29.07.2022 | Presseinfo Nr. 63

Der Arbeitsmarkt im Juli 2022

Märkischer Kreis. Wie bereits im Vormonat ist die Arbeitslosigkeit im Juli gestiegen: Insgesamt waren 14.745 Personen arbeitslos, 702 mehr als im Vormonat, aber 906 weniger als im Juli des letzten Jahres.

Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Juli 2022 gestiegen. Insgesamt waren 14.745 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 702 Personen oder 5,0 Prozent mehr. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 906 Personen bzw. 5,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juli 6,6 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,9 Prozent (-0,3 Prozentpunkte).                                                                                 

Langzeitarbeitslosigkeit

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Berichtsmonat gesunken. 6.315 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 88,0 Prozent (5.559 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 10 Langzeitarbeitslose weniger. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 819 Personen.                                            

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren in diesem Monat 4.614 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 366 Personen bzw. 8,6 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 660 Personen oder 12,5 Prozent.                                                                          

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

Aktuell betreut das Jobcenter Märkischer Kreis in 15.962 Bedarfsgemeinschaften 21.525 erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Gegenüber dem Vormonat hat die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften um 234 und die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 240 Personen aufgrund des weiteren Zugangs geflüchteter Menschen aus der Ukraine zugenommen. Die Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Juli um 336 auf 10.131 Personen und fällt um 246 Personen bzw. um 2,4 Prozent geringer aus als vor einem Jahr.

Stellenangebot

Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 847 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet (-9 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 5.680 offene Stellen, 122 mehr als im Vormonat und 997 mehr als im Vorjahresmonat.                                                                           

Kommentar und Einschätzung für die kommenden Monate

„Die Arbeitslosigkeit ist im Juli gestiegen“, berichtet Stefan Steinkühler, Geschäftsführer Operativ der Iserlohner Arbeitsagentur, und beleuchtet die Gründe für den Anstieg: „Wir sehen auch in diesem Monat den saisonal üblichen Effekt, den wir schon im Juni beobachten konnten. Junge Menschen melden sich in den Sommermonaten übergangsweise arbeitslos nach dem Schulabschluss oder wenn sie nach Beendigung ihrer betrieblichen Ausbildung nicht von ihren ausbildenden Betrieben übernommen wurden. So sind in der Altersgruppe unter 25 Jahren gegenüber Juni 145 Arbeitslose mehr (+15,2 Prozent) gemeldet. Im SGB II Bereich lassen die ukrainischen Geflüchteten den Arbeitslosenbestand deutlich steigen, die seit Juni in die Grundsicherung für Arbeitssuchende einfließen. „Wir möchten diesen Menschen in den nächsten Monaten den Zugang zu Arbeit ermöglichen. Dazu sind zunächst der Erwerb von Deutschkenntnissen und die Qualifizierung wichtige Themen, die wir begleiten“, berichtet Stefan Steinkühler.

Für die Zukunft bleibt abzuwarten, inwieweit Faktoren wie Preissteigerung, Energieknappheit oder Lieferkettenproblematik die wirtschaftliche Entwicklung im Märkischen Kreis dämpfen und sich auf den Arbeitsmarkt auswirken. Trotz des aktuellen Anstiegs liegt die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Vorjahresmonat. Damals waren 15.651 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet.

Die Zurückhaltung der Arbeitgeber aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Situation spiegelt sich wie schon in den Vormonaten beim Melden offener Stellen wider. Im Juli sind 847 neue Stellen hinzugekommen, das sind 9 weniger als im Juni. „Wenn wir uns den Bestand anschauen mit 5.680 offenen Stellen, der gegenüber dem Vormonat überdurchschnittlich gestiegen ist, sehen wir weiterhin eine hohe Nachfrage an Arbeitskräften. Die Chancen der Arbeitssuchenden, eine neue Beschäftigung zu finden, sind unverändert gut“, so Stefan Steinkühler. Gut ausgebildete Fachkräfte werden nach wie vor gesucht, im Märkischen Kreis traditionell besonders im verarbeitenden Gewerbe.

Mit der sich verändernden Arbeitswelt sind Klimawandel, Demografie, Automatisierung, Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Strukturwandel und De-Globalisierung die zentralen Themenfelder, die zu weitreichenden Veränderungsprozessen am Arbeitsplatz führen. Um auch vor diesem Hintergrund den Fachkräftebedarf zu sichern und in der Region gut aufgestellt zu sein, nehmen die Themen Weiterbildung und Qualifizierung einen immer größeren Stellenwert ein. Die Agentur für Arbeit hat sich das Thema „Qualifizierung in der Transformation“ auf die Fahnen geschrieben und startet im August eine Kampagne mit dem Appell an Netzwerkpartner, Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gleichermaßen, die Transformation bzw. die eigene berufliche Zukunft mitzugestalten und verstärkt auf Qualifizierung in der sich verändernden Arbeitswelt zu setzten.