29.01.2021 | Presseinfo Nr. 7

Der Arbeitsmarkt im Januar 2021

Kreis Minden-Lübbecke

Der Arbeitsmarkt im Januar 2021
 
Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Minden-Lübbecke
 

„Im Januar ist die Arbeitslosigkeit – wie bereits im Dezember erwartet – gestiegen. Dabei spielt vor allem die saisontypische Entwicklung eine Rolle, die im Januar immer für einen Anstieg der Arbeitslosigkeit sorgt. Tatsächlich war der Anstieg der Arbeitslosigkeit im letzten Januar mit einem Anstieg von 10,4 Prozent zum Vormonat sogar höher als in diesem Jahr, in dem wir einen Anstieg von 6,4 Prozent verzeichnen“, stellt Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur, fest.

„Dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit in diesem Jahr nicht höher ausgefallen ist als in Vor-Pandemie-Zeiten zeigt vor allem, wie stabil der Markt im Mühlenkreis ist. Allerdings hat die Pandemie ihre Spuren hinterlassen, die Gesamtarbeitslosigkeit liegt in diesem Monat mehr als 13 Prozent über dem Januar 2020. Das zeigt, dass wir einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit – auch mithilfe des Instruments der Kurzarbeit – bisher ausbremsen konnten. Um möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern, werden wir weiter stark auf die Auszahlung von Kurzarbeit zurückgreifen und zurückgreifen müssen. Zeitgleich werden wir, gemeinsam mit unseren Partnern am Arbeitsmarkt, all denen helfen, die aufgrund der Corona-Krise ihren Job verloren haben, indem wir sie weiterqualifizieren oder zeitnah in passende Tätigkeiten vermitteln.“

Kurzarbeit

Im Januar 2021 (Stand 25.01.2021) wurden von Unternehmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke 281 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 4.561 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Das sind 17 Anzeigen weniger, aber 507 Personen mehr als im Vormonat.

Zudem sind in diesem Monat erste hochgerechnete Zahlen zur realisierten – also bereits abgerechneten und damit auch durchgeführten – Kurzarbeit für den Monat August im Kreis Minden-Lübbecke bekannt. Demnach gab es vor Ort im Monat August 2020 1.014 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 10.864 betroffene Kurzarbeiter. Das sind 131 Betriebe und 2.134 betroffene Kurzarbeiter weniger als im Juli. Für den Agenturbezirk Herford (Kreise Herford und Minden-Lübbecke) liegen erste Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit im Monat September vor. Demnach waren im September in beiden Kreisen 1.662 Betriebe mit 16.325 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das sind 250 weniger Betriebe und 2.524 weniger Kurzarbeiter als im August.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im Januar 2021 gestiegen. Insgesamt waren 9.883 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 598 Personen oder 6,4 Prozent mehr. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.153 Personen bzw. 13,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Januar 2021 5,9 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,2 Prozent (+0,7 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 4.645 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 516 Personen bzw. 12,5 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 644 Personen oder 16,1 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 82 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 509 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies +1,6 Prozent zum Vormonat bzw. +10,8 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.238 Personen und damit 53,0 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                              

Jugendarbeitslosigkeit

1.110 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Minden-Lübbecke unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 60 weniger und im gleichen Monat des Vorjahres 164 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf +5,7 Prozent zum vorherigen Monat bzw. +17,3 Prozent im Vorjahresvergleich. 

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (+221 Personen oder +7,6 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 351 Arbeitslose mehr (+12,7 Prozent). Insgesamt sind 3.118 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Minden-Lübbecke betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im Berichtsmonat gestiegen. 3.650 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 78,4 Prozent (2.860 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 121 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 923 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 708 Stellen gemeldet (+81 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.278 offene Stellen, -45 weniger als im Vormonat und -222 weniger als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Nach der erfreulichen Entwicklung seit vergangenen August ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe im Dezember 2020 und Januar 2021 im Vormonatsvergleich wieder gestiegen. Ein Anstieg zu dieser Jahreszeit ist aber saisonal üblich. So stieg in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Dezember 2020 um 5,4 Prozent auf 69.551 Personen. Das sind insgesamt 3.572 Arbeitslose mehr.

Im Januar 2020 waren 11,1 Prozent oder 6.925 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag im Januar auf einem geringen Niveau. Der Bestand lag mit 17.701 freien Stellen um 392 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 140 Stellen auf 3.276 Neumeldungen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,4 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,9 Prozent), Detmold (6,4 Prozent) und Bielefeld (6,6 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 6,1 Prozent (Vormonat 5,8 %, Vorjahr 5,5 %).