen, dass zwischenzeitlich die Jobcenter für die Geflüchteten aus der Ukraine zuständig sind. Die Arbeitslosenquote steigt um 0,2 auf 3,5 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 3,8 Prozent.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung

In der Arbeitslosenversicherung nach dem Sozialgesetzbuch III sind im Statistikzeitraum 3 949 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem letzten Monat sind das 127 Personen mehr. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von 18,5 %.

Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II) ist ebenfalls angestiegen. Die im Heilbronner Agenturbezirk ansässigen Jobcenter registrieren im Juli 5 616 arbeitslose Menschen. Das sind 230 mehr als im Vormonat aber 195 weniger als noch vor einem Jahr.

Entwicklung nach Personengruppen

Im Juli sind 4 478 Frauen arbeitslos gemeldet, 259 mehr als vor vier Wochen. Bei den Männern ist ein Anstieg um 98 auf 5 087 zu verzeichnen.

In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen nimmt die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Juni um 125 auf 695 zu.

Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit erhöht sich von 1,9 auf 2,3 Prozent und liegt damit 0,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im Juli ist vor allem darauf zurückzuführen, dass sich in diesem Monat viele Jugendliche nach Abschluss ihrer betrieblichen oder schulischen Ausbildung arbeitslos melden. Deshalb steigt in dieser Zeit die Arbeitslosigkeit der Jüngeren an.

Bei den Älteren hat die Arbeitslosigkeit ebenfalls leicht zugenommen. 3 511 Frauen und Männer in der Gruppe der über 50-Jährigen sind im Juli arbeitslos gemeldet, 37 mehr als im Vormonat. Vor Jahresfrist waren noch 3 325 Menschen in dieser Altersgruppe von Arbeitslosigkeit betroffen.

Arbeitskräftenachfrage

Den Vermittlungsfachkräften im Arbeitgeberservice werden 439 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet. Das sind 68 weniger als vor einem Monat.

Der Stellenbestand ist gegenüber Juni um 56 auf jetzt 3 273 (minus 1,7 Prozent) zurückgegangen. Im Vorjahr betrug der Bestand an gemeldeten Arbeitsstellen

3 040.