30.07.2020 | Presseinfo Nr. 43

Der Arbeitsmarkt im Juli 2020

Märkischer Kreis. Kreisweit waren im Juli die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt weiterhin spürbar. Die Arbeitslosigkeit stieg im Statistikmonat Juli um 520 Personen im Vergleich zum Vormonat an (+2,8%). Insgesamt waren 18.919 Personen im Märkischen Kreis arbeitslos gemeldet.  Erste aktuelle Hochrechnungen zeigen, dass im März 2020 rund 1.500 Betriebe mit 16.000 Personen im Märkischen Kreis in Kurzarbeit waren.
 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit - steigende Arbeitslosigkeit, aber unter Krisenniveau

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Juli 2020 erneut gestiegen. Insgesamt waren 18.919 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 520 Personen oder 2,8 Prozent mehr. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 4.573 Personen bzw. 31,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juli 2020 8,3 Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,3 Prozent (+2,0 Prozentpunkte). Im Jahresvergleich zeigt sich, dass die steigende Arbeitslosigkeit noch unter Krisenniveau von 2009 liegt.     Am aktuellen Arbeitsmarkt im Juli macht sich neben den Auswirkungen der Pandemie auch das saisonale Muster – endende befristete Verträge sowie Ende vieler Ausbildungsverhältnisse – bemerkbar.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren in diesem Monat 7.879 Personen arbeitslos gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat um 463 Personen bzw. 6,2 Prozent erhöht. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies einen Anstieg um 2.826 Personen oder 55,9 Prozent.                                             

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

Aktuell betreut das Jobcenter Märkischer Kreis in 16.963 Bedarfsgemeinschaften 22.921 erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Personenzahl um 1.308 bzw. um 6,1 Prozent angestiegen. Die Zahl der Arbeitslosen hat im Juli leicht um 57 auf 11.040 Personen zugenommen und fällt um 1.747 höher aus als vor einem Jahr. „Zwar ist die Anzahl der Bezieher von Grundsicherungsleistungen wie auch die Anzahl der SGB II-Arbeitslosen infolge der Corona-Pandemie deutlich gestiegen, allerdings fällt der Zuwachs durch die Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeld I-Anspruches um drei Monate nicht in dem Umfang aus, wie zunächst zu Beginn der Krise befürchtet“, erläutert Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis.

Kurzarbeit im Märkischen Kreis

Erste Hochrechnungen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit zeigen, dass im März 2020 16.094 Personen Kurzarbeitergeld in 1.546 Betrieben bezogen haben. Im Krisenjahr 2009 waren im Vergleich hierzu im März 675 Betriebe und 20.971 Personen betroffen. Sandra Pawlas erklärt: „Es handelt sich um eine enorm hohe Anzahl betroffener Betriebe und Personen, die nah an der zuvor angezeigten Kurzarbeit liegt. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld ist hoch und hilft vielen Unternehmen aktuell, ihre Beschäftigten zu halten.“  Pawlas erklärt weiter: „Der Vergleich zum Krisenjahr 2009 zeigt, dass im Zuge der aktuellen Corona-Pandemie nahezu jede Branche betroffen ist. Von daher ist die Zahl der Betriebe deutlich höher als 2009, die Anzahl der Personen ist aber geringer.“  Vereinzelt gehen noch neue Anzeigen auf Kurzarbeit ein: Im Juli wurden noch rund 120 neue Anzeigen auf Kurzarbeit mit rund 1.200 betroffenen Personen bei der Agentur für Arbeit Iserlohn gestellt.

Zum Hintergrund:

Wie viele Personen tatsächlich aktuell im Bezug von Kurzarbeitergeld sind, kann auf Grund der flexiblen Ausgestaltung des Instruments Kurzarbeitergeldes nur mit Zeitverzug gesagt werden. Betriebe müssen Kurzarbeit immer vorsorglich bei der Agentur für Arbeit anzeigen. Wird dann tatsächlich kurzgearbeitet, kann der Betrieb innerhalb von drei Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach liegen endgültige Daten dazu vor, wie viele Personen genau kurzgearbeitet haben.

Stellenangebot

Die ersten Lockerungen der Schutzmaßnahmen machen sich bemerkbar- der Stellenmarkt ist wieder leicht in Schwung gekommen: Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Iserlohn und des Jobcenters Märkischer Kreis wurden im Juli 625 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 44 mehr als im Vormonat.  Im Bestand befinden sich insgesamt 3.277 offene Stellen, 225 weniger als im Vormonat und 2.376 weniger als im Vorjahresmonat. 

Einschätzung für die kommenden Monate

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf dem Arbeitsmarkt sind auch im Juli weiter spürbar. Die Arbeitslosigkeit ist erneut gestiegen, ebenfalls wurden vereinzelt noch Anzeigen zu Kurzarbeit gestellt.  „Wir gehen davon aus, dass wir uns auch in den kommenden Monaten auf ähnlichem Niveau bewegen werden. Erste positive Zeichen sind erkennbar - siehe Stellenmarkt - aber es wird nur in sehr kleinen Schritten vorangehen“, fasst Pawlas zusammen und erklärt: „Die hohe Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld bescheinigt uns weiterhin eine hohe Bereitschaft heimischer Betriebe, ihre Beschäftigten zu halten. Viele Unternehmen haben für längere Zeit Kurzarbeit angemeldet. Dies bietet die Chance, ihre Beschäftigten in dieser Zeit zu qualifizieren. Hier möchte ich alle Interessierten ermutigen: Greifen Sie zum Hörer und rufen Sie uns an! Wir stehen in allen Fragen rund um Weiterbildung und Qualifizierung jederzeit gern zur Verfügung.“