01.09.2020 | Presseinfo Nr. 47

Der Arbeitsmarkt im August 2020

Insgesamt waren 18.905 Personen im Märkischen Kreis im August arbeitslos gemeldet (14 Personen weniger im Vergleich zum Vormonat). Aktuelle Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit zeigen, dass im April 2.980 Betriebe mit 37.700 Personen im Märkischen Kreis in Kurzarbeit waren.

 

Entwicklung der Arbeitslosigkeit – erstmals leicht sinkende Arbeitslosigkeit seit Beginn der Pandemie

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Märkischen Kreis im August 2020 erstmals seit Beginn der Pandemie im leicht gesunken. Insgesamt waren 18.905 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des Vormonates sind dies 14 Personen oder 0,1 Prozent weniger.  Im Vergleich zum August des Vorjahres steigt die Zahl der Arbeitslosen um 4.071 Personen bzw. 27,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im August 2020 8,3 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 6,5 Prozent (+1,8 Prozentpunkte).         

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung – SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung werden in diesem Monat 7.942 Personen betreut. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 63 Personen bzw. 0,8 Prozent. Im Vorjahresvergleich bedeutet dies eine Erhöhung um 2.705 Personen oder 51,7 Prozent.                                                                             

Entwicklung in der Grundsicherung – SGB II

Aktuell betreut das Jobcenter Märkischer Kreis 22.755 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in 16.910 Bedarfsgemeinschaften. Gegenüber dem Vormonat ist die Personenzahl um 132 bzw. um 0,6 Prozent angestiegen. Allerdings hat die Zahl der Arbeitslosen im Bereich des SGB II-Leistungsbezuges im Vergleich zum Juli 2020 um 77 auf 10.963 Personen abgenommen. Diese leichte positive Entwicklung ist auf die gestiegene Zahl an Arbeitsaufnahmen zurückzuführen. „Es ist ein vorsichtiger positiver Trend zu erkennen. Ob sich dieser jedoch in den nächsten Monaten fortsetzen kann, ist ungewiss. Insbesondere die Auswirkungen der Corona-

Pandemie und weitere saisonale Faktoren spielen für die weitere Entwicklung des Arbeitsmarktes wesentliche Rollen“, so Volker Riecke, der Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis.

Kurzarbeit im Märkischen Kreis

Aktuelle Hochrechnungen zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit im Märkischen Kreis zeigen, dass im April 2020 37.775 Personen Kurzarbeitergeld in 2.981 Betrieben bezogen haben (im Vergleich März 2020: 16.094 Personen in 1.546 Betrieben). Im Krisenjahr 2009 waren im Vergleich hierzu im April 794 Betriebe und 23.054 Personen betroffen.

Im Märkischen Kreis gibt es 9.779 Betriebe (Stand Dezember 2019), d.h. rund 31 Prozent der Unternehmen aus der Region waren im April in Kurzarbeit.

Sandra Pawlas erklärt: „Während die erste Hälfte des März 2020 noch rege wirtschaftliche Tätigkeit aufwies, waren im April sehr viele Unternehmen direkt oder indirekt durch den Lockdown betroffen. Hier zeigt sich das tatsächliche wirtschaftliche Ausmaß der Pandemie. Durch den kompletten Lockdown waren und sind mehr Branchen bzw. Betriebe betroffen als zur Zeit der Finanzkrise 2009. Diese Faktoren begründen den hohen Anstieg und Verlauf. Erst ab Herbst 2020 erwarten wir erste Rückgänge.“

Aktuell gehen bei der Agentur für Arbeit noch neue Anzeigen auf Kurzarbeit ein: So wurden im Juli 161 Anzeigen, im August noch rund 130 Anzeigen auf Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit Iserlohn gestellt.

Stellenangebot – wieder steigende Arbeitskräftenachfrage

Dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Iserlohn und des Jobcenters Märkischer Kreis wurden im August 710 sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet, 85 mehr als im Vormonat.  Im Bestand befinden sich insgesamt 3.259 offene Stellen, 18 weniger als im Vormonat und 2.096 weniger als im Vorjahresmonat. Gemeldet wurden Stellen aus unterschiedlichen Branchen und Bereichen.

Einschätzung für die kommenden Monate

Die Arbeitslosigkeit ist erstmals seit Beginn der Pandemie leicht gesunken, die Arbeitskräftenachfrage leicht gestiegen und nur noch vereinzelt wurden neue Anzeigen zu Kurzarbeit gestellt. Sandra Pawlas fasst zusammen: „Wir erleben im ersten Monat seit Beginn der Corona-Pandemie erste positive Tendenzen am heimischen Arbeitsmarkt. Mit dem Instrument Kurzarbeitergeld konnten wir in den vergangenen Monaten einen stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern und begrüßen daher die Verlängerung der Kurzarbeit durch die Bundesregierung. Vor allem der Anreiz zur Qualifizierung während der Kurzarbeit ist wichtig - bei einer Verbindung von Kurzarbeit und Qualifizierung können die Sozialbeiträge weiterhin zu 100 Prozent erstattet werden. Hier möchte ich vor allem Arbeitgeber ermutigen: Greifen Sie zum Hörer und rufen Sie uns an! Wir stehen in allen Fragen rund um Weiterbildung und Qualifizierung jederzeit gern zur Verfügung.“