31.03.2020 | Presseinfo Nr. 36

Der Arbeitsmarkt im März 2020

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Minden-Lübbecke

„Im März ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Minden-Lübbecke leicht gesunken. Eine Entwicklung, die vielleicht aufgrund der aktuellen Situation überrascht. Tatsächlich gibt es dafür jedoch eine logische Erklärung: Der Stichtag für unsere Arbeitslosenzahlen liegt nicht am Ende des jeweiligen Monats. Vielmehr liegt er um die Monatsmitte. In diesem Fall war es der 12. März. Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie traten erst einige Tage später in Kraft. Somit spiegelt die aktuelle Statistik auch nicht die Entwicklung des Marktes im Rahmen dieser Krise wider. Erste Aussagen zu den Einflüssen der Corona-Pandemie auf die Arbeitslosigkeit können wir also frühestens Ende April treffen. Was wir aber sagen können: Vor der Krise hat sich der Markt in eine gute Richtung entwickelt. Wir gehen nicht davon aus, dass sich dies im nächsten Monat so fortsetzen wird. Bei der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft werden keine Neu- oder Wiedereinstellungen vorgenommen. Da nicht klar ist, wie lange die aktuellen Maßnahmen in Kraft bleiben, lässt sich eine Entwicklung der Zahlen schwer vorhersagen“, so Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im März 2020 gesunken. Insgesamt waren 8.780 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 5 Personen oder 0,1 Prozent weniger. Im Vergleich zum März des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 921 Personen bzw. 11,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im März 5,2 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,7 Prozent (+0,5 Prozentpunkte).                                                                           

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 3.859 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 144 Personen bzw. 3,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 580 Personen oder 17,7 Prozent.                                                                       

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 139 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 341 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies +2,9 Prozent zum Vormonat bzw. +7,4 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 4.921 Personen und damit 56,0 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.                                                                             

Jugendarbeitslosigkeit

1.000 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Minden-Lübbecke unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 13 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 109 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf -1,3 Prozent zum vorherigen Monat bzw. +12,2 Prozent im Vorjahresvergleich.                                                                           

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (+26 Personen oder +1,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 225 Arbeitslose mehr (+8,9 Prozent). Insgesamt sind 2.757 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Minden-Lübbecke betroffen.                                                            

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im Berichtsmonat gestiegen. 2.783 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 83,5 Prozent (2.323 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 56 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 153 Personen.                                                                               

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 812 Stellen gemeldet (-59 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.681 offene Stellen, 49 mehr als im Vormonat und 1.038 weniger als im Vorjahresmonat.                                                                              

Der Ausbildungsmarkt im Kreis Minden-Lübbecke

Die Zahl der im Kreis Minden-Lübbecke gemeldeten Ausbildungsstellen ist in diesem Berufsberatungsjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken. Die hiesigen Betriebe, Verwaltungen und Schulen meldeten von Oktober 2019 bis März 2020 1.889 Ausbildungsstellen und damit 170 oder 8,3 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. 1.698 junge Menschen meldeten sich im gleichen Zeitraum auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung. Damit sinkt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber gegenüber Vorjahreszeitraum um 55 oder 3,1 Prozent.

Von 1.889 Stellen sind aktuell noch 1.163 unbesetzt. Von den insgesamt 1.698 gemeldeten jungen Menschen sind weiterhin noch 991 auf der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz.

Mit 111 gemeldeten Stellen für 100 Jugendliche haben wir weiterhin ein ausreichendes Ausbildungsplatzangebot. Im März 2019 standen 100 Jugendlichen 117 Ausbildungsstellen für ihre Bewerbung zur Verfügung.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Im März ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe gesunken. So sank in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Februar um 1,6 Prozent auf 61.481 Personen. Das sind insgesamt 980 Arbeitslose weniger.

Im März 2019 waren noch 5,3 Prozent oder 3.081 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft alle Personengruppen, mit Ausnahme der Langzeitarbeitslosen.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag auch im März auf einem sinkenden Niveau. Der Bestand lag mit 19.073 freien Stellen um 1.999 Stellen niedriger, als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig sank die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 618 Stellen.

Die günstigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,9 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,3 Prozent), Bielefeld (5,7 Prozent) und Detmold (5,8 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,4 Prozent.