04.11.2019 | Presseinfo Nr. 30

Bilanz zum Ausbildungsmarkt

- Ausbildungsbereitschaft der Betriebe weiterhin hoch
- Reiches Angebot an Ausbildungsberufen im Agenturbezirk
 

Die Arbeitsagentur, das Jobcenter und die Kammern haben große Anstrengungen unternommen, um möglichst vielen jungen Leuten einen Ausbildungsplatz anbieten zu können. Die Bemühungen waren letztlich erfolgreich.

So haben sich von Oktober 2018 bis September 2019 insgesamt 1.866 junge Menschen als Bewerber um eine betriebliche Ausbildungsstelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur und des Jobcenters im Landkreis Hildesheim gemeldet, 167 bzw. 8,2% weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Rückgang beruht vorwiegend auf den Rückgang der Schülerzahlen.

Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen im Landkreis Hildesheim liegt mit 1.790 Ausbildungsstellen unter dem Niveau des Vorjahres (-179 Stellen bzw. -9,1%).

Lediglich 34 Bewerber und Bewerberinnen um einen Ausbildungsplatz blieben Ende September als unversorgt registriert. Demgegenüber stehen noch 99 Ausbildungsstellen, die nicht besetzt werden konnten (Vorjahr: 71). „Rein rechnerisch kommen damit knapp drei Ausbildungsplätze auf einen unvermittelten Jugendlichen. Aus der Sicht der Bewerber ein zufriedenstellendes Verhältnis. Für die Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, ihre freien Ausbildungsplätze zu besetzen. Sie müssen mehr Kompromisse bei den Schulabschlüssen und –noten eingehen und sich als Ausbildungsbetrieb besser präsentieren, um attraktiv für junge Leute zu sein“, erläutert Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim.

Die Industrie- und Handelskammer verzeichnet für den Landkreis Hildesheim 913 neu abgeschlossene Ausbildungsverträge (-68 Verträge bzw. 6,9%). „Damit liegen wir in Hildesheim zwar immer noch auf einem guten Niveau“, erläutert Bernd Feddeck von der Industrie- und Handelskammer Hannover die Zahlen. „Wir müssen den Jugendlichen jedoch noch stärker deutlich machen, welche Chancen Ihnen die duale Ausbildung bietet. Um dies zu ermöglichen, brauchen wir insgesamt noch mehr Engagement in der Berufsorientierung“.

Die Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen verzeichnet ein Plus von 7% (1378) bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen und kann damit seit 2012 das zweitbeste Zwischenergebnis bei den Neuverträgen vermelden. Dazu Jürgen Garms, Geschäftsführer der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen: „Das Handwerk bietet für junge Menschen vielfältige Chancen auch jenseits eines Studiums. Das spricht sich anscheinend langsam wieder herum, auch weil viele Handwerksbetriebe ihr Angebot und dessen Perspektiven deutlich aktiver präsentieren.“

Aktuell laufen die gemeinsamen Nachvermittlungsaktionen von Arbeitsagentur und Kammern. Alle Bewerberinnen und Bewerber, die noch auf der Suche sind, bekommen nun im Zuge der Nachvermittlung ein Angebot.

Um Jugendlichen eine Verbesserung ihrer Chancen für das kommende Jahr zu ermöglichen, stehen der Berufsberatung diverse Maßnahmen zur Verfügung, die zu einer Entspannung auf dem Ausbildungsstellenmarkt beitragen: Im Verlauf des Berufsberatungsjahres standen 185 Plätze für berufsvorbereitende Maßnahmen zur Verfügung. Zusätzlich standen 35 Plätze für außerbetriebliche Berufsausbildungen zur Verfügung.

Erschwert wird im Allgemeinen der Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage, weil die Qualifikationen von Jugendlichen, die in eine duale Berufsausbildung anstreben, aus der Sicht der Betriebe vielfach nicht den betrieblichen Anforderungen entsprechen. Häufig lassen sich diese Probleme – wie die Erfahrungen in der Vergangenheit zeigen - jedoch mit den ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) der Arbeitsagentur lösen. Diese Hilfen standen 144 Auszubildenden zur Verfügung.

An die Betriebe richten die Ausbildungsmarktpartner die Bitte: „Verstärken Sie Ihre bisherigen Ausbildungsanstrengungen und bieten Sie auch vermeintlich schwächeren Bewerber*innen eine Chance durch ein Praktikum, Ihre Fähigkeiten und ungeahnten Talente unter Beweis stellen zu können. So geben wir gemeinsam auch im kommenden Jahr allen interessierten Jugendlichen die Möglichkeit, einen Ausbildungsplatz zu finden.“

„Betriebe sollten für das kommende Ausbildungsjahr frühzeitig mit der Suche beginnen“, ergänzt Evelyne Beger. „Durch die Rückkehr der Gymnasien zum Abitur nach neun Jahren, wird im nächsten Jahr ein Abi-Jahrgang nahezu ausfallen. Das wird zu hoher Konkurrenz und zu weiteren Engpässen bei der Bewerberauswahl führen.“ Daher sollten Unternehmen freie Stellen möglichst jetzt schon dem gemeinsamen Arbeitsgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter melden.

Arbeitgeber können sich bei allen Fragen rund um die Ausbildungsstellenvermittlung an ihren Ansprechpartner bzw. ihre Ansprechpartnerin des gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und des Jobcenters wenden oder die kostenfreie Rufnummer 0800 4 5555 20 anrufen.

Jugendliche können sich im Berufsinformationszentrum (BiZ) in der Hildesheimer Arbeitsagentur, Am Marienfriedhof 3, oder im Internet unter www.arbeitsagentur.de umfassend über alle in Betracht kommenden Berufe und Studiengänge informieren.

Hauptagentur Hildesheim

In Hildesheim waren im Beratungsjahr insgesamt 1.493 Ausbildungsbewerber gemeldet.  Das sind -136 bzw. -8,3% weniger als im Vorjahr. Demgegenüber standen 1.555 gemeldete Ausbildungsstellen (+31 bzw. +2,0% mehr als im Vorjahr).

Die Zahl der am 30.September noch nicht vermittelten Bewerber hat sich mit 28 im Vergleich zum Vorjahr verringert (-6 bzw. -17,6%). Zeitgleich konnten 70 Ausbildungsstellen bis zum Stichtag nicht besetzt werden (+15 bzw. + 27,3% gegenüber dem Vorjahr).

Geschäftsstelle Alfeld

Im Geschäftsstellenbezirk Alfeld nutzten 373 Ausbildungssuchende den Service der Berufsberatung (-31 bzw. -7,7% gegenüber dem Vorjahr). Insgesamt meldeten die Unternehmen aus dem Raum Alfeld 375 Ausbildungsstellen (-3 bzw. -0,8% gegenüber dem Vorjahr). 

Landkreis Peine

Im Bereich der Geschäftsstelle Peine waren 972 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz (-130 bzw. -11,8%). Ihnen standen 465 gemeldete Ausbildungsstellen gegenüber (-54 bzw. -10,4%). Am Ende des Berichtsjahres waren 23 Jugendliche (+5 bzw. +27,8% gegenüber dem Vorjahr) noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Hingegen blieben 24 Ausbildungsstellen unbesetzt (-27 bzw. -52,9%).