29.05.2019 | Presseinfo Nr. 14

Arbeitsmarktbericht Mai 2019

Anzahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk zum Vormonat leicht gestiegen

Der Kreis Peine profitiert gegen den Trend

Anzahl der gemeldeten Arbeitsstellen deutlich gesunken

Gute Aussichten auch auf dem Ausbildungsstellenmarkt
 

Die Arbeitslosenzahlen sind im Mai leicht gestiegen. Im Berichtsmonat waren 11.869 Frauen und Männer im Arbeitsagenturbezirk Hildesheim arbeitslos gemeldet. Das sind 250 (+2,5%) mehr als im April und 469 (-3,8%) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt mit 5,4% nur 0,1% über dem Niveau des Vormonats. Im Mai 2018 lag die Arbeitslosenquote bei 5,6%.

 

Arbeitslose nach Rechtskreisen

Die Zahl der bei den Arbeitsagenturen arbeitslos gemeldeten Menschen im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) ist gegenüber dem Vormonat überdurchschnittlich um 162 auf 3.857 gesunken (-2,1%). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 167 Personen (+4,5%).

Im Bereich der für die Grundsicherung (SGB II) zuständigen Jobcenter ist die Zahl der Arbeitslosen um 375 Personen auf 8.012 leicht angestiegen (+4,9%). Im Vergleich zum Vorjahr waren es jedoch 636 Arbeitslose weniger (-7,4%).

„Aufgrund der gedämpften Konjunktur und der damit geringeren Anzahl von freien Arbeitsstellen konnten im Mai weniger Menschen eine Arbeit aufnehmen“ begründet Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim, die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Neben den Arbeitslosen werden auch Personen erfasst, die z.B. an Maßnahmen der aktiven Arbeitsförderung teilnehmen und deshalb nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind[1]. In den Kreisen Hildesheim und Peine waren im Mai nach vorläufigen Angaben 16.389 Menschen unterbeschäftigt. Das sind +2,3% Personen mehr als im April und +0,1% mehr als im Mai 2018. Dies ist auch auf einen Anstieg im Bereich der Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zurückzuführen. Dazu zählen beispielsweise die Aktivierung und berufliche Eingliederung sowie die berufliche Weiterbildung.

[1]Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Gründungszuschuss etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

Arbeitskräftenachfrage

Als einen Hinweis auf eine gesunkene Dynamik am Arbeitsmarkt bewertet die Vorsitzende der Geschäftsführung u.a. die sinkende Anzahl gemeldeter Arbeitsstellen. Der Bestand an unbesetzten Stellen liegt mit -8,4% (-254) unter den Zahlen des letzten Jahres. Die neu gemeldeten offenen Arbeitsstellen liegen mit -107 (-15,7%) unter dem Aprilwert und mit -389 (-40,4%) deutlich unter den April des Vorjahres.

Parallel dazu wird hierbei auch der stärker steigende Fachkräftemangel in einzelnen Bereichen deutlich. Insbesondere im Handwerk, in den Bereichen Gesundheit, Verkehr, Gebäudereinigung, Mechatronik und im Verkauf können immer weniger Stellen mit Fachkräften besetzt werden. „Das Thema Aus- und Weiterbildung wird immer wichtiger, um einem weiteren Fachkräftemangel entgegenzuwirken.“, so Beger. Aus diesem Grund hat die Agentur für Arbeit ihr Beratungsangebot insbesondere zum seit Januar 2019 geltenden Qualifizierungschancengesetz deutlich erhöht. „Wir bieten sowohl interessierten Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern ausführliche Beratung und Unterstützung bei der gezielten Aus- und Weiterbildung auch in einem laufenden Arbeitsverhältnis an.“, so die Aussage von Beger.

Entwicklungen in den Landkreisen

Im Landkreis Hildesheim waren im Mai 2019 insgesamt 8.690 Menschen arbeitslos. Das sind +4,3% mehr als vor einem Monat und -1,9% weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 5,8 Prozent, vor einem Jahr lag dieser Wert bei 6,0%.

Die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitsagentur (Arbeitslosengeld I) ist leicht um 1,7% (46 Personen) auf 2.728 gegenüber dem Vormonat gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Arbeitslosigkeit um 8,3% (210 Personen) höher.

Im Jobcenter Hildesheim lagen die Arbeitslosenzahlen mit 5.962 Personen deutlich über dem Niveau des Vormonats (+404 bzw. +7,3% ggü. Vormonat). Im Vorjahresvergleich ist allerdings ein Rückgang von 6,0% (380 Personen) zu verzeichnen.

„Trotz der leichten Verlangsamung der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat im Mai 2019 vor allem der Landkreis Peine mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr profitiert“, erklärt Beger die Entwicklung des vergangenen Monats.

Hier ging hier die Zahl der Arbeitslosen um -2,0% im Vergleich zum April zurück und die Gesamtzahl der gemeldeten Arbeitslosen reduzierte sich auf 3.179. Im Vergleich zum Vorjahr ging diese Zahl sogar um -8,6% zurück. Mit 4,4% sinkt die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte und liegt um 0,5 Prozentpunkte deutlich unter dem Vorjahreswert.

Ausbildungsmarkt

Als günstig bewertet Beger die Aussichten auf dem Ausbildungsstellenmarkt. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Hildesheim stehen aktuell 1.165 offene Ausbildungsstellen rund 1.125 Ausbildungsplatzsuchende gegenüber. Damit kommt rein rechnerisch fast eine freie Stelle auf jeden noch unversorgten Bewerber bzw. jede Bewerberin. „Bei der Ausbildungsplatzsuche sollte man sich nicht nur auf einen Traumberuf festzulegen, sondern sich bei der Berufsberatung beraten lassen und zusätzlich unter www.arbeitsagentur.de/bildung im Internet nach Ausbildungsalternativen umzusehen“ appelliert Beger an die Jugendlichen. „Bei infrage kommenden Unternehmen sollten sich die jungen Leute nicht nur schriftlich bewerben, sondern nach Möglichkeit auch ein freiwilliges Praktikum anbieten“ ergänz Beger Ihre Aussage. Dadurch können sich nicht nur die Einstellungschancen erhöhen, sondern auch die eigenen Fähigkeiten und Neigungen für einen Beruf getestet werden.