28.10.2021 | Presseinfo Nr. 85

Der Arbeitsmarkt im Oktober im Kreis Minden-Lübbecke

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Minden-Lübbecke

„Die Herbstbelebung setzt sich im Kreis Minden-Lübbecke auch im Oktober fort“, stellt Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur, fest. 

Sie fügt aber auch hinzu: „Wir müssen damit rechnen, dass spätestens ab Dezember wieder ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen sein wird. Dieser Anstieg wird hauptsächlich von saisontypischen Entwicklungen getragen. Alles in allem ist die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den letzten Monaten überwiegend gut verlaufen.“

Die positive Tendenz zeige sich auch in dem steigenden Stellenangebot im Vergleich zum Vormonat. „Damit rückt aber eine altbekannte Herausforderung wieder mehr in den Fokus: Der Fachkräftemangel und die Passungsprobleme. Deshalb werden wir gemeinsam mit unseren Partnern am Arbeitsmarkt alles daransetzen, möglichst viele Arbeitslose – und auch geringqualifizierte Beschäftigte – für diese Stellen weiterzubilden.“

Kurzarbeit

Im Oktober 2021 (Stand 24.10.2021) wurden von Unternehmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke 18 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 110 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Das sind 6 Anzeigen weniger und 25 Personen mehr als im Vormonat.

Zudem sind in diesem Monat erste hochgerechnete Zahlen zur realisierten – also bereits abgerechneten und damit auch durchgeführten – Kurzarbeit für den Monat Mai 2021 im Kreis Minden-Lübbecke bekannt. Demnach gab es vor Ort im Monat Mai 1.135 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 10.485 betroffene Kurzarbeiter. Das sind 74 Betriebe und 1.092 betroffene Kurzarbeiter weniger als im April. Für den Agenturbezirk Herford (Kreise Herford und Minden-Lübbecke) liegen erste Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit im Monat Juni 2021 vor. Demnach waren im Juni in beiden Kreisen 1.464 Betriebe mit 10.335 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das sind 641 weniger Betriebe und 6.875 weniger Kurzarbeiter als im Mai.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im Oktober 2021 gesunken. Insgesamt waren 8.147 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 259 Personen oder 3,1 Prozent weniger. Im Vergleich zum Oktober des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 1.592 Personen bzw. 16,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im Oktober 2021 4,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,8 Prozent (-1,0 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 2.952 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 159 Personen bzw. 5,1 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 1.459 Personen oder 33,1 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 100 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 133 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies -1,9 Prozent zum Vormonat bzw. -2,5 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.195 Personen und damit 63,8 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

857 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Minden-Lübbecke unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 94 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 317 mehr arbeits-lose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf -9,9 Prozent zum vorherigen Monat bzw. -27,0 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (-89 Personen oder -3,3 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 315 Arbeitslose weniger (-10,6 Prozent). Insgesamt sind 2.646 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Minden-Lübbecke betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im Berichtsmonat gesunken. 3.617 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 83,2 Prozent (3.010 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 123 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 170 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 783 Stellen gemeldet (-228 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 4.496 offene Stellen, 18 weniger als im Vormonat und 1.083 mehr als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE 

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist den achten Monat in Folge gesunken, nun auf 58.142 Arbeitslose. Damit nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um -1.771 Personen oder -3,0 Prozent ab. Im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 ist die Arbeitslosigkeit von September auf Oktober um -2,6 Prozent gesunken. Auch der Zugang an Arbeitslosen sinkt und war im Verhältnis zum Vorjahresmonat um -1.656 Personen geringer. 

Der Bestand an arbeitslosen Personen nähert sich schrittweise dem Vorkrisen-Niveau an, bleibt jedoch leicht erhöht. So waren im Oktober 2020 in der Arbeitsmarktregion Ostwestfalen-Lippe 14,2 Prozent oder 9.635 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Im Vergleich zu der Zeit vor den pandemiebedingten Einschränkungen (Oktober 2019) liegt die Arbeitslosigkeit aktuell um 0,8 Prozent oder 448 Personen höher. 

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist, gegen den Trend der Arbeitslosigkeit insgesamt, innerhalb der vergangenen zwölf Monate stark angestiegen. So sind aktuell 26.994 Arbeitslose mindestens seit einem Jahr auf Arbeitssuche, das sind 1.511 Menschen oder 5,9 Prozent mehr als im Oktober 2020. Im Vergleich zum Oktober 2019 stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 28,6 Prozent an. Seit Mai dieses Jahres ist ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen weiter an und liegt aktuell bei 46,4 Prozent. 

Die Entwicklung der offenen Stellen, welche durch die Jobcenter und Arbeitsagenturen an-geboten werden können, verläuft erfreulich. Im Oktober 2021 wurden durch die Arbeitgeber in OWL 4.739 freie Stellen neu gemeldet. Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von 94 Stellen oder 2,0 Prozent. Auch der Bestand an freien Stellen stieg weiter an und liegt mit aktuell 25.041 Stellen deutlich über dem Wert des Vorjahres und sogar 26,0 Prozent über dem Niveau des Oktober 2019, dem Vergleichsmonat aus den Vorjahren, welcher noch nicht unter dem Einfluss der Pandemie stand. Die Arbeitskräftenachfrage war im Frühjahr bis in den Sommer 2020 hinein massiv eingebrochen. 

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,3 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,9 Prozent), Detmold (5,0 Prozent) und Bielefeld (5,8 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,1 Prozent (Vormonat 5,3 %, Vorjahr 6,0 %).