28.12.2021 | Presseinfo Nr. 101

Berufserfahrung ist wertvoll für den Wissenstransfer

Ingo Hanig startet beruflich noch einmal durch

Ingo Hanig hat mit 56 Jahren eine Krebserkrankung überstanden. Doch nach der schweren Therapiephase stand eine neue Herausforderung an: Die Bewerbung um einen neuen Job. Den fand er schließlich bei der Werkzeugbau Ehlenbröker GmbH in Hille.

Marcus Ehlenbröker, Geschäftsführer der Werkzeugbau Ehlenbröker GmbH, berichtet über den Einstellungsprozess: „Herr Hanig hat sich bei uns auf eine Stelle als CNC-Fräser beworben. Damals hatten wir schon jemanden beschäftigt, der ihn als früheren Kollegen bereits kannte. Im Austausch wurde klar: Herr Hanig verdient eine Chance. Der Eindruck hat sich beim Probearbeiten nur verdeutlicht: Herr Hanig hat exzellente Fachkenntnisse und kennt sogar die komplizierte Programmiersprache unserer Maschinen. Genau solche Mitarbeitender benötigen wir hier: Sie können unseren Azubis, also den Fachkräften von morgen, viel beibringen.“

Ingo Hanig selbst musste nach langer Krankheit erst wieder in das Berufsleben finden. „Ich habe um die 30 Bewerbungen geschrieben, aber nur zwei Antworten bekommen. Eine davon war von Werkzeugbau Ehlenbröker. Das hat dann auch gut und schnell geklappt, und bereits beim Probearbeiten wurde klar, dass der Job etwas für mich ist. Als ich dann nach dem Probearbeiten zuhause aus dem Auto steigen wollte, klingelte bereits das Telefon und Herr Deleski vom Arbeitgeber-Service rief mich an, um mir mitzuteilen, dass man sich eine Beschäftigung vorstellen könne.“

Alexander Deleski ist Mitarbeiter im Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit im Kreis Minden-Lübbecke. Er betreut auch Werkzeugbau Ehlenbröker. „Da Ingo Hanig durch seine Vorerkrankung leicht eingeschränkt ist, hatten wir die Möglichkeit, dem Arbeitgeber den sogenannten Eingliederungszuschuss zu finanzieren. Mit dieser Förderung können wir das Arbeitsentgelt bezuschussen, damit der erhöhte Einarbeitungsaufwand ausgeglichen werden kann“, berichtet der Experte. Einen Antrag für den Zuschuss müsse der Arbeitgeber in diesem Fall vor Unterzeichnung des Arbeitsvertrags einreichen.

Ein Angebot, das Marcus Ehlenbröker gerne in Anspruch genommen hat. Er ist überzeugt von dem Konzept und dankbar für die finanzielle Unterstützung. Es sei gut, dass es eine Möglichkeit gäbe, den höheren Aufwand finanziell ausgeglichen zu bekommen: „Gerade jetzt in Krisenzeiten, wo man doch eher mal auf das Geld schauen muss. Und am Ende ist es ja auch eine Win-Win-Situation: Wir haben einen neuen, guten Arbeitnehmer, Herr Hanig einen neuen Arbeitsplatz und die Agentur für Arbeit konnte jemanden in Arbeit integrieren.“

Denn Ehlenbröker ist sich der Situation auf dem Arbeitsmarkt bewusst, weiß um den Fachkräftemangel, spürt ihn aus erster Hand. Gerade auch deshalb ist er flexibel bei der Einstellung neuer Mitarbeiter: Er stellt sowohl  Menschen ein, deren Vorbildung nicht zu hundert Prozent auf die Stelle passt, als auch solche wie Herrn Hanig, die die passende Vorbildung vorweisen können, aber im fortgeschrittenen Alter und gegebenenfalls gesundheitlich vorbelastet sind. „Wichtig ist für mich die Einstellung und Begeisterung, der Ehrgeiz. An allen anderen Dingen kann man arbeiten“, betont er und empfiehlt anderen Unternehmen: „Menschen über 50 sollte man als Arbeitgeber keinesfalls unterschätzen. Man sollte sie achten und ihr Potenzial nutzen, um jungen Leuten, also zum Beispiel Azubis, die Möglichkeit zu geben, von deren Erfahrung zu lernen. Somit kann man Fachkräfte von morgen generieren.“

Ingo Hanig selbst ist zufrieden in seiner neuen Tätigkeit. Ihn hat ein hartes Schicksal getroffen, trotzdem lebt er nach dem kölscher Motto „Et kütt, wie et kütt.“ Manchmal merke man erst später, dass gewisse Dinge im Leben aus einem Grund passieren. Deshalb sein Rat an Menschen in einer ähnlichen Situation: „Den Kopf nicht in den Sand stecken, nicht aufgeben. Es findet sich schon ein Weg.“ 

Ein Weg, genauso wie er sich bei Ingo Hanig selbst gefunden hat. Ein Weg, den er, so sein Plan, noch bis zur wohlverdienten Rente gehen wird.

Unternehmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke, die sich für einen Eingliederungszuschuss oder andere Formen der Mitarbeiterförderung interessieren, können sich an den örtlichen Arbeitgeber-Service wenden. Dieser ist zu erreichen unter der kostenlosen Hotline 0800 4 5555 20 oder per Mail unter minden.arbeitgeber@arbeitsagentur.de melden. Natürlich ist der persönliche Vermittler im Arbeitgeber-Service ebenfalls ansprechbar.