11.01.2022 | Presseinfo Nr. 2

Jahresrückblick 2021

  • Im Jahresdurchschnitt rund 8.164 Menschen arbeitslos, 210 weniger als 2020
  • Zur Jahresmitte mehr Menschen in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung
  • Arbeitslosenquote 5,3 Prozent
  • hohe Inanspruchnahme Kurzarbeit

„2021 hat sich der Arbeitsmarkt vom Corona-bedingten Einbruch des
Vorjahres wieder erholt. Nachdem das Jahr im Lockdown startete, holte die Konjunktur im Jahresverlauf auf, obwohl sich Material- und Lieferengpässe
bemerkbar machten, die den Aufschwung bremsten. Dennoch erreichten wir mit Blick auf die Arbeitslosigkeit Ende des 3. Quartals annährend das Vorkrisenniveau. Essenziell für diese Entwicklung war die Nutzung von Kurzarbeit, die Entlassungen in großem Umfang verhinderte. Mit Blick auf die gestiegene Arbeitskräfteknappheit versuchten so die regionalen Betriebe, ihre Beschäftigten in der konjunkturellen Schwächephase im Unternehmen zu halten.
2022 rechne ich mit einer Erholung des Arbeitsmarktes, auch wenn die Corona-bedingten Einschränkungen noch einzelne Bereiche belasten werden. Bleiben werden die Herausforderungen der Fachkräfteengpässe, des Strukturwandels und der digitalen Entwicklung. Wir als Arbeitsagentur sind dabei ein wichtiger Partner für Unternehmen und Beschäftigte, besonders, wenn es um das Thema Weiterbildung geht“, sagt Stefan Scholz, Leiter der Ostthüringer Arbeitsagenturen.

Arbeitsmarktgeschehen im Überblick

Im zurückliegenden Jahr waren durchschnittlich 8.164 Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen, 210 bzw. 3 Prozent weniger als im Jahr 2020.

Die jahresdurchschnittliche Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 5,3 Prozent.

Mit 9.204 Arbeitslosen verzeichnete die Arbeitslosigkeit im Februar ihren Höchststand. Am niedrigsten war sie im November mit 7.088 Arbeitslosen.

Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit lagen 2021 unter dem Niveau von 2020.
7.487 Personen meldeten sich nach Entlassung bei der Arbeitsagentur oder im Jobcenter, 1.559 weniger als 2020. Der Arbeitsmarkt war aufnahmefähiger als im Vorjahr, denn 7.469 Menschen meldeten sich aus Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit ab. Das waren 267 Personen oder 4 Prozent mehr als 2021.

Kurzarbeit

Kurzarbeit hat sich weiterhin als wirksames Instrument bewiesen, um Personal in konjunkturell schwierigen Zeiten zu halten. Die regionalen Unternehmen haben nach dem ersten Lock-Down im März 2020 in bisher noch nie dagewesenen Umfang Kurzarbeit genutzt. Auch das Jahr 2021 startete mit einem erneuten Lockdown, sodass im Januar rund 1.600 Betriebe mit 11.000 Mitarbeitern Kurzarbeit in Anspruch nahmen. Das entsprach rund 9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Im Laufe des Sommers 2021 sanken die Kurzarbeiterzahlen, sodass rund 500 Betriebe mit knapp 2.000 Mitarbeitern betroffen waren.

Zum Jahresende gingen bei der Arbeitsagentur wieder mehr Anzeigen auf Kurzarbeit ein, was in verschiedenen Branchen wie beispielsweise im Hotel- und Gastgewerbe auch auf die Einführung der 3 bzw. 2G Regelung zurückzuführen ist.

Nicht alle Unternehmen haben von der vorsorglich angezeigten Kurzarbeit Gebrauch gemacht. Tatsächlich betraf die abgerechnete Kurzarbeit deutlich weniger Beschäftigte. Im Jahr 2021 lag der Höchststand im Monat Februar bei 11.474 Kurzarbeitern, blieb aber deutlich unter den absoluten Höchstwert von April 2020. Damals waren rund 20.000 Beschäftige von Kurzarbeit betroffen, das entsprach rund 17 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Kurzarbeit wurde dabei branchenübergreifend genutzt, schwerpunktmäßig von den am stärksten betroffenen Branchen und Dienstleistungsbetrieben, z.B. das Hotel- und Gastgewerbe und dem Handel. Im verarbeitenden Gewerbe sorgten zunehmend Rohstoff- und Lieferprobleme für den Einsatz von Kurzarbeit.

Beschäftigung und Stellenmarkt

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist wieder leicht gestiegen. Im Juni lag ihre Zahl bei 119.778 und damit um 715 Personen oder 1 Prozent über dem Vorjahreswert.

