02.03.2021 | Presseinfo Nr. 6

Arbeitsmarktbericht Februar 2021

Der Arbeitsmarkt profitiert vom milden Winter
 
- Zusammenspiel zwischen Saison und Kurzarbeit

- Anzeigen und Anträge auf Kurzarbeitergeld auf hohem Niveau
 

Insgesamt waren im Februar 14.101 Personen im Arbeitsagenturbezirk Hildesheim arbeitslos gemeldet. Das sind 159 (+1,1%) mehr als im Januar und +1.950 (+16,0%) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,1% auf 6,4% (Februar 2020: 5,5%).

Nach einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im vergangenen Monat ist die Zahl der Arbeitslosen auch im aktuellen Berichtsmonat geringfügig gestiegen. Die sonst zu dieser Jahreszeit üblichen saisonalen Negativeinflüsse insbesondere aufgrund der witterungsbedingten Einschränkungen sind eher gering ausgefallen. „Das Zusammenspiel der zwei Faktoren Witterung und Kurzarbeitergeld in der Coronakrise erklärt die aktuelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt“, erläutert Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim.

Die Arbeitslosenzahl der unter 25-Jährigen ist verglichen mit dem Vormonat um 97 Personen (+7,7%) auf 1.359 Personen angestiegen. Laut Beger beruht der saisonale Anstieg insbesondere auf dem Ende der 3,5-jährigen Ausbildungen. „Nicht alle jungen Fachkräfte konnten in ihrem Ausbildungsbetrieb eine Anschlussbeschäftigung finden“, so Beger.

Für die angehenden Berufsstarter, die in diesem Jahr die Schule beenden, gilt es nach dem Halbjahreszeugnis an die berufliche Zukunft zu denken. „Wer noch keinen Kontakt zur Berufsberatung aufgenommen hat, sollte dies schnell nachholen“, rät die Agenturchefin. Seit Oktober meldeten die Unternehmen im Agenturbezirk 1.638 Ausbildungsstellen und damit nur -3,0% weniger als im vergangenen Jahr. Gleichzeitig nahmen 1.593 Jugendliche die Unterstützung der Berufsberatung an, -2,7% (-45 Personen) weniger als im Februar des Vorjahres. Einen Termin zur Berufsberatung gibt es auch in Coronazeiten unter der kostenfreien Servicenummer 0800 4 5555 00. „Zusätzlich bieten wir im Rahmen der diesjährigen „Woche der Ausbildung“ vom 10. – 19.03.2021 verschiedene Angebote für Schüler und Eltern zur Unterstützung bei der

Berufsorientierung an. Weitere Informationen dazu sind unter www.arbeitsagentur.de\hildesheim zu finden“ so Beger abschließend.

Kurzarbeit

Die Anzahl von Anzeigen und Anträgen auf Kurzarbeitergeld liegen derzeit wieder auf einem ähnlich hohen Niveau, wie im März 2020. In Folge der Krise haben seit April letzten Jahres 4.946 Unternehmen aus dem Agenturbezirk Hildesheim Kurzarbeit angezeigt (Vorjahreszeitraum: 105 Anzeigen). Die Anzahl der Beschäftigten, die von einem Arbeitsausfall betroffen sein könnten, liegt bei 55.424 Personen (Vorjahr: 1.774 Personen).

Besonders betroffene Branchen: Verarbeitendes Gewerbe (555 Anzeigen), Einzelhandel (546), Gastronomie (462), Baugewerbe (446) und Gesundheitswesen (444).

Im Landkreis Hildesheim ergaben sich bisher 3.527 Anzeigen (Vorjahr 63) auf Kurzarbeit mit max. 38.559 voraussichtlich betroffenen Beschäftigten (Vorjahr 979).

Für den Landkreis Peine lagen 1.421 Anzeigen (Vorjahr 42) von Unternehmen mit max. 16.865 Beschäftigten (Vorjahr 795) vor.

Nach aktuellen, vorläufigen Hochrechnungen ergeben sich folgende Auswertungen zur tatsächlich durchgeführten Kurzarbeit:

Siehe Anlage

Stellenmarkt

Der aktuelle Stellenmarkt zeigt insgesamt einen positiven Trend auf. Die Unternehmen meldeten 724 neue Stellen (+246 bzw. +51,5% zum Vormonat). Im Vergleich zum Vorjahr waren es 12 Stellen weniger (-1,6%). Im Februar waren 2.275 Arbeitsstellen im Bestand des gemeinsamen Arbeitsgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter, 431 (-15,9%) weniger als 2020.

Arbeitslose nach Rechtskreisen

Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III / Arbeitslosengeld I) ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um +30 (+0,5%) auf

5.6(7 gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Anstieg von +1.297 Personen zu verzeichnen (+29,5%).

Im Bereich der für die Grundsicherung (SGB II) zuständigen Jobcenter stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um +129 (+1,6%) auf 8.414 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 653 Arbeitslose mehr (+8,4%).

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Neben den Arbeitslosen zählen auch Personen dazu, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind[1]. Im Februar waren nach vorläufigen Angaben 17.902 Menschen unterbeschäftigt. Das sind 1.307 Personen mehr als vor einem Jahr (+7,9%) und 160 (+0,9%) mehr als im Januar 2021.

[1]Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Gründungszuschuss etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.

[1] Die Statistik über angezeigte Kurzarbeit berichtet über elektronisch erfasste und vorläufig geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit und die darin genannte Personenzahl.

Arbeitslosenzahl: 14.101
ggü. Vormonat: + 159 / + 1,1%
ggü. Vorjahresmonat: + 1.950 / +16,0 %

Arbeitslosenquote (Vorjahreswert) 6,4 % (5,5 %)
Stellenzugang (ggü. Vorjahresmonat): 724 (-1,6 %)
Stellenbestand (ggp. Vorjahresmonat) 2.275 (-15,9 %)

Die Presseinformation inkl. Grafiken