30.07.2020 | Presseinfo Nr. 43

Der regionale Arbeitsmarkt im Juli 2020

- Arbeitslosigkeit steigt erneut leicht an
- Arbeitslosenquote stagniert bei 2,9 Prozent
- Zahlreiche Ausbildungsplätze noch unbesetzt
- Angebot an offenen Stellen rückläufig

„Der leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit zu Beginn einer zweiten Jahreshälfte, der sich normalerweise durch die Beendigung von Schul- und Ausbildungsverhältnissen begründet und nur vorübergehend ist, trägt heuer vor allem die Handschrift der Pandemie. Neben den unter 25-jährigen sind auch weitere Personenkreise betroffen. Insgesamt liegt die Arbeitslosigkeit weiterhin deutlich über dem Niveau von 2019, allerdings entspricht der monatliche Anstieg von Juni auf Juli nun wieder dem der Vorjahre" fasst Johannes Kolb, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ingolstadt, die Entwicklung für den Juli zusammen.

Zu Beginn der Sommerferien in Bayern waren im Stadtgebiet Ingolstadt und in den Land-kreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen 8.540 Personen arbeitslos gemeldet, 101 mehr als einen Monat zuvor. Der aussagekräftigere Vorjahresvergleich belegt die seit März anhaltende Tendenz: Im Juli 2019 waren 5.458 Bürgerinnen und Bürger betroffen, 3.082 weniger als zum aktuellen Zeitpunkt. Die Arbeitslosenquote beträgt unver-ändert zum Vormonat 2,9 Prozent, vor Jahresfrist lag sie noch bei 1,9 Prozent.

Kurzarbeit

„Insgesamt 4.879 Betriebe haben seit dem Lockdown im März Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Ingolstadt angezeigt und lassen damit sehr deutlich die Auswirkungen der Coronakrise erkennen. Allerdings kamen im Juli mit 92 Anzeigen weit weniger hinzu, als in den Monaten davor. „Wir gehen aktuell davon aus, dass hier der Scheitelpunkt erreicht ist", erklärt der Agenturchef.

Ausbildungsmarkt

Nach wie vor steht für diejenigen, die heuer neu in den Beruf einsteigen wollen, ein sehr breites Spektrum an Ausbildungsplätzen zur Verfügen. 1.310 Lehrstellen in der Region sind für den Start in 2020 noch unbesetzt. Für die, die noch unentschlossen sind, oder noch nicht das Passende gefunden haben, lohnt es sich also, sich weiterhin zu orientieren und zu bewerben. Auch in der Ferienzeit steht für Fragen und Beratung die Hotline der AA Ingolstadt unter 0841 9338-888 zur Verfügung. Telefon: 0841 9338 337 www.arbeitsagentur.de Agentur für Arbeit Ingolstadt • Pressestelle Heydeckplatz 1, 85049 Ingolstadt

Stellensituation

Die Zahl der offenen Stellen liegt im Juli deutlich unter dem Vorjahresniveau. Waren den Vermittlungsfachkräften vor einem Jahr noch insgesamt 4.667 vakante Arbeitsplätze zur Besetzung gemeldet, sind es aktuell noch 3.221. Betroffen sind vor allem die Branchen Arbeit-nehmerüberlassung, verarbeitendes Gewerbe und Gastgewerbe.

Der Arbeitsmarkt im Stadtgebiet Ingolstadt und in den Landkreisen

Im Stadtgebiet Ingolstadt hat sich die Arbeitslosigkeit im zu Ende gehenden Monat nochmals etwas erhöht. Sie stieg im Vergleich zum Juni um 42 auf 3.486 Personen, 1.195 mehr als noch im Vorjahr. Dies ergibt eine aktuelle Arbeitslosenquote von 4,3 Pro-zent (Vormonat: 4,2 Prozent, Vorjahr: 2,8 Prozent). Aktuell gibt es auf der Schanz 1.124 unbesetzte Stellen, 79 weniger als im Vormonat, 571 weniger als im Vorjahr.

Im Landkreis Eichstätt ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Juli leicht gesunken. 1.617 Personen, 10 weniger als im Vormonat aber 596 mehr als im Vorjahr, sind aktuell auf Beschäftigungssuche. Die Arbeitslosenquote beträgt zum Stichtag wie im Vormonat 2,1 Prozent (Vorjahr: 1,3 Prozent). 643 Arbeitsstellen und damit 39 mehr als im Juni und 377 weniger als vor Jahresfrist sind den Vermittlungsfachkräften zur Be-setzung gemeldet.

Der Arbeitsmarkt im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen spürt weiterhin die COVID-19-Krise. Im zu Ende gehenden Berichtsmonat wurden 1.565 Personen als arbeitslos gezählt, 13 mehr als im Vormonat. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der arbeits-losen Landkreisbürgerinnen und -bürger um 546. Die Arbeitslosenquote verblieb wie im Vormonat bei 2,7 Prozent (Vorjahr: 1,8 Prozent).

Der Bestand an vakanten Stellen beträgt 559, was gegenüber dem Vormonat einen ge-ringen Anstieg um sechs, gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 372 bedeutet.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Landkreis Pfaffenhofen ist weiterhin geprägt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Zahl der arbeitslos Gemeldeten er-höhte sich im Juli im Vergleich zum Vormonat um 56 Personen auf 1.872. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von 745 Landkreisbürgerinnen und –bürgern. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 2,5 Prozent (Vormonat: 2,4 Prozent, Vorjahr: 1,5 Prozent).

Das Arbeitsplatzangebot umfasst 895 offenen Stellen, elf weniger als im Vormonat, 126 weniger als vor einem Jahr.