Am ungünstigsten war die Entwicklung in den Bereichen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen – z.B. Sicherheitsberufe, Verkehr- und Logistik, Reinigung (-361 Personen) und der Landwirtschaft (-124 Personen).

Mehr Beschäftigung verzeichnete hingegen unter anderem das Gesundheitswesen (+289 Personen) sowie die Bereiche Immobilien und freiberufliche Dienstleistungen (+255 Personen) und Information und Kommunikation (+248).

Die Arbeitskräftenachfrage aus Wirtschaft und Verwaltung fiel 2021 geringer aus als im Jahr zuvor. Im Jahresverlauf wurden der Agentur für Arbeit Jena 6.644 Stellen gemeldet, 1.228 oder 16 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand sank ebenfalls um 1.113 auf 2.638 freie Stellen.

Jobcenter

In der Grundsicherung stieg Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr. Von den Jobcentern wurden 5.010 Arbeitslose betreut, 272 mehr als 2021.

Gemeldet waren 8.414 Bedarfsgemeinschaften, 415 (5 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Die Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger lag mit 10.324 Personen unter dem Vorjahresniveau (-589 Personen; -5 Prozent).

Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter Saale-Holzland-Kreis, Jobcenter Saalfeld-Rudolstadt und Jobcenter jenarbeit) wurden 61 Prozent aller Arbeitslosen betreut. 

Ausbildungsstellenmarkt

Von Oktober 2020 bis September 2021 haben sich 1.271 Jugendliche als Bewerber für eine betriebliche Ausbildung bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Jena gemeldet, 1 weniger als im letzten Jahr. Gleichzeitig wurden 1.628 Ausbildungsstellen (davon 1.554 betriebliche) gemeldet, 168 (-9,4 Prozent) weniger als im Beratungsjahr 2019/2020.

Jahresrückblick Stadt Jena

Im Jahresdurchschnitt 2021 waren in der Stadt Jena 3.201 Menschen arbeitslos gemeldet, 79 Personen (2 Prozent) weniger als 2020.

Mit 3.487 Arbeitslosen verzeichnete die Arbeitslosigkeit im Februar ihren Höchststand. Am niedrigsten war sie im Dezember, mit 2.767 Arbeitslosen.

Die Arbeitslosenquote sank zum Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent.

Beschäftigung und Stellenmarkt

In der Stadt Jena stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und lag im Juni bei 58.290. Das waren 910 Beschäftigte mehr als im Vorjahr (2 Prozent).

Am ungünstigsten war die Entwicklung in den Bereichen sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen (-342 Personen), sonstige priv. Dienstleistungen (-55 Personen) und dem Gastgewerbe (-35 Personen).

Mehr Beschäftigung verzeichnete unter anderem die Bereiche Information und Kommunikation (+292 Personen), Immobilien und freiberufliche wissenschaftliche und technische Dienstleistung und das Gesundheitswesen (+204 Personen).

Auf dem Stellenmarkt zeichnete sich eine rückläufige Bewegung ab. Im Jahresverlauf wurden der Agentur für Arbeit Jena 2.830 Stellen gemeldet, 486 oder 14,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand sank ebenfalls um 588 auf 1.025 freie Stellen.

In der Grundsicherung stieg die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr. Im kommunalen Jobcenter jenarbeit waren 2.173 Arbeitslose gemeldet, 147 (7 Prozent) mehr als 2020.

Im Jahresdurchschnitt wurden 3.350 Bedarfsgemeinschaften gezählt, 240 (-7 Prozent) weniger als 2020.

Die Zahl der erwerbsfähigen Arbeitslosengeld II-Empfänger sank um 317 Personen (-7 Prozent) auf 4.248.

Kurzarbeit

Kurzarbeit hat sich weiterhin als wirksames Instrument bewiesen, um Personal in konjunkturell schwierigen Zeiten zu halten. Das Jahr 2021 startete im Lockdown, sodass sich im Januar rund 620 Betriebe mit 4.500 Mitarbeitern in Kurzarbeit befanden. Das entsprach rund 9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Jena. Im Laufe des Sommers 2021 sanken die Kurzarbeiterzahlen, sodass zuletzt (Juli 2021) 195 Betriebe mit rund 820 Mitarbeitern betroffen waren.

Zum Jahresende gingen bei der Arbeitsagentur wieder mehr Anzeigen auf Kurzarbeit ein.

