29.04.2021 | Presseinfo Nr. 30

Der Arbeitsmarkt im April 2021 im Kreis Herford

Die Entwicklung des Arbeitslosenbestandes im Kreis Herford

„Im April vergangenen Jahres ist die Arbeitslosigkeit das erste Mal in Folge der Pandemie deutlich angestiegen. Heute, ein Jahr später, können wir sagen: Die Krise ist noch nicht vorbei, aber die aktuellen Entwicklungen am Markt sind positiv“, so Sebastian Placke, operativer Geschäftsführer der Herforder Arbeitsagentur. 

„Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vormonat konstant, vergleichen wir sie mit den Zahlen aus April 2020 fällt jedoch auf: Im Vorjahresvergleich ist die Tendenz positiv. Auch auf Stellenseite haben wir aktuell fast ein Viertel mehr Stellen im Bestand als noch im April 2020.

Schauen wir uns die Zahlen genauer an, sehen wir, dass insbesondere die jungen Arbeitslo-sen unter 25 von den aktuellen Rückgängen profitiert haben. Das freut uns zum einen sehr, da Nachwuchskräftegewinnung ein wichtiges Thema für alle Betriebe sein sollte. Zum anderen dürfen wir auch die älteren Personengruppen nicht aus dem Blick verlieren. Bei näherer Betrachtung der Verteilung von Arbeitslosen im SGBIII und SGBII wird deutlich, dass ein Teil der Menschen, die im letzten April ihren Job verloren haben, jetzt leider in die Grundsicherung ist. Auf der anderen Seite muss man aber auch festhalten: Das sind bei weitem nicht alle. Insgesamt haben wir weniger Arbeitslose als im Vorjahr, was uns zeigt, dass wir – den Umständen entsprechend – auf einem guten Weg sind.“ 

Kurzarbeit

Im April 2021 (Stand 25.04.2021) wurden von Unternehmen aus dem Kreis Herford 42 Anzeigen über Kurzarbeit eingereicht. In diesen Anzeigen sind 663 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Im Vergleich zum Vormonat sind das 25 Anzeigen und 267 Personen weniger.

Zudem sind in diesem Monat erste hochgerechnete Zahlen zur realisierten – also bereits abgerechneten und damit auch durchgeführten – Kurzarbeit für den Monat November im Kreis Herford bekannt. Demnach gab es vor Ort im Monat November 2020 857 Betriebe, die Kurzarbeit durchgeführt haben und 6.677 betroffene Kurzarbeiter. Das sind 174 Betriebe mehr und 754 mehr betroffene Kurzarbeiter als im Oktober. Für den Agenturbezirk Herford (Kreise Herford und Minden-Lübbecke) liegen erste Hochrechnungen zu der realisierten Kurzarbeit im Monat Dezember vor. Demnach waren im Dezember 2020 in beiden Kreisen 2.198 Betriebe mit 17.460 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das sind 281 mehr Betriebe und 1.356 mehr Kurzarbeiter als im November.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Kreis Herford im April 2021 weitestgehend konstant geblieben. Insgesamt waren 8.090 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates ist dies 1 Person weniger. Im Vergleich zum April des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 228 Personen bzw. 2,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt im April 2021 5,8 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,0 Prozent (-0,2 Prozentpunkte).

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung - SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden in diesem Monat 3.205 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat verringert um 143 Personen bzw. 4,3 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 294 Personen oder 8,4 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung - SGB II

In der Grundsicherung sind 142 Arbeitslose mehr als im Vormonat und 66 mehr als im Vorjahr zu verzeichnen. Im Verhältnis entspricht dies +3,0 Prozent zum Vormonat bzw. +1,4 Prozent zum Vorjahr. Insgesamt sind es 4.885 Personen und damit 60,4 Prozent aller Ar-beitslosen, die zur Grundsicherung gemäß SGB II zählen.

Jugendarbeitslosigkeit

769 Arbeitslose sind im Berichtsmonat im Kreis Herford unter 25 Jahre alt. Im Vormonat waren dies noch 37 mehr und im gleichen Monat des Vorjahres 114 mehr arbeitslose junge Menschen. Die prozentuale Veränderung beläuft sich somit auf -4,6 Prozent zum vorherigen Monat bzw. -12,9 Prozent im Vorjahresvergleich.

Arbeitslose ab 50 Jahre

Die Anzahl arbeitsloser Personen ab 50 Jahre ist im Vergleich zum Vormonat gestiegen (+55 Personen oder +1,8 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr sind es 136 Arbeitslose mehr (+4,7 Prozent). Insgesamt sind 3.034 Menschen ab 50 Jahre im Kreis Herford betroffen.

Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Kreis Herford im Berichtsmonat gestiegen. 3.339 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 84,0 Prozent (2.806 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 218 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 779 Personen.

Stellenangebot

Unternehmen aus dem Kreis haben in diesem Monat 804 Stellen gemeldet (-2 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 3.332 offene Stellen, 236 mehr als im Vormonat und 602 mehr als im Vorjahresmonat.

DER ARBEITSMARKT IN OSTWESTFALEN-LIPPE 

Im April hat sich, trotz des weiter anhaltenden Lockdowns, die Frühjahrsbelebung fortgesetzt und am Arbeitsmarkt in OWL zu weiter sinkender Arbeitslosigkeit geführt. Ein Rückgang zu dieser Jahreszeit ist saisonal üblich. So sank in unserer Region die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Vergleich zum März 2021 um 0,7 Prozent auf 67.596 Personen. Das sind insgesamt 509 Arbeitslose weniger. 

Der April 2021 ist der erste Berichtsmonat, dessen Vorjahresmonat ebenfalls bereits unter dem Einfluss der pandemiebedingten Einschränkungen stand. Im April 2020 waren 1,2 Prozent oder 802 Menschen mehr ohne Arbeit registriert. Damit gibt es im Jahresvergleich einen leichten Rückgang der Arbeitslosigkeit in Ostwestfalen-Lippe. Im April 2020 war, nach Beginn des ersten Lockdowns die Arbeitslosigkeit stark angestiegen. 

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist, gegen den Trend der Arbeitslosigkeit insgesamt, innerhalb der vergangenen zwölf Monate stark angestiegen. So sind aktuell 28.792 Arbeitslose mindestens seit einem Jahr auf Arbeitssuche, das sind 6.415 Menschen oder 28,7 Prozent mehr als im April 2020. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen steigt seit Sommer 2020 beständig an. 

Die Zahl der offenen Stellen, die von den Jobcentern und Arbeitsagenturen in OWL angeboten werden konnten, stieg im April erfreulich an. Der Bestand lag mit 19.489 freien Stellen um 2.210 Stellen höher als noch vor einem Jahr, das ist ein Plus von 12,8 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl der von den Arbeitgebern in der Region gemeldeten neuen Stellen im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2.080 Stellen auf 4.231 Neumeldungen, das ist ein Plus von starken 96,7 Prozent. Das Arbeitskräfteangebot war im April 2020 massiv ein-gebrochen. 

Die niedrigste Arbeitslosenquote in unserer Region findet sich im Agenturbezirk Paderborn (5,2 Prozent), gefolgt von den Bezirken Herford (5,7 Prozent), Detmold (6,1 Prozent) und Bielefeld (6,5 Prozent). Insgesamt hat Ostwestfalen-Lippe eine Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent (Vormonat 6,0 %, Vorjahr 6,0 %).