Fachinformatiker/-in Daten- und Prozessanalyse – Die neue Ausbildung im IT-Systemhaus

WIR BILDEN AUS!!!

Ist zwar nichts Neues … ABER! ... In einem früheren Artikel haben wir Euch bereits von den neuen Ausbildungsberufen in der IT berichtet. Wir haben unsere Bereiche analysiert und aufgrund der Ergebnisse beschlossen, dass bei uns ein neuer Beruf eingeführt werden soll. Deshalb bilden wir ab September 2021 den/die Fachinformatiker/-in Daten- und Prozessanalyse zusätzlich aus.

Doch was macht man bei dieser Fachrichtung des Fachinformatikers überhaupt?

Das wollen wir in diesem Beitrag genauer beleuchten.


Grundsätzlich ist die neue Fachrichtung den bisherigen Fachrichtungen Anwendungsentwicklung und Systemintegration sehr ähnlich. Die Ausbildung geht für alle über drei Jahre, mit Verkürzungsmöglichkeit bei guter Leistung. Die vermittelten Ausbildungsinhalte und geltenden Rahmenbedingungen sind sogar für alle IT-Berufe zu einem großen Teil identisch.

In der Mitte des zweiten Lehrjahrs schreiben alle IT-Berufe den ersten Teil der Abschlussprüfung, welcher die Kernqualifikationen gleichermaßen abfragt.

Und auch bei uns in internen Seminaren und in der Berufsschule lernen alle zu Beginn dieselben Basics, wie Programmiergrundlagen, Netzwerkadministration und Kundenbeziehungsmanagement.


Nach der Ausbildung ist durch diese breite Wissensbasis gewährleistet, dass zum Beispiel ein Daten- und Prozessanalyst in der Anwendungsentwicklung oder ein Anwendungsentwickler in der Webadministration arbeiten kann. Das nennt man Flexibilität.

Die Fachrichtungsspezialisierung dient allerdings Euren anfänglichen Berufsvorlieben und unterscheidet den Fachinformatiker stärker. Diese Spezialisierung beginnt, in der Theorie, nach der ersten Prüfung im zweiten Lehrjahr und in der Praxis bei uns bereits zu Beginn mit einigen speziellen Seminaren und eigenen Praktikumsbereichen. Durch die Spezialisierungen ergeben sich unterschiedliche, typische Einsatzgebiete für die jeweiligen Fachinformatiker nach der Ausbildung.

Zum Vergleich die Einsatzgebiete unserer Fachinformatiker in vereinfachter Form:

  • Anwendungsentwickler erschaffen eigene Anwendungsprogramme und testen diese auf „Herz und Nieren“.
  • Systemintegratoren installieren und administrieren riesige Serverlandschaften und automatisieren nebenbei immer mehr Arbeiten.
  • Daten- und Prozessanalysten managen große Datenstrukturen und entwickeln Optimierungen für Arbeitsprozesse und die Datenqualität.

Die Spezialisierung der Fachrichtung Daten- und Prozessanalyse umfasst somit genau das, was der Titel sagt, nämlich die Welt der Daten und Prozesse.


Im Datenbereich wird mit großen Datenbanken und Datenmengen im Rahmen von „Big Data“ jongliert. Hier müssen besondere Daten identifiziert, klassifiziert und bereitgestellt werden. Dabei ist es wichtig, stets die Qualität der Daten zu prüfen und diese auch dauerhaft sicherzustellen. Außerdem müssen diese Daten für Andere aufbereitet und zur Verfügung gestellt werden.

Um diese Aufgaben zu meistern, lernt man in der Ausbildung alles rund um das Thema Datenbanken und auch die passenden Datenbanksprachen. Aber auch Anwendungen zur besseren Abfrage von Daten werden von Euch selbst entwickelt.


In der Welt der Prozesse geht es darum, technische Arbeitsabläufe im Rahmen von „ITIL“ oder „agilem Arbeiten“ zu analysieren. Mithilfe verschiedener Analysewerkzeuge werden diese Prozesse bildlich dargestellt und Anforderungen verständlich abgebildet. Historisch gewachsene Geschäftsprozesse können dadurch optimiert und – falls nötig – erneuert werden. Je nach Analysewerkzeug sind auch weitreichende technische Konfigurationen und Entwicklungen nötig, um am Ende eure eigenen Arbeitsabläufe zu erschaffen, die den Anwendern das Arbeitsleben erleichtern.

Wer zwischen den Zeilen liest und sich ein bisschen auskennt, erkennt vielleicht, dass die neue Fachrichtung von den Themen her nichts bahnbrechend Neues ist. Sie ist eher eine gute Mischung der zwei „alten“ Fachrichtungen. Sowohl administrative, wie auch Programmier-Tätigkeiten werden hier gefordert. Wer sich also für keine der alten Welten der Programmierung und Administration entscheiden will, ist vielleicht in der neuen Welt der Daten und Prozesse perfekt aufgehoben.

Und wer bis hier hin gelesen hat und sich von den Daten hier nicht abschrecken lies, der oder die ist vielleicht genau der/die Richtige für diese neue Ausbildung? ;-)