29.07.2021 | Presseinfo Nr. 57

Der Arbeitsmarkt im Juli 2021

  • 7.943 Menschen arbeitslos, 272 weniger als im Juni, 826 weniger als im Juli 2020
  • Arbeitslosenquote sinkt auf 5,2 Prozent
  • Kurzarbeit sichert weiterhin Beschäftigungsverhältnisse
  • weniger Bedarfsgemeinschaften als vor einem Jahr
 
 
„Auch im Juli setzt sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit weiter fort. Die Arbeitgeber halten an ihren Mitarbeitenden fest und stellen auch wieder ein. Das stimmt mich für die weitere Entwicklung der Beschäftigung positiv.“, sagt Stefan Scholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Jena.

 
 

Arbeitsmarktgeschehen im Überblick

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Agenturbezirk Jena weiterhin gesunken, liegt aber weiterhin noch über dem Niveau vor der Pandemie. Im Juli waren 7.943 Arbeitslose gemeldet, 272 (-3,3 Prozent) weniger als im Vormonat und 826 (-9,4 Prozent) weniger als im Juli 2020. So sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat leicht um 0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 5,2 Prozent. Im Vergleich: vor Corona zeigt der Blick auf den Arbeitsmarkt, dass im Juli 2019 rund 400 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen waren.

1.339 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 523 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit, das waren 64 weniger als vor einem Jahr. Die stärksten Personalfreisetzungen erfolgten im zurückliegenden Monat im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen und in Handel/Instandhaltung.

1.582 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 646 eine Erwerbstätigkeit auf, das waren 115 Personen oder rund 22 Prozent mehr als im Vorjahr.


 

Langzeitarbeitslosigkeit steigt weiterhin

Mit Belebung des Arbeitsmarktes haben Kunden mit kurzer Arbeitslosigkeit die größten Integrationschancen. Das hat zur Folge, dass die Langzeitarbeitslosigkeit steigt. Im Juli galten 42 Prozent aller Arbeitslosen als langzeitarbeitslos, weil sie länger als ein Jahr arbeitslos waren. Dahinter standen 3.364 Männer und Frauen. 678 Personen oder 25,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Arbeitskräftenachfrage

Im Juli meldeten regionale Arbeitgeber der Agentur für Arbeit Jena (ohne optierende Kommune) 622 freie Stellen, 29 (4,9 Prozent) mehr als im Juni, aber 153 Stellen (-19,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Aktuell befinden sich damit 2.812 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Kurzarbeit

Im Juli zeigten 6 Unternehmen für 52 Mitarbeiter vorsorglich Kurzarbeit an. Da diese Betriebe Kurzarbeit meist gleich für einen längeren Zeitraum angezeigt haben, sank die Zahl der Neuanzeigen in den letzten Monaten kontinuierlich.

Zuletzt haben im Januar 1.643 Betriebe mit 11.052 Beschäftigten Kurzarbeit tatsächlich abgerechnet. Nach ersten Hochrechnungen nutzten im Februar 1.684 Betriebe mit 11.580 Personen und im März 1.417 Betriebe mit 8.978 Personen Kurzarbeit.

Rechtskreis SGB II

In der Grundsicherung sank die Arbeitslosigkeit im letzten Monat. In den Jobcentern waren 5.099 Personen arbeitslos gemeldet, 100 weniger als im Juni, aber 226 Personen (4,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Im Hinblick auf die Bedarfsgemeinschaften, fiel die Bilanz der Jobcenter im Vergleich zum Vorjahr günstiger aus. Insgesamt waren 8.427 Bedarfsgemeinschaften registriert, 608 (-6,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Die Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger lag mit 10.385 Personen unter dem Vorjahresniveau (-832 Personen; -7,4 Prozent).

Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter Saale-Holzland-Kreis, Jobcenter Saalfeld-Rudolstadt und Jobcenter jenarbeit) wurden 64 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

 

Nach Regionen und Rechtskreisen

Stadt Jena

Die Zahl der Arbeitslosen ist in der Stadt Jena weiter leicht gesunken. Im Juli waren 3.174 Arbeitslose gemeldet, 92 weniger als im Vormonat und 358 weniger als im Juli 2020. So sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozentpunkte und beträgt aktuell 5,6 Prozent.

Ein Blick auf den Arbeitsmarkt vor Corona zeigt, im Juli 2019 waren 151 weniger Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, die Arbeitslosigkeit lag somit rund 5 Prozent niedriger als jetzt.

1.392 Arbeitslose galten als langzeitarbeitslos, da sie bereits länger als ein Jahr ohne Arbeit waren. Das waren 347 Personen oder 33,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.

512 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 209 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit, das waren 18 mehr weniger als im Vormonat, aber 22 weniger als vor einem Jahr.  

Im Gegenzug beendeten 593 Personen ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 234 Personen eine abhängige Erwerbstätigkeit auf, 12 weniger als im Juni, jedoch 34 mehr als vor einem Jahr.

