31.07.2019 | Presseinfo Nr. 21

Arbeitsmarktbericht Juli 2019

Saisonaler Anstieg der Arbeitslosenzahlen

- Zahl der arbeitslosen Jugendlichen steigt saisonbedingt an

- Guten Chancen für Arbeitgeber auf gut ausgebildete Fachkräfte

- Konjunkturelle Abkühlung bei der Arbeitskräftenachfrage spürbar

Im Juli waren 12.157 Frauen und Männer im Arbeitsagenturbezirk Hildesheim arbeitslos gemeldet. Das sind 527 (+4,5%) mehr als im Juni, aber 445 (-3,5%) weniger als vor einem Jahr.

Die Arbeitslosenquote ist um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5% saisonbedingt leicht angestiegen (Vorjahr 5,7%).

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist insbesondere auf verstärkte Arbeitslosmeldungen von jungen Erwachsenen unter 25 Jahren zurückzuführen. Durch das Ende der schulischen und betrieblichen Ausbildungen nimmt gerade in dieser Altersgruppe die Arbeitslosigkeit vorübergehend stark zu, weil ein nahtloser Übergang in eine Beschäftigung oftmals nicht möglich ist. Die Arbeitslosenzahl der Jugendlichen ist im Vergleich zum Vormonat um 275 auf 1.381 gestiegen (+24,9%). Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind 66 junge Menschen weniger arbeitslos gemeldet (-4,6%). Diese Zahlen spiegeln sich vorrangig im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit / Arbeitslosengeld I) wieder.

„Jetzt haben die Betriebe die Chance, frisch und gut ausgebildete Fachkräfte für sich gewinnen zu können“, erklärt Alexandra Fuchs, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Hildesheim. „Eine bessere Möglichkeit, diesen Jugendlichen einen nahtlosen Einstieg in das Berufsleben anzubieten und zugleich den eigenen Fachkräftebedarf für die Zukunft zu decken, gibt es für die ansässigen Unternehmen selten.“

Arbeitslose nach Rechtskreisen

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit / Arbeitslosengeld I) ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 6,2% auf 4.240 Arbeitslose zu verzeichnen. Zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit um +12,6% (476 Personen) angestiegen.

Im Bereich der für die Grundsicherung SGB II (Arbeitslosengeld II) zuständigen Jobcenter ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 51 Personen auf 7.917 Arbeitslose gestiegen (+0,6%). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 693 Arbeitslose weniger (-8,0%).

Arbeitskräftenachfrage

Die Personalnachfrage ist im Juli weiterhin leicht rückläufig. Unternehmen aus dem Agenturbezirk meldeten 666 neu zu besetzende Arbeitsstellen. Das waren 33 Stellen bzw. -4,7% weniger als im Vormonat. „Urlaubsbedingt und aufgrund der Sommerferien bis Mitte August halten sich immer noch viele Betriebe mit neuen Stellenausschreibungen zurück“, erläutert Fuchs.

Als einen Hinweis auf eine abgeschwächte Dynamik am Arbeitsmarkt bewertet die Geschäftsführerin Operativ die sinkende Anzahl gemeldeter Arbeitsstellen im Vergleich zum Vorjahr. Gegenüber dem Juli 2018 sind 218 Stellen weniger gemeldet worden (-24,7%). Seit Jahresbeginn wurden 4.966 neue Stellen gemeldet, das sind 15,3% weniger als im Juli 2018 (-894 Stellen). „Die Arbeitgeber bestimmter Branchen sind aufgrund der anhaltenden konjunkturelle Abkühlung derzeit offenbar etwas vorsichtiger mit Neueinstellungen“ prognostiziert Fuchs. In der langfristigen Betrachtung befinden sich die aktuellen Stellenmeldungen aber weiterhin auf hohem Niveau.

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Neben den Arbeitslosen zählen auch Personen als Unterbeschäftigte, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind. Im Juli waren nach vorläufigen Angaben 16.539 Menschen unterbeschäftigt. Das sind 136 Personen mehr als noch vor einem Jahr (+0,8 %).

Ausbildungsmarkt

Derzeit ist immer noch eine große Anzahl an Jugendlichen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Hildesheim stehen aktuell 860 offene Ausbildungsstellen rund 773 Ausbildungsplatzsuchende gegenüber. „Viele Betrieb konnten ihre Ausbildungsplätze zum 01.08. nicht besetzen und sind bereit, den Ausbildungsbeginn bis zum 01.09. oder max. 01.10.2019 zu verschieben, falls sich noch geeignete und interessierte Jugendliche finden“ berichtet Fuchs.

Die gemeldeten freien Ausbildungsstellen sind zu finden unter http://www.arbeitsagentur.de

Entwicklungen in den Landkreisen

Im Landkreis Hildesheim waren im Juli 8.897 Personen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat waren das 348 Personen mehr (+4,1%). Das Vorjahresniveau wurde weiterhin um -259 Personen (-2,8%) unterschritten. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozentpunkte auf 6,0 % angestiegen (Vorjahr: 6,2%).

Die Arbeitslosigkeit im Bereich der Arbeitsagentur Hildesheim (Arbeitslosengeld I) ist um 13,0% (347 Personen) auf 3.013 gegenüber dem Vormonat und im Vergleich zum Vorjahr um 8,3% (+231 Personen) angestiegen.

Im Jobcenter Hildesheim waren im Juli 5.884 Personen arbeitslos (keine Veränderung zum Vormonat). Im Vergleich zum Juli 2018 ist jedoch eine Reduzierung von -7,7% (-490 Personen) zu verzeichnen.

Im Landkreis Peine fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem übrigen Agenturbezirk prozentual geringfügig stärker aus. Im Juli waren dort 3.260 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einem Anstieg von 179 Personen (+5,8%) gegenüber dem Vormonat. Im Vergleich zum Juli 2018 reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen um 186 Personen (-5,4%). Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 4,5% angestiegen (Vorjahr: 4,8%).