01.02.2022 | Presseinfo Nr. 7

Der Arbeitsmarkt im Januar 2022

Märkischer Kreis. Zum Jahresanfang steigt die Arbeitslosigkeit im Kreis in geringem Maße. 14.512 Männer und Frauen waren im Januar arbeitslos, zwar 320 Personen mehr als im Vormonat (+2,3%) aber 16,5 Prozent weniger als im Januar des Vorjahres.

Mit Jahreswechsel steigt die Arbeitslosigkeit in der Region im Januar lediglich um 2,3 Prozent. In den letzten fünf Jahren zuvor lagen die Veränderungen von Dezember auf Januar durchschnittlich bei 5,1 Prozent. „Der Anstieg zu Jahresbeginn fällt in diesem Jahr nur halb so hoch aus wie in den Jahren zuvor. Das zeigt uns, dass der Arbeitsmarkt weiterhin robust reagiert“, erklärt Sandra Pawlas, Chefin der Arbeitsagentur Iserlohn. „Die Aufnahmefähigkeit des Marktes lässt sogar saisonale Effekte schmelzen.“

Arbeitslosigkeit
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Januar 2022 gestiegen. Insgesamt waren 14.512 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 320 Personen oder 2,3 Prozent mehr. Im Vergleich zum Januar des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 2.876 Personen bzw. 16,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Januar 6,4 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 7,6 Prozent (-1,2 Prozentpunkte).

Langzeitarbeitslosigkeit
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Berichtsmonat gestiegen. 6.685 Personen waren länger als ein Jahr nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 88,4 Prozent (5.911 Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates sind dies 2 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser Arbeitslosen damit um 530 Personen.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren in diesem Monat 4.798 Personen gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 228 Personen bzw. 5,0 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Verringerung um 2.072 Personen oder 30,2 Prozent.

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II
Das Jobcenter Märkischer Kreis betreut aktuell in 15.181 Bedarfsgemeinschaften 20.503 erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Die darin enthaltene Zahl der Arbeitslosen erhöhte sich im Januar leicht um 92 auf 9.714 Personen und fällt um 804 Personen bzw. 7,6 Prozent niedriger aus als vor einem Jahr.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist größtenteils auf Zugänge von Personen zurückzuführen, die zuvor von der Agentur für Arbeit betreut wurden und die nunmehr nach Auslaufen des Arbeitslosengeldes I auf Grundsicherungsleistungen des Jobcenters (Arbeitslosengeld II) angewiesen sind“, erläutert Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis.

Stellenangebot
Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 1.005 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet (+106 zum Vormonat). Im Bestand befanden sich insgesamt 5.085 offene Stellen, 35 mehr als im Vormonat und 1.658 mehr als im Vorjahresmonat.

Kurzarbeit
Angezeigte Kurzarbeit
Mit aktuellstem Datenstand für Dezember 2021 sind im Märkischen Kreis insgesamt 84 Anzeigen auf Kurzarbeit (alle Anspruchsgrundlagen) für 1.542 Personen eingegangen, das sind 20 Anzeigen weniger als im Monat zuvor.
Tatsächlich realisierte Kurzarbeit
Nun stehen den Agenturen für Arbeit Daten über die tatsächlich erfolgte Kurzarbeit (alle Anspruchsgrundlagen) im Juli 2021 zur Verfügung. In dem Monat lag der Arbeitsausfall für Personen in Kurzarbeit bei durchschnittlich 34,7 Prozent. Im Juli 2021 haben im Märkischen Kreis insgesamt 761 Betriebe für 4.642 Personen Kurzarbeitergeld beantragt. Das waren 2.031 Kurzarbeiter/innen weniger als im Monat zuvor.
Zum Vergleich: Die bisherigen Höchstwerte wurden zu Beginn der Corona-Pandemie im April 2020 mit 2.958 Betrieben und 39.229 Personen in realisierter Kurzarbeit verzeichnet.

Einschätzung für die kommenden Monate
Insgesamt zeigt sich der Arbeitsmarkt trotz gestiegener Arbeitslosigkeit stabil und aufnahmefähig. „Nur in den konjunkturstarken Jahren war die Anzahl von Arbeitslosen zu Beginn des Jahres geringer,“ resümiert Sandra Pawlas. „Außerdem stabilisiert die Kurzarbeit weiterhin den Arbeitsmarkt in der Region. Um Unternehmen sowie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der andauernden Corona-Pandemie weiterhin zu unterstützen, wurden die Sonderregelungen zur Kurzarbeit nochmals verlängert. Dabei können Unternehmen jetzt besonders profitieren, wenn sie in dieser Zeit ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen. Qualifizierungen können gefördert und die Beiträge zur Sozialversicherung ganz übernommen werden. Kurzarbeit für Qualifizierungen nutzen lohnt sich also für Unternehmen und Beschäftigte“, erklärt Pawlas.
„Pandemiebedingte Einschränkungen und Lieferengpässe beeinträchtigen allerdings weiterhin den Arbeitsmarkt. Außerdem ist noch unklar, inwieweit sich Omikron ausbreitet und wie sich die Brückensperrung auf der A45 auswirkt Das kann die Frühjahrsbelebung belasten. Ich gehe daher davon aus, dass die Arbeitslosenzahlen bis zum Frühjahr zwar sinken, aber etwas moderater verlaufen als die sonst üblichen saisonalen Effekten.“