05.01.2021 | Presseinfo Nr. 2

Kreis Minden-Lübbecke-Der Arbeitsmarkt im Dezember 2020

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Minden-Lübbecke
 

„Im Mühlenkreis ist die Arbeitslosigkeit im Dezember entgegen der Entwicklung in den letzten Jahren leicht zurückgegangen. Man erkennt auch an dem Rückgang der Arbeitslosigkeit im Versichertenbereich, dass die Lage sich etwas erholt hat. Eine erfreuliche Entwicklung, aber insgesamt betrachtet immer noch 17,4 Prozent über dem Vorjahreswert“, so Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur.

„Die weiter eingehenden Anzeigen über Kurzarbeit zeigen jedoch, dass die derzeitigen Gesundheitsschutzmaßnahmen nicht spurlos am Arbeitsmarkt vorbeigehen. Es ist zu erwarten, dass die Arbeitslosigkeit im Januar ansteigen wird. Ohnehin weist der erste Monat im Kalenderjahr oft die höchste Arbeitslosenzahl im Jahresverlauf auf. Im neuen Jahr wird der zeitversetzte Effekt des aktuellen Lockdowns sich zusätzlich abzeichnen. Im Dezember zeigen sich diese Entwicklungen noch nicht. Das liegt beispielsweise an Kündigungsfristen, aber auch an dem Statistikstichtag der Arbeitslosenzahlen, der in der Mitte des Monats liegt“, erläutert die Expertin.

Sie bietet aber auch zusätzlich die weitere Unterstützung der Bundesagentur bei der Weiterbildung an: Die Situation im Frühjahr hat die Unternehmen unvorbereitet getroffen – wie so viele andere auch. Jetzt sollte die Möglichkeit von Qualifizierungen während der Kurzarbeit stärker in Anspruch genommen werden. So kann die Zeit genutzt werden, um die Mitarbeiterschaft für die Zukunft weiter fachlich fit zu machen. Das ist eine gute Chance, um nach der Krise wieder voll durchstarten zu können.“

Kurzarbeit

Im Dezember 2020 (Stand 28.12.2020) wurden von Unternehmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke 259 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 3.854 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Das sind 36 Anzeigen weniger, aber 1.176 Personen mehr als im Vormonat.

Zudem sind in diesem Monat erste hochgerechnete Zahlen zur realisierten – also bereits abgerechneten und damit auch durchgeführten – Kurzarbeit für den Monat Juli im Kreis Minden-Lübbecke bekannt. Demnach gab es vor Ort im Monat Juli 2020 1.143 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 12.979 betroffene Kurzarbeiter. Das sind 303 Betriebe und 5.264 betroffene Kurzarbeiter weniger als im Juni. Für den Agenturbezirk Herford (Kreise Herford und Minden-Lübbecke) liegen erste Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit im Monat August vor. Demnach waren im August in beiden Kreisen 1.881 Betriebe mit 19.160 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das sind 256 weniger Betriebe und 14.721 weniger Kurzarbeiter als im Juli.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im Dezember 2020 gesunken. Insgesamt waren 9.285 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 69 Personen oder 0,7 Prozent weniger. Im Vergleich zum Dezember des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.374 Personen bzw. 17,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Dezember 2020 5,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,7 Prozent (+0,8 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 4.129 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um -50 Personen bzw. -1,2 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 627 Personen oder 17,9 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 19 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 747 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies -0,4 Prozent zum Vormonat bzw. +16,9 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.156 Personen und damit 55,5 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                   

Jugendarbeitslosigkeit

1.050 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Minden-Lübbecke unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 41 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 218 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf -3,8 Prozent zum vorherigen Monat bzw. +26,2 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat sehr leicht gestiegen (+1 Person). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 353 Arbeitslose mehr (+13,9 Prozent). Insgesamt sind 2.897 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Minden-Lübbecke betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im Berichtsmonat gestiegen. 3.529 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 79,2 Prozent (2.796 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 56 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 945 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 627 Stellen gemeldet (-99 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.323 offene Stellen, 138 weniger als im Vormonat und 288 weniger als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Nach der erfreulichen Entwicklung seit August ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe im Dezember erstmalig wieder gestiegen. So stieg in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum November 2020 um 0,3 Prozent auf 65.979 Personen. Das sind insgesamt 173 Arbeitslose mehr.

Im Dezember 2019 waren 13,6 Prozent oder 7.894 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag im Dezember auf einem geringen Niveau. Der Bestand lag mit 18.106 freien Stellen um 363 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig stieg die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Dezember im Vergleich zum Vorjahresmonat aber um 334 Stellen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,1 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,6 Prozent), Detmold (6,1 Prozent) und Bielefeld (6,2 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent (Vormonat 5,8 %, Vorjahr 5,1 %).