31.01.2019 | Presseinfo Nr. 5

Arbeitsagentur zieht positive Bilanz

„Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2018 sehr gut entwickelt: die Zahl der arbeitslosen Menschen im Agenturbezirk Hildesheim ist im Jahresdurchschnitt gesunken, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist gestiegen und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern ist auf einem hohen Niveau. Dabei hat der Arbeitsmarkt weiterhin von der guten konjunkturellen Entwicklung profitiert.“, sagte Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim.
 

Arbeitsagentur zieht positive Bilanz

„Der Arbeitsmarkt hat sich im Jahr 2018 sehr gut entwickelt: die Zahl der arbeitslosen Menschen im Agenturbezirk Hildesheim ist im Jahresdurchschnitt gesunken, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ist gestiegen und die Nachfrage der Betriebe nach neuen Mitarbeitern ist auf einem hohen Niveau. Dabei hat der Arbeitsmarkt weiterhin von der guten konjunkturellen Entwicklung profitiert.“, sagte Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim.

 

Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung

Im Jahresdurchschnitt 2018 waren im Arbeitsagenturbezirk Hildesheim 12.323 Menschen arbeitslos gemeldet. Damit reduzierte sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 806 (-6,1%). Die Arbeitslosenquote lag mit einem jahresdurchschnittlichen Wert von 5,6% (Vorjahr: 6,1%) um 0,3 Prozentpunkte über dem niedersächsischen Landeswert. Die Unterbeschäftigung betrug nach vorläufigen Angaben im Jahresschnitt 16.328 (Vorjahr: 17.295). Die Unterbeschäftigungsquote lag im Schnitt bei 7,3% (Vorjahr: 7,9%).

 

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigte hat im Jahr 2018 weiter zugenommen. Im Agenturbezirk waren zum Stichtag 30.06.2018 insgesamt 124.100 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das sind 1,9 % mehr als im Vorjahr.

 

Arbeitskräftenachfrage

Der Bestand gemeldeter Arbeitsstellen lag im Jahresdurchschnitt 2018 bei 2.986. Das waren 233 (+8,5%) mehr als im Vorjahr. Die meisten neu gemeldeten Stellenangebote richteten sich an Arbeitskräfte für die Bereiche Gesundheits- und Sozialwesen (1.482 neue Stellen), verarbeitendes Gewerbe (933 neue Stellen) sowie Handel (889 neue Stellen. Von Zeitarbeitsunternehmen wurden im vergangenem Jahr 1.960 neue Stellen gemeldet.

Die Stellenneumeldungen liegen mit 9.755 unter dem Vorjahreswert (-1.053 bzw. -9,7%), allerdings immer noch auf einem sehr guten Niveau.

Nach wie vor kann nicht von einem flächendeckenden Fachkräftemangel gesprochen werden. Gleichwohl zeigen sich eine allgemeine Anspannung und Engpässe in einzelnen technischen Berufen, bei Bauberufen sowie in einigen Gesundheits- und Pflegeberufen.

 

Ausgaben

Die Arbeitsagentur Hildesheim zahlte im Jahr 2018 insgesamt rund 65 Millionen Euro Arbeitslosengeld I aus. Rund zwei Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wurden rund 13 Millionen Euro ausgegeben.

 

Landkreis Hildesheim

Im Landkreis Hildesheim fiel der Rückgang der Arbeitslosenzahlen etwas geringer aus als im übrigen Agenturbezirk. Im Jahresschnitt waren 8.898 Personen arbeitslos gemeldet, 504 bzw. -5,4% gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote im Landkreis lag bei 6,0% (Vorjahr: 6,4%).

Von den positiven Entwicklungen haben alle Personengruppen profitiert. Insbesondere ist die Jugendarbeitslosigkeit deutlich zurückgegangen. Im Landkreis Hildesheim waren durchschnittlich 846 junge Menschen unter 25 Jahre arbeitslos gemeldet, -98 bzw. -10,4 % gegenüber dem Vorjahr. Weniger stark profitierten hingegen die Langzeitarbeitslosen (-1,8 % auf 3.666 Personen) und die schwerbehinderten Menschen (-0,8 % auf 446 Personen) von den Geschehnissen am Arbeitsmarkt.  

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit/Arbeitslosengeld I) lagen die Arbeitslosenzahlen durchweg unter den monatlichen Vorjahreswerten. Im Jahresschnitt sind die Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vorjahr mit -11,0 % (333 Personen) überdurchschnittlich stark auf 2.705 gesunken.

Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter/Arbeitslosengeld II) ist die Arbeitslosigkeit ebenfalls zurückgegangen. Im Schnitt waren beim Jobcenter Hildesheim 6.193 Arbeitslose im Jahr 2018 gemeldet. Das sind 171 Personen bzw. -2,7% weniger als im Vorjahr.

Der Arbeitskräftebedarf der Unternehmen lag im Jahr 2018 zwar unter dem Vorjahr, aber dennoch auf einem guten Niveau. Arbeitgeber aus dem Landkreis Hildesheim meldeten insgesamt 7.543 neue Stellen. Das waren 838 bzw. -10,6% weniger als im Vorjahr.

 

Landkreis Peine

Der Landkreis Peine verzeichnete die geringste Arbeitslosenquote im Hildesheimer Agenturbezirk. Diese lag mit 4,8% (Vorjahr: 5,3%) deutlich unter dem niedersächsischen Landeswert (5,3%). Im Jahresschnitt sank die Zahl der Arbeitslosen um -302 bzw. -8,1% auf 3.425 Personen.

Von den positiven Entwicklungen haben alle Personengruppen profitiert. Insbesondere hat sich die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen (-16,4 auf 349 Personen) und der Langezeitarbeitslosen (-8,9 % auf 961 Personen) gegenüber Vorjahr deutlich reduziert.

Ein deutlicher Rückgang war im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Peine (Arbeitslosengeld I / Rechtskreis SGB III) zu beobachten. Im Schnitt waren hier 1.180 Personen arbeitslos, -136 bzw. -10,3% weniger als im Vorjahr. Im Jobcenter Peine (optierende Kommune des Landkreis Peine / Arbeitslosengeld II) sank die Arbeitslosigkeit um 166 bzw. -6,9% auf 2.245 Personen.

Der Arbeitskräftebedarf der Unternehmen in Peine im Jahr 2018 war unter dem Niveau des Vorjahres. Arbeitgeber meldeten 2.212 neue Stellen. Das waren -7,9% bzw. -191 weniger als im Jahr 2017 (ohne Daten der optierenden Kommune des Landkreises Peine).

 

Ausblick

„Die aktuelle Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung fällt auch für das Jahr 2019 positiv aus: Neben einem weiteren Zuwachs im Bereich der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wird ein anhaltender Abbau der Arbeitslosigkeit erwartet. Der Aufschwung bleibt, wird aber an Tempo verlieren“, erläutert Beger. „Allerdings wird es immer schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu finden. Daher setzen wir weiterhin auf die berufliche Qualifizierung.“

Chancen bieten aus Sicht von Beger die zwei neuen Gesetze: Das Teilhabechancengesetz eröffnet für diejenigen, die schon lange vergeblich nach Arbeit suchen, eine neue Perspektive und ebnet den Weg in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für die Kunden der Jobcenter.  Das Qualifizierungschancengesetz bietet für Beschäftigte die Möglichkeit der beruflichen Weiterbildung.

Die Arbeitsagenturen führen mit Beginn des kommenden Schuljahres 2019/2020 die lebensbegleitende Berufsberatung ein. „Zu diesem Zweck bieten unsere Beratungsfachkräfte an den allgemeinbildenden Schulen Berufsorientierung bereits ab der 8. Klasse an. An den Gymnasien verstärken unsere Beratungsfachkräfte ihre Präsenz, um das Berufswahlspektrum der jungen Menschen zu erweitern“, erklärt Alexandra Fuchs, Geschäftsführerin Operativ der Arbeitsagentur Hildesheim. 

Obgleich der insgesamt guten Aussichten, gibt es laut den beiden Geschäftsführerinnen der Arbeitsagentur einige Unsicherheiten, etwa mit Blick auf den Handelskonflikt der USA mit China oder dem anstehenden Brexit. Zudem würden sich trotz der robusten Entwicklung in den letzten Jahren zunehmend strukturelle Probleme auf dem Arbeitsmarkt zeigen. Häufig würden Arbeitslose mit ihrer Qualifikation nicht zu den Bedarfen der Betriebe passen. Außerdem fügt Beger hinzu, dass zukünftig die zunehmende Knappheit an Arbeitskräften durch den demografischen Wandel das weitere Wachstum der Beschäftigung begrenzen wird. „Aktuell überlagern die steigende Erwerbsneigung von Frauen und Älteren sowie die Zuwanderung noch den negativen Einfluss des demografischen Wandels.“