29.01.2021 | Presseinfo Nr. 3

Arbeitsmarktbericht Januar 2021

Arbeitslosigkeit steigt vorrangig saisonbedingt
 

- Arbeitslosenzahlen bisher kaum durch den Lockdown beeinflusst

- Der erwartete Anstieg von Anzeigen und Anträge auf Kurzarbeitgeld ist eingetreten

Insgesamt waren im Januar 13.942 Personen im Arbeitsagenturbezirk Hildesheim arbeitslos gemeldet. Das sind 667 (+5,0%) weniger als im Dezember und +1.994 (+16,7%) mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,3% auf 6,3% (Januar 2020: 5,4%).

„Die aktuellen Arbeitsmarktdaten spiegeln primär die saisonale Entwicklung wider“, erklärt Evelyne Beger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hildesheim. „Durch die erneute Möglichkeit zur Nutzung des Kurzarbeitergeldes blieb die Anzahl der coronabedingten Kündigungen bisher eher auf einem niedrigen Niveau“, bewertet Beger die aktuelle Entwicklung.

Kurzarbeit[1]

In Folge der Krise haben seit März 2020 bisher 4.595 Unternehmen aus dem Agenturbezirk Hildesheim Kurzarbeit angezeigt (Vorjahr: 92 Anzeigen). Die Anzahl der Beschäftigten, welche voraussichtlich von einem Arbeitsausfall betroffen sein können, liegt bei max. 51.457 Personen (Vorjahr: 1.589 Personen).

Besonders betroffen sind weiterhin: Das verarbeitende Gewerbe (524 Anzeigen), die Gastronomie (460 Anzeigen), der Einzelhandel (447 Anzeigen), das Baugewerbe (430 Anzeigen) und das Gesundheitswesen (423 Anzeigen).

Im Landkreis Hildesheim ergaben sich bisher 3.287 Anzeigen (Vorjahr 57) auf Kurzarbeit mit max. 36.602 voraussichtlich betroffenen Beschäftigten (Vorjahr 845).

Für den Landkreis Peine lagen 1.308 Anzeigen (Vorjahr 35) von Unternehmen mit max. 14.855 Beschäftigten (Vorjahr 744) vor.

[1] Die Statistik über angezeigte Kurzarbeit berichtet über elektronisch erfasste und vorläufig geprüfte Anzeigen von Kurzarbeit und die darin genannte Personenzahl.

„Derzeit steigen die Anzeigen bzw. Anträge auf Kurzarbeitergeld ganz deutlich an“ erläutert Beger neuen Zahlen. Der aktuelle Lockdown ist hierbei in vielen Branchen unverkennbar zu spüren. “Das ist für uns auf längere Sicht erst einmal ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass die betroffenen Unternehmen Ihr Personal für die Zeit nach dem Lockdown nach Möglichkeit behalten wollen“ ergänzt Beger.

Stellenmarkt

Auf dem Stellenmarkt waren im Januar die Auswirkungen des verstärkten Lockdowns deutlich zu spüren. Die Unternehmen meldeten 478 neue Stellen (-120 bzw. -20,1% ggü. dem Vormonat). Im Vergleich zum Vorjahr waren es insgesamt 147 Stellen weniger (-23,5%). Im Januar gab es 2.111 Arbeitsstellen im Bestand des gemeinsamen Arbeitsgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter, 512 (-19,5%) weniger als 2020.

Arbeitslose nach Rechtskreisen

Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III / Arbeitslosengeld I) ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um +406 (+7,7%) auf 5.657 gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Anstieg von +1.321 Personen zu verzeichnen (+30,5%).

Im Bereich der für die Grundsicherung (SGB II) zuständigen Jobcenter stieg die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um +261 (+3,3%) auf 8.285 Personen. Im Vergleich zum Vorjahr sind es 673 Arbeitslose mehr (+8,8%).

Unterbeschäftigung

Ergänzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Angaben zur Unterbeschäftigung. Neben den Arbeitslosen zählen auch Personen als Unterbeschäftigte, die nicht als arbeitslos gelten, aber ohne Beschäftigung sind[1]. Im Januar waren nach vorläufigen Angaben 17.797 Menschen unterbeschäftigt. Das sind 1.508 Personen mehr als vor einem Jahr (+9,3%) und 503 (+2,9%) mehr als im Dezember 2020.

[1]Dazu gehören Personen in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Gründungszuschuss etc. Aufgrund der Vorläufigkeit der Daten zur Maßnahmeteilnahme können sich hier in den kommenden Monaten noch Änderungen ergeben. Nicht enthalten sind Beschäftigte in Kurzarbeit, weil diese Daten erst mit mehrmonatiger zeitlicher Verzögerung erhoben werden können.