01.12.2020 | Presseinfo Nr. 111

Der Arbeitsmarkt im November 2020

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Minden-Lübbecke
 

„Im November geht die Arbeitslosigkeit im Kreis Minden-Lübbecke weiter zurück“, stellt Frauke Schwietert, Leiterin der Herforder Arbeitsagentur, fest. „Dabei ist sie aber bei weitem noch nicht auf dem Niveau des Vorjahresmonats. Vielmehr bildet sich hier die langsame Erholung ab“, erläutert die Expertin weiter.

„Diese Entwicklung ist als positives Zeichen für den Mühlenkreis zu werten. Wie es an dieser Stelle aber weitergeht – ob der Rückgang sich im Dezember fortsetzen wird – das lässt sich nicht prognostizieren. Momentan gibt es zu viele Unbekannte – wir können nicht voraussehen, wie stark sich der erneute Teil-Lockdown auf den Markt auswirken wird. Hinzu kommen die typische saisonale Winterflaute sowie die Tatsache, dass Kündigungen aufgrund von Fristen teils erst im nächsten Monat in Kraft treten oder befristete Beschäftigungen zum Jahresende auslaufen. All diese Faktoren machen eine fundierte Prognose der Entwicklung schwierig“, erläutert Frauke Schwietert die Dynamik der Lage.

„Fakt ist jedoch, dass wir in diesem Monat auf eine erfreuliche Entwicklung blicken. Mit dem Instrument der Kurzarbeit werden wir weiter versuchen, die Entlassungen auf einem möglichst niedrigen Niveau zu halten – und uns gemeinsam mit unseren Partnern am Arbeitsmarkt darum bemühen, dass diejenigen, die ihren Job verloren haben, schnell eine neue Stelle finden können. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir außerdem auf die Qualifizierung. Auch Unternehmen sollten die Zeit der Kurzarbeit nutzen, um ihre Beschäftigten weiterzubilden. Die Agentur für Arbeit gerät gerne zu den finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten.“

Kurzarbeit

Im November 2020 (Stand 25.11.2020) wurden von Unternehmen aus dem Kreis Minden-Lübbecke 237 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 2.012 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Das sind 183 Anzeigen und 1.557 Personen mehr als im Vormonat.

Zudem sind in diesem Monat erste hochgerechnete Zahlen zur realisierten – also bereits abgerechneten und damit auch durchgeführten – Kurzarbeit für den Monat Juni im Kreis Minden-Lübbecke bekannt. Demnach gab es vor Ort im Monat Juni 2020 1.446 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 18.240 betroffene Kurzarbeiter. Das sind 438 Betriebe und 6.586 betroffene Kurzarbeiter weniger als im Mai. Für den Agenturbezirk Herford (Kreise Herford und Minden-Lübbecke) liegen erste Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit im Monat Juli vor. Demnach waren im Juli in beiden Kreisen 2.145 Betriebe mit 22.773 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das sind 600 weniger Betriebe und 11.095 weniger Kurzarbeiter als im Juni.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im November 2020 gesunken. Insgesamt waren 9.354 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 385 Personen oder 4,0 Prozent weniger. Im Vergleich zum November des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 1.459 Personen bzw. 18,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im November 2020 5,5 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 4,7 Prozent (+0,8 Prozentpunkte). 

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 4.179 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 232 Personen bzw. 5,3 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 753 Personen oder 22,0 Prozent.                                                                       

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 153 Arbeitslose weniger als im Vormonat und 706 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies -2,9 Prozent zum Vormonat bzw. +15,8 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 5.175 Personen und damit 55,3 Prozent aller Arbeitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen. 

Jugendarbeitslosigkeit

1.091 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Minden-Lübbecke unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 83 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 241 weniger arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf -7,1 Prozent zum vorherigen Monat bzw. +28,4 Prozent im Vorjahresvergleich. 

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gesunken (-65 Personen oder -2,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 391 Arbeitslose mehr (+15,6 Prozent). Insgesamt sind 2.896 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Minden-Lübbecke betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Minden-Lübbecke im Berichtsmonat gestiegen. 3.473 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 79,2 Prozent (2.752 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 26 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 888 Personen.  

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 726 Stellen gemeldet (-97 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.461 offene Stellen, 48 mehr als im Vormonat und 261 weniger als im Vorjahresmonat. 

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE

Nach der erfreulichen Entwicklung seit August ist die Zahl der Arbeitslosen in Ostwestfalen-Lippe auch im November gesunken. So ging in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum Oktober 2020 um 2,9 Prozent auf 65.806 Personen zurück. Das sind insgesamt 1.971 Arbeitslose weniger.

Im November 2019 waren 14,2 Prozent oder 8.195 Menschen weniger ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen sehr deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahresmonat betrifft aufgrund der derzeitigen Krise alle Personengruppen.

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, lag im November auf einem geringeren Niveau. Der Bestand lag mit 18.762 freien Stellen um 724 Stellen niedriger als noch vor einem Jahr. Gleichzeitig lag die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 128 Stellen niedriger.

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,1 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,6 Prozent), Detmold (6,1 Prozent) und Bielefeld (6,2 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,8 Prozent.