Jahresrückblick Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

Im Jahresdurchschnitt 2021 waren im Landkreis 3.055 Menschen arbeitslos gemeldet, 56 Personen (2 Prozent) weniger als 2020. Der niedrigste Wert wurde dabei im November mit 2.625 Personen, gemessen. Mit 3.492 Arbeitslosen verzeichnete die Arbeitslosigkeit im Februar ihren Höchststand. Die Arbeitslosenquote sank zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent.

Beschäftigung und Stellenmarkt

In Saalfeld-Rudolstadt sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zur Jahresmitte auf 34.611 Personen. Das waren 195 Personen (-1 Prozent) weniger als im Juni 2020.

Am ungünstigsten war die Entwicklung in den Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes (-232), hier besonders in der Metall-Elektro- und Stahlindustrie, sonstige Dienstleistungen (-45 Personen) und Information und Kommunikation (-40)

Mehr Beschäftigung verzeichnete unter anderem die Bereiche Heime und Sozialwesen (+93), das Gesundheitswesen (+75) und die Arbeitnehmerüberlassung (+25).

Im Jahresverlauf wurden der Agentur für Arbeit 1.989 Stellen gemeldet, 195 oder 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand sank um 290 auf 787 freie Stellen.

In der Grundsicherung stieg die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr. Im Jobcenter Saalfeld-Rudolstadt waren 1.765 Arbeitslose gemeldet, 74 (4 Prozent) mehr als 2020. Im Jahresdurchschnitt wurden 3.070 Bedarfsgemeinschaften betreut, 74 (-2 Prozent) weniger als 2020.

Die Zahl der erwerbsfähigen Arbeitslosengeld II-Empfänger sank um 106 Personen (-3 Prozent) auf 3.693.

Kurzarbeit

Kurzarbeit hat sich weiterhin als wirksames Instrument bewiesen, um Personal in konjunkturell schwierigen Zeiten zu halten. Das Jahr 2021 startete im Lockdown, sodass sich im Januar rund 620 Betriebe mit 4.200 Mitarbeitern in Kurzarbeit befanden. Das entsprach rund 12 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis. Im Laufe des Sommers 2021 sanken die Kurzarbeiterzahlen, sodass zuletzt (Juli 2021) 266 Betriebe mit rund 1170 Mitarbeitern betroffen waren.

Zum Jahresende gingen bei der Arbeitsagentur wieder mehr Anzeigen auf Kurzar-beit ein.  

Jahresrückblick Saale-Holzland-Kreis

Im Jahresdurchschnitt 2021 waren im Landkreis 1.909 Menschen arbeitslos gemeldet, 76 Personen (4 Prozent) mehr als 2020. Der niedrigste Wert wurde dabei im November mit 1.632 Personen, gemessen. Mit 2.225 Arbeitslosen verzeichnete die Arbeitslosigkeit im Februar ihren Höchststand. Die Arbeitslosenquote sank zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent.

Beschäftigung und Stellenmarkt

Saale-Holzland-Kreis blieb die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit 26.877 Personen stabil.

Am ungünstigsten war die Entwicklung in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (-90 Personen), Verkehr und Lagerei (-71 Personen) und dem Baugewerbe (-38).

Mehr Beschäftigung verzeichnete unter anderem das Verarbeitendes Gewerbe (+192), der Bereich Herstellung von Konsumgütern (+191 Personen) sowie die Arbeitnehmerüberlassung (+46 Personen). 

Im Jahresverlauf wurden der Agentur für Arbeit 1.825 Stellen gemeldet, 547 oder 23 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stellenbestand sank ebenfalls um 235 auf 826 freie Stellen.

In der Grundsicherung stieg die Arbeitslosigkeit im vergangenen Jahr. Im Jobcenter Saale-Holzland-Kreis waren 1.072 Arbeitslose gemeldet, 50 (5 Prozent) mehr als 2020. Im Jahresdurchschnitt wurden 1.994 Bedarfsgemeinschaften gezählt, 101
(-5 Prozent) weniger als 2020.

Die Zahl der erwerbsfähigen Arbeitslosengeld II-Empfänger sank um 166 Personen
(-7 Prozent) auf 2.383.

Kurzarbeit

Kurzarbeit hat sich weiterhin als wirksames Instrument erwiesen, um Personal in konjunkturell schwierigen Zeiten zu halten. Das Jahr 2021 startete im Lockdown, sodass sich im Januar rund 400 Betriebe mit 2.370 Mitarbeitern in Kurzarbeit befanden. Das entsprach rund 9 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis. Im Laufe des Sommers 2021 sanken die Kurzarbeiterzahlen, sodass zuletzt (Juli 2021) 150 Betriebe mit rund 570 Mitarbeitern betroffen waren.

Zum Jahresende gingen bei der Arbeitsagentur wieder mehr Anzeigen auf Kurzar-beit ein.