In der Arbeitsagentur waren aktuell 921 Personen gemeldet, 60 weniger als im Juni und 490 (-34,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Durch das Jobcenter jenarbeit wurden 71 Prozent aller Arbeitslosen Das waren im Juli 2.253 Personen, 32 weniger als im Juni, aber 132 Personen (+6,2 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter betreut 3.408 Bedarfsgemeinschaften, 267 (-7,3 Prozent) weniger als vor einem Jahr. 4.353 Menschen bezogen Arbeitslosengeld II, 340 Personen (-7,2 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Von regionalen Unternehmen und Einrichtungen wurden 235 neue Stellen gemeldet, 2 (0,9 Prozent) mehr als im Juni, aber 69 (-22,7 Prozent) weniger als im Vorjahr. Aktuell befinden sich damit für Jena 1.072 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Kurzarbeit

Im Juli gab es kaum Anzeigen auf Kurzarbeit. Zuletzt haben im Januar 619 Betriebe mit 4.504 Beschäftigten Kurzarbeit tatsächlich abgerechnet. Nach ersten Hochrechnungen nutzten im Februar 634 Betriebe mit 4.868 Personen Kurzarbeit.

 

Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Im Juli sank die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis auf 2.959 Personen, 116 (-3,8 Prozent) weniger als im Vormonat und 255 (-7,9 Prozent) weniger als im Juli 2020. Damit sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Prozentpunkte auf 5,5 Prozent.

Ein Blick auf den Arbeitsmarkt vor Corona zeigt, im Juli 2019 waren 151 Menschen weniger von Arbeitslosigkeit betroffen, die Arbeitslosigkeit lag somit rund 5,4 Prozent niedriger als jetzt.

1.248 Arbeitslose galten als langzeitarbeitslos, da sie bereits länger als ein Jahr ohne Arbeit waren. Das waren 236 Personen oder 23,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

488 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 183 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit, das waren 9 mehr als im Vormonat, aber 26 weniger als vor einem Jahr. 

Im Gegenzug beendeten 587 Personen ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 251 Personen eine abhängige Erwerbstätigkeit auf, 54 mehr als vor einem Jahr.

In der Agentur für Arbeit Saalfeld waren im Berichtsmonat 1.178 Arbeitslose gemeldet, 63 (-5,1 Prozent) weniger als im Juni und 325 (-21,6 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Vom Jobcenter Saalfeld-Rudolstadt wurden 60 Prozent aller Arbeitslosen betreut. Im Juli sank die Zahl der Arbeitslosen ggü. Juni um 53 auf 1.781 Personen und lag damit 4,1 Prozent (70 Personen) über dem Niveau des Vorjahres.

Das Jobcenter betreut 3.019 Bedarfsgemeinschaften, 182 (- 5,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Auch die Zahl der Arbeitslosengeld II-Bezieher sank im Jahresvergleich um 238 Personen (-6,1 Prozent) auf aktuell 3.644.
Von regionalen Unternehmen und Einrichtungen wurden 235 Stellen zur Besetzung unterbreitet, 40 Stellen (20,5 Prozent) mehr als im Juni und 38 (19,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Aktuell befinden sich damit für den Landkreis 883 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Kurzarbeit

Im Juli kaum Unternehmen vorsorglich Kurzarbeit an. Da die Betriebe Kurzarbeit meist gleich für einen längeren Zeitraum angezeigt haben, sank die Zahl der Neuanzeigen in den letzten Monaten.

Zuletzt haben im Januar 622 Betriebe mit 4.177 Beschäftigten Kurzarbeit tatsächlich abgerechnet. Nach ersten Hochrechnungen nutzten im Februar

634 Betriebe mit 4.193 Personen Kurzarbeit.

Saale-Holzland-Kreis

Im Juli sank die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis auf 1.810 Personen, 64
(-3,4 Prozent) weniger als im Vormonat und 213 (-10,5 Prozent) weniger als im Juli 2020. So sank die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent.

724 Arbeitslose galten als langzeitarbeitslos, da sie bereits länger als ein Jahr arbeitslos waren. Das waren 95 Personen oder 15,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

339 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 131 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit, das waren 23 mehr als im Vormonat, aber 16 weniger als vor einem Jahr. 

Im Gegenzug beendeten 402 Personen ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 161 Personen eine abhängige Erwerbstätigkeit auf, 21 mehr als im Juni und 27 mehr als vor einem Jahr.

In der Agentur für Arbeit waren aktuell 745 Personen gemeldet, 49 (-6,2 Prozent) weniger als im Juni und 237 (-24,1 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Durch das Jobcenter Saale-Holzland-Kreis wurden 59 Prozent aller Arbeitslosen betreut. Das waren 1.065 Personen, 15 (-1,4 Prozent) weniger als im Juni, aber 24 (2,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter betreute 2.000 Bedarfsgemeinschaften, 159 (-7,4 Prozent) weniger als vor einem Jahr. 2.387 Menschen bezogen Arbeitslosengeld II, das waren 255 Personen (-9,6 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Von regionalen Unternehmen und Einrichtungen wurden 152 neue Stellen gemeldet, 13 Stellen weniger als im Juni und 122 (-44,5 Prozent) weniger als im Vorjahr. Aktuell befinden sich damit für den Saale-Holzland-Kreis 857 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Kurzarbeit

Im Juni zeigten kaum Unternehmen vorsorglich Kurzarbeit an. Da die Betriebe Kurzarbeit meist gleich für einen längeren Zeitraum angezeigt haben, sank die Zahl der Neuanzeigen in den letzten Monaten.

Zuletzt haben im Dezember 402 Betriebe mit 2.371 Beschäftigten Kurzarbeit tatsächlich abgerechnet. Nach ersten Hochrechnungen nutzten im Januar 416 Betriebe mit 2.519 Personen Kurzarbeit.