25.08.2022 | Presseinfo Nr. 71

Politik im Gespräch mit Arbeitsagentur und Jobcenter

Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Märkischen Kreis, das Bürgergeld und die Integration der ukrainischen Geflüchteten – über diese Themen hat sich die heimische Bundestagsabgeordnete Bettina Lugk (SPD) bei ihrem Besuch in der Iserlohner Arbeitsagentur mit Agenturchefin Sandra Pawlas und Anna Markmann, Leiterin Jobcenter Märkischer Kreis, ausgetauscht.

Dieser regelmäßige Austausch sei wichtig für die gesellschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen im Märkischen Kreis, besonders in Krisenzeiten, finden die Beteiligten. So bewegten dieses Mal die Auswirkungen der weltwirtschaftlichen Situation wie Lieferengpässe oder die steigenden Gaspreise die Diskussion. Auch die für die Region so einschneidende Brückensperrung war natürlich Thema, denn sie beeinflusst den Arbeits- und Ausbildungsmarkt massiv und verstärkt das Problem, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. „Im Juli kamen auf jeden unversorgten Jugendlichen 2,8 Ausbildungsstellen“, schildert Sandra Pawlas die Situation und führt weiter aus: „Die Gründe sind vielfältig. Durch die Corona-Maßnahmen ist die sonst übliche schulische Berufsorientierung weggefallen, und wir konnten die Jugendlichen nicht optimal in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen. Viele haben den Ausweg darin gesehen, weiter zur Schule zu gehen. Der ohnehin herrschende Trend zur Akademisierung verstärkt sich dadurch zusätzlich und die duale Ausbildung hat zu Unrecht an Ansehen verloren.“ Die Runde ist sich einig: Die duale Ausbildung zu stärken, sei die Basis für die heimische Wirtschaft und trage letztlich zur Fachkräftesicherung bei.

Aktuelles Thema war das geplante Bürgergeld, das ab dem 1. Januar 2023 das Arbeitslosengeld II ablösen soll. „Mit der Sozialreform sollen bürokratische Hürden genommen werden, das Bürgergeld soll bürgerfreundlicher und ein Stück großzügiger sein. Es darf aber das Gerechtigkeitsempfinden jener, die beispielsweise in Vollzeit tätig sind, aber den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, nicht verletzten. Die Reform muss den Bedürfnissen der Arbeitssuchenden auf der einen Seite gerecht werden, muss aber so ausgestaltet sein, dass eine breite Mehrheit der Gesellschaft die Änderungen trägt. Den Jobcentern kommt eine zentrale Rolle zu, wenn es darum geht, neue gesetzliche Regelungen umzusetzen. Das Expertenwissen und die Praxiserfahrung der Mitarbeitenden sind essenzielle Bestandteile dafür, dass die Umstellung gelingt“, so Bettina Lugk. Mit Anna Markmann hat sie eine enge Zusammenarbeit von Politik und Jobcenter verabredet, um die Umsetzung im Märkischen Kreis möglichst reibungslos zu begleiten.

Intensiv ausgetauscht hat sich die Runde über die Integration der geflüchteten Menschen aus der Ukraine. „Wir möchten die Menschen passend zu ihrer Qualifikation in den Arbeitsmarkt vermitteln, eine Win-Win-Situation für Arbeitnehmende und Arbeitgebende“, berichtet Anna Markmann. „In Einzelfällen ist dies bereits gelungen, doch wir sind uns vollkommen bewusst, dass es zunächst darum geht, Sprachkurse und Kinderbetreuung zu vermitteln, damit die Menschen auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Der Spracherwerb, die Anerkennung von Abschlüssen und Qualifizierungen benötigen Zeit, so dass den meisten Bewerberinnen und Bewerber voraussichtlich erst im nächsten Jahr ein Einstieg in Beschäftigung gelingen wird.“

Als Fazit des Zusammentreffens nehmen die Beteiligten mit: Die Schnittmenge der gemeinsamen Themen ist groß, ebenso der Wille, immer mal wieder über den eigenen Tellerrand zu schauen, die Expertise der jeweils anderen Seite einzuholen und so eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zu leben.