30.11.2021 | Presseinfo Nr. 96

Kreis Minden-Lübbecke - Der Arbeitsmarkt im November 2021

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Minden-Lübbecke

"Auch im November zeigt sich der lokale Arbeitsmarkt weiterhin stabil. Die absoluten Arbeitslosenzahlen nähern sich immer mehr den Vor-Pandemie-Werten aus dem Jahr 2019 an", stellt Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur, fest.

Sie erläutert aber auch: "Die letzten Wochen haben aber gezeigt, dass die Pandemie nach wie vor unberechenbar ist. Solange das der Fall ist, bleibt abzuwarten, wie sich aktuelle und zukünftige Entwicklungen am Arbeitsmarkt auswirken. Trotzdem kann man mit heutigem Stand sagen: Der Arbeitsmarkt kommt relativ gut durch diese Krise Das zeigt sich auch am deutlich gestiegenen Stellenbestand."

Die Pandemie ist weiterhin unberechenbar, das erleben wir wieder ganz akut. Entsprechend wäre es verfrüht, wenn wir schon jetzt von einem Ende der Krise am Arbeitsmarkt sprechen würden. Wir können uns nicht sicher sein, was noch auf uns zukommt. Dennoch lässt sich zusammenfassen: "Wir sind aktuell in einer guten Situation."

Besonders freut sie sich über den Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit: "Ein reibungsloser Einstieg in das Berufsleben ist sehr wichtig. Entsprechend freut es mich, dass immer weniger junge Menschen im Kreis arbeitslos sind."

Kurzarbeit

Im November 2021 (Stand 24.11.2021) wurden von Unternehmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke 20 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 309 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Das sind zwei Anzeigen weniger und 138 Personen mehr als im Vormonat.

Zudem sind in diesem Monat erste hochgerechnete Zahlen zur realisierten – also bereits abgerechneten und damit auch durchgeführten – Kurzarbeit für den Monat Juni 2021 im Kreis Minden-Lübbecke bekannt. Demnach gab es vor Ort im Monat Juni 779 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 6.312 betroffene Kurzarbeiter. Das sind 353 Betriebe und 4.165 betroffene Kurzarbeiter weniger als im Mai. Für den Agenturbezirk Herford (Kreise Herford und Minden-Lübbecke) liegen erste Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit im Monat Juli 2021 vor. Demnach waren im Juli in beiden Kreisen 1.031 Betriebe mit 5.665 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das sind 426 weniger Betriebe und 4.631 weniger Kurzarbeiter als im Juni.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im November 2021 gesunken. Insgesamt waren 7.969 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 178 Personen oder 2,2 Prozent weniger. Im Vergleich zum November des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 1.385 Personen bzw. 14,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im November 2021 4,7 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 5,5 Prozent (-0,8 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 2.868 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 84 Personen bzw. 2,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 1.311 Personen oder 31,4 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 94 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 74 weniger als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies -1,8 Prozent zum Vormonat bzw. -1,4 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.101 Personen und damit 64,0 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

855 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Minden-Lübbecke unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 2 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 236 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf -0,2 Prozent zum vorherigen Monat bzw. -21,6 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (-29 Personen oder -1,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 279 Arbeitslose weniger (-9,6 Prozent). Insgesamt sind 2.617 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Minden-Lübbecke betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im Berichtsmonat gesunken. 3.546 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 83,6 Prozent (2.966 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 71 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 73 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 923 Stellen gemeldet (+140 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 4.614 offene Stellen, 118 mehr als im Vormonat und 1.153 mehr als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Die Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe ist den neunten Monat in Folge gesunken, nun auf 56.545 Arbeitslose. Damit nahm die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat um -1.597 Personen oder -2,7 Prozent ab. Im Durchschnitt der Jahre 2015 bis 2020 ist die Arbeitslosigkeit von Oktober auf November um -1,2 Prozent gesunken. Auch der Zugang an Arbeitslosen sinkt und ist im Verhältnis zum Vorjahresmonat um -1.446 Personen geringer.

Der Bestand an arbeitslosen Personen sinkt damit erstmalig unter das Niveau von November 2019. So waren im November 2019 in der Arbeitsmarktregion Ostwestfalen-Lippe 1,9 Prozent oder 1.066 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Im Vergleich zum November 2020 ist der Bestand an Arbeitslosen um -9.261 Personen oder -14,1 Prozent gesunken.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist, gegen den Trend der Arbeitslosigkeit insgesamt, innerhalb der vergangenen zwölf Monate stark angestiegen. So sind aktuell 26.334 Arbeitslose mindestens seit einem Jahr auf Arbeitssuche, das sind 528 Menschen oder 2,0 Prozent mehr als im November 2020. Im Vergleich zum November 2019 stieg die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 25,9 Prozent an. Seit Mai dieses Jahres ist ein leichtes Abschmelzen der Langzeitarbeitslosen zu beobachten. Da der Rückgang aber deutlich schwächer verläuft als bei der Arbeitslosigkeit insgesamt steigt der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen weiter an und liegt aktuell bei 46,6 Prozent.

Die Entwicklung der offenen Stellen, welche durch die Jobcenter und Arbeitsagenturen angeboten werden können, verläuft erfreulich. Im November 2021 wurden durch die Arbeitgeber in OWL 4.521 freie Stellen neu gemeldet. Dies entspricht einem Plus zum Vorjahr von 430 Stellen oder 10,5 Prozent. Auch der Bestand an freien Stellen stieg weiter an und liegt mit aktuell 25.210 Stellen deutlich über dem Wert des Vorjahres und sogar 29,4 Prozent über dem Niveau des November 2019, dem Vergleichsmonat aus den Vorjahren, welcher noch nicht unter dem Einfluss der Pandemie stand. Die Arbeitskräftenachfrage war im Frühjahr bis in den Sommer 2020 hinein massiv eingebrochen.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (4,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (4,8 Prozent), Detmold (4,9 Prozent) und Bielefeld (5,6 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,0 Prozent (Vormonat 5,1 %, Vorjahr 5,8 %).