Azubi im Homeoffice

Die Corona-Krise stellt uns alle vor neue Herausforderungen.

Erfahrungsbericht aus dem Homeoffice

Die Corona-Krise stellt uns alle vor neue Herausforderungen. Unsere Gewohnheiten Zuhause, bei der Arbeit und auch in unserer Freizeit werden plötzlich komplett auf den Kopf gestellt. Nichts war mehr so wie vor Corona!
Auch bei den Azubis des IT-Systemhauses der Bundesagentur für Arbeit hat sich einiges geändert, sowohl auf Arbeit als auch in der Berufsschule. Aber so viel lässt sich schon vorwegsagen, es hat zum Großteil alles gut geklappt!


1. Aufgaben im Homeoffice

Im Homeoffice hatten wir genug zu tun. Ein Praktikum in den Abteilungen des IT-Systemhaus war nicht möglich, dafür haben uns unsere Ausbilder Aufgaben zur Verfügung gestellt und standen uns als Ansprechpartner bei Fragen immer zur Seite.

Über Ostern haben wir zum Beispiel die Aufgabe bekommen, eine Firma zu gründen, der Fokus sollte aber nicht nur auf den betriebswirtschaftlichen Aspekten, sondern auf der Informationstechnik liegen. Aufgeteilt in zwei Gruppen ging's los. Meine Gruppe hat sich für die Gründung eines Internetcafés entschieden. Bei der Umsetzung waren wir vollkommen frei, es war Kreativität gefragt. Als Systemadministrator habe ich mir zum Beispiel zu Hause ein Active Directory, also eine Domäne wie in Firmen, aufgebaut und darin die technische Struktur des Internetcafés simuliert. Wir haben durch die Aufgabe viele neue Erfahrungen in der Gruppe gesammelt und unser Wissen praxisnah eingesetzt.

Neben dem Osterprojekt haben wir auch ein Seminar überarbeitet, welches nach der Corona-Zeit von uns für andere Azubis gehalten werden soll. Das Erledigen der Aufgaben kommt also auch den Azubis des nächsten Lehrjahres zugute, und wir haben dadurch etwas, was auch in der Zukunft verwendet werden kann. Die Produktivität war auch im Homeoffice gegeben.


2. Berufsschule

Die Berufsschule fand ebenfalls von zu Hause statt. In der Berufsschule sind wir eine Klasse mit über 30 Schülern, das Einhalten des Sicherheitsabstandes ist da so gut wie unmöglich.

Die meisten Lehrer haben sich Mühe gegeben, den Unterricht digital so gut wie möglich zu gestalten, auch wenn es leider ab und zu technische Probleme gab.

Durch eine Regelung des bayrischen Kultusministeriums war es uns freigestellt, an Leistungsnachweisen teilzunehmen. Erfreulich war, dass der Leistungsnachweis nur gewertet wurde, wenn sich dieser positiv auf das Endergebnis bzw. die Zeugnisnote auswirkt.

Fächer, die nicht prüfungsrelevant sind (Sport und Religion) wurden nur verkürzt oder gar nicht unterrichtet. Das ist eine große Zeitersparnis bei der Vorbereitung auf den nächsten Unterrichtstag, dazu kam bei mir noch eine Zeitersparnis von circa 45 Minuten bei der An- und Abreise. Die Zeitersparnis war, nach meiner Meinung und Erfahrung, ein großes Plus beim Lernen, welches sich auch bei den Ergebnissen der Leistungsnachweise gezeigt hat.

Die Organisation der Berufsschule und des Unterrichtes war größtenteils okay, auch wenn es Absprachen oder Informationen gab, die nochmal kurzfristig geändert wurden oder Lehrer uns unterschiedliche Informationen mittgeteilt haben. Der Arbeitsaufwand war größtenteils auch angemessen, die Einteilung der Zeit zum Erledigen der Aufgaben war flexibel, auch wenn es manchmal zu viele Aufgaben auf einmal gab, die erledigt werden mussten.


3. Kommunikation

Neu war für uns alle, nur über digitale Geräte zu kommunizieren. Bei Besprechungen gab es immer viel zu erzählen, diese waren aber nur ein- bis zweimal am Tag und die Kunst war es, sich auf das Wichtigste zu beschränken. Auch das Nachfragen war nicht so einfach, eine Besprechung über Skype oder Microsoft Teams erfordert eine gewisse Konzentration. Durch die vielen Funktionen, die uns bei diesen Tools ­zur Verfügung standen, hatten wir auch die Möglichkeit, Präsentationen live zu halten oder unser Ergebnis per Bildschirmpräsentation darzustellen. Unsere Ausbilderinnen und Ausbilder standen uns mit Rat und Tat zur Seite, so hat alles gut geklappt.


4. Fazit

Auch wenn die Situation für uns alle neu war und eine Herausforderung darstellte, haben wir diese, denke ich, dennoch gut gemeistert. Durch unseren Ausbildungsbetrieb hatten wir in dieser Zeit immer Unterstützung, wir konnten uns jederzeit an unsere Ausbilder/-innen und Kontaktpersonen wenden. Durch die uns zur Verfügung gestellten und gut organisierten Aufgaben ergab sich ein Mehrwert für unsere Ausbildung, zum einem durch das Arbeiten von zu Hause und zum anderen durch das während unserer Arbeitszeit angeeignete Wissen. Auch die Zusammenarbeit in den Gruppen hat im Großen und Ganzen gut funktioniert.

Die Berufsschule hat ebenfalls versucht, ihr Bestes zu geben.

Passen Sie auf Sich auf und bleiben Sie gesund. Alles Gute für die nächste Zeit.

Viele Grüße

ErDe

Auszubildender im 2. Lehrjahr zum Fachinformatiker Systemintegration im IT-Systemhaus der Bundesagentur für Arbeit

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