29.07.2021 | Presseinfo Nr. 52

Robuster Arbeitsmarkt im Juli

Märkischer Kreis. Die Arbeitslosigkeit sinkt im Juli entgegen dem saisontypischen Muster.  Insgesamt waren 15.651 Männer und Frauen im Kreis arbeitslos, 56 Personen weniger als im Monat zuvor (-0,4). Die Arbeitskräftenachfrage ist weiterhin auf hohem Niveau: Erneut wurden im Berichtsmonat über 1.000 neue Stellen gemeldet.
 

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Juli 2021 weiter gesunken. Insgesamt waren 15.651 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 56 Personen oder 0,4 Prozent weniger.  Im Vergleich zum Juli des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 3.268 Personen bzw. 17,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juli 6,9 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 8,3 Prozent (-1,4 Prozentpunkte).                                                                          

Langzeitarbeitslosigkeit

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Berichtsmonat gesunken. 7.134 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 88,3 Prozent (6.301 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies -89 Langzeitarbeitslose weniger.  Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 585 Personen.                                                                             

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren in diesem Monat 5.274 Personen arbeitslos gemeldet. Saisontypisch ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 89 Personen bzw. 1,7 Prozent gestiegen. Zu dieser Zeit laufen häufig Arbeitsverträge aus oder Jugendliche werden nach der Ausbildung nicht übernommen. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 2.605 Personen oder 33,1 Prozent.                                                                                

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

Aktuell betreut das Jobcenter Märkischer Kreis in 15.882 Bedarfsgemeinschaften 21.674 erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Die darin enthaltene Zahl der Arbeitslosen ist im Juli deutlich um 145 auf 10.377 Personen zurückgegangen und fällt um 663 Personen geringer aus als vor einem Jahr. „Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften um 4,3 Prozent und die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 4,0 Prozent rückläufig“, berichtet Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis und ergänzt: „Damit bewegen wir uns nunmehr wieder unter dem Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Abgänge in Erwerbstätigkeit deutlich gestiegen. Insgesamt konnten rd. 760 Personen mehr in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden als in den Monaten Januar bis Juli des vergangenen Jahres“.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 1.198 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet (+3 zum Vormonat). Im Bestand befinden sich insgesamt 4.683 offene Stellen, 443 mehr als im Vormonat und 1.406 mehr als im Vorjahresmonat.  Es liegen in diesem Monat Stellenmeldungen aus nahezu jeder Branche vor: Neben dem Gastgewerbe und dem Sozial- und Gesundheitsweisen vor allem aus dem verarbeitenden Gewerbe. "Für unsere Region typisch, gehört hier auch die Zeitarbeit dazu. Gerade jetzt in diesen unsicheren Zeiten, ermöglicht sie für viele Menschen einen Einstieg in das Arbeitsleben", erklärt Sandra Pawlas.                                          

Kurzarbeit

Angezeigte Kurzarbeit

Mit aktuellstem Datenstand für Juni 2021 sind im Märkischen Kreis insgesamt 20 Anzeigen auf Kurzarbeit (alle Anspruchsgrundlagen) für rund 114 Personen eingegangen, das sind 35 Anzeigen weniger als im Monat zuvor.                                                          

Tatsächlich realisierte Kurzarbeit

Nun stehen den Agenturen für Arbeit Daten über die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit im Januar 2021 zur Verfügung. In dem Monat lag der Arbeitsausfall für Personen in Kurzarbeit bei durchschnittlich 42,3 Prozent. Im Januar 2021 haben im Märkischen Kreis insgesamt 2.195 Betriebe für 17.265 Personen Kurzarbeitergeld beantragt. Das waren 1.153 Kurzarbeiter/innen mehr als im Monat zuvor.                                                                      

Zusammenfassung und Einschätzung für die kommenden Monate

„Im saisonalen Verlauf steigt die Arbeitslosigkeit üblicherweise im Juli durchschnittlich um 2 Prozent. Erfreulicherweise sinkt die Arbeitslosigkeit in diesem Jahr und auch die Stellenmeldungen bleiben weiter auf hohem Niveau. Im Bestand befinden sich nun wieder über 4.700 offene Stellen. Das zeigt uns: Unser Arbeitsmarkt ist in robuster und guter Verfassung und bietet vielen Arbeitssuchenden gute Chancen auf eine neue Beschäftigung und so die Möglichkeit, ihre Arbeitslosigkeit zu beenden“, fasst Sandra Pawlas die Entwicklungen am heimischen Arbeitsmarkt für den Monat Juli zusammen.

„Unterstützend“, so Pawlas „wirkt weiterhin das Instrument Kurzarbeit. Hiermit konnten in den vergangenen Monaten viele Menschen in Beschäftigung gehalten werden. Und aktuell ganz wichtig für betroffene Unternehmen: Der Bezug von Kurzarbeitergeld ist auch infolge der aktuellen Hochwasserkatastrophe möglich, wenn Betriebe gänzlich oder nur noch eingeschränkt arbeitsfähig sind. Hierzu stehen unsere Expertinnen und Experten aus dem gemeinsameren Arbeitgeber-Service mit Rat und Tat zur Seite.“

Für die folgenden Monate prognostiziert Pawlas: „Es ist mit Blick auf das pandemische Geschehen und auch die Schäden der Hochwasserkatastrophe bei uns im Kreis kaum abzuschätzen, wie sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten entwickeln wird. Wir unterstützen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichwohl jederzeit mit Förderungen und Qualifizierung um zueinander zu finden.“