01.09.2020 | Presseinfo Nr. 35

Der Arbeitsmarkt im August 2020

Auch im August mehr Arbeitslose - Quote steigt auf 4,9 %

„Mit dem weiteren der Anstieg der Arbeitslosigkeit im August mussten wir rechnen. Im Sommer melden sich erfahrungsgemäß vermehrt junge Menschen arbeitslos. Sie finden nach Abschluss ihrer Ausbildung wegen der Urlaubs- und Ferienzeit nicht sofort wieder einen Arbeitsplatz. Häufig überbrücken sie auch die Zeit bis zum Beginn eines Studiums oder dem Besuch von weiterführenden Schulen. Deshalb ist die Zahl der jüngeren Arbeitslosen stärker angestiegen“, sagt Jürgen Czupalla, der Leiter der Heilbronner Agentur für Arbeit.

„Neben diesem saisonalen Effekt beeinflusst nach wie vor die Corona-Krise das Geschehen am Arbeitsmarkt. Viele Betriebe sind immer noch auf Kurzarbeit angewiesen. Die Zeit der Kurzarbeit könnten die Unternehmen für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten nutzen. Denn der Strukturwandel in Deutschland hat durch die Corona-Pandemie noch einmal deutlich an Fahrt aufgenommen. Bei der beruflichen Weiterbildung ihrer Beschäftigten können wir die Unternehmen unterstützen“, so Czupalla weiter.

 

Arbeitslosenzahl im August:                     + 543 auf 13 539

Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich: + 3 919

Arbeitslosenquote gegenüber Vormonat: + 0,2 auf 4,9 Prozent

 

Arbeitslosigkeit

Die Arbeitslosigkeit im Heilbronner Unterland hat im August erneut zugenommen. Gegenüber dem Vormonat steigt die Zahl der arbeitslosen Menschen um 543 auf 13 539. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,9 Prozent. Damit steigt sie gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte an und liegt um 1,4 Prozentpunkte über dem Wert vor einem Jahr.

In Baden-Württemberg steigt die Quote von 4,4 auf 4,6 Prozent.

Für diese Entwicklung sind saisonale Einflüsse verantwortlich: Die Betriebsferien und das Ende schulischer und betrieblicher Ausbildungsgänge lassen in jedem Sommer die Arbeitslosigkeit ansteigen.  

            

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung und in der Grundsicherung

In der Arbeitslosenversicherung (Sozialgesetzbuch III) sind im abgelaufenen Monat 7 546 Menschen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Juli sind das 552 Personen mehr. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von 2 907.

Die Zahl der Arbeitslosen in der Grundsicherung (Sozialgesetzbuch II) geht gegenüber dem Vormonat dagegen leicht zurück. Die im Heilbronner Agenturbezirk ansässigen Jobcenter registrieren im August 5 993 Arbeitslose. Das sind neun weniger als im Juli aber 1 012 mehr als vor einem Jahr.

 

Entwicklung nach Personengruppen

Im Statistikzeitraum sind 5 905 Frauen arbeitslos gemeldet, 314 mehr als vor vier Wochen. Bei den Männern gibt es eine Zunahme um 229 auf 7 634.

Ein Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit ist im Sommer üblich. Häufig werden Schule, Ausbildungsverhältnisse, Praktika oder Anerkennungsjahre beendet. Die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahren ist um 268 auf jetzt 1 698 angestiegen. Die Quote für die Jugendarbeitslosigkeit hat sich von 4,6 auf 5,4 Prozent erhöht. Vor zwölf Monaten lag die Quote noch bei 3,6 Prozent.

Bei den Älteren hat Arbeitslosigkeit leicht zugenommen. 4 140 Frauen und Männer in der Gruppe der über 50-Jährigen sind im August arbeitslos gemeldet, 55 mehr als im Vormonat und 1 059 mehr als vor einem Jahr.

 

Kurzarbeit

Die Kurzarbeit befindet sich immer noch auf einem hohen Niveau. Seit April sind bei der Agentur für Arbeit Heilbronn 5 295 Anzeigen auf Kurzarbeit mit einer darin genannten Personenzahl von 100 579 eingegangen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 43 Anzeigen für 958 Personen.

 

Arbeitskräftenachfrage

Den Vermittlungsfachkräften der Agentur für Arbeit Heilbronn sind in den letzten vier Wochen 437 neue Stellen von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet worden. Das sind 45 weniger als vor einem Monat und 918 weniger als vor einem Jahr.

Der Stellenbestand ist gegenüber dem Juli auf 2 395 (minus 65) zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Abnahme von 2 784 oder 53,8 Prozent.