29.10.2020 | Presseinfo Nr. 71

Ausbildungsmarktbilanz am Ende des Berufsbe-ratungsjahres 2019/2020

• mehr Jugendliche auf Ausbildungssuche

• weniger Ausbildungsangebote als im Vorjahr

• 303 Ausbildungsstellen noch unbesetzt

• 109 Jugendliche haben keinen Ausbildungsplatz gefunden
 

„Jugendliche hatten mitunter einen schwereren Start ins Berufsleben, da Bewerbungsverfahren aufgrund Corona und Kurzarbeit in vielen Unternehmen länger als üblich dauerten. Hinzu kam, dass kaum Ausbildungsmessen stattgefunden haben und so der direkte Kontakt zu den Unternehmen fehlte“, sagte Franziska Exner, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Jena.  „Noch immer vermitteln wir Jugendliche auf freie Lehrstellen, denn ein verspäteter Start in die Ausbildung ist bis Jahresende durchaus möglich.“

Bilanz

Von Oktober 2019 bis September 2020 haben sich 1.272 Jugendliche als Bewerber für eine betriebliche Ausbildung bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Jena gemeldet, 46 (3,8 Prozent) mehr als im letzten Jahr. Gleichzeitig wurden 1.796 Ausbildungsstellen (davon 1.726 betriebliche) gemeldet, 175 (-8,9 Prozent) weniger als
im Beratungsjahr 2018/2019.

Rund 44 Prozent der gemeldeten Bewerber verfügen über einen mittleren Bildungsabschluss. 21 Prozent haben einen Hauptschulabschluss. Die Zahl der Schüler, die über die Fachhochschul- oder Hochschulreife besitzen, beträgt 25 Prozent. Die restlichen Bewerber haben keinen Schulabschluss oder haben dazu keine Angabe gemacht.
Rund die Hälfte der ausbildungssuchenden Jugendlichen hat die Schule im aktuellen Berufsberatungsjahr beendet, die Übrigen schon vor längerer Zeit.

Bewerber orientierten sich am Ausbildungsmarkt

Bei ihren Berufswünschen orientierten sich die Jugendlichen an den Entwicklungen des Arbeits- und Ausbildungsmarktes. Im Einzelnen betrachtet, konzentrierten sich 34 Prozent aller Bewerberwünsche auf zehn Ausbildungsberufe. Unter den zehn am häufigsten angebotenen Ausbildungsstellen sind sechs Berufsbilder, die auch von den Jugendlichen am stärksten nachgefragt wurden.

Die Top 10 der Berufswünsche der Jugendlichen sind:

Verkäufer/in, Kaufmann/-frau – Büromanagement, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Kfz-mechatroniker/in - PKW-Technik, Fachlagerist/in, Medizinische/r Fachangestellte/r, Tischler/in, Industriekaufmann/-frau, Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung und Mechatroniker/in.

Verbleib der Bewerber

Von den 1.272 Bewerbern begannen 653 eine Berufsausbildung (51,3 Prozent). 109 besuchen weiter die Schule (8,6 Prozent), 115 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf (9 Prozent), 29 begannen eine Fördermaßnahme zur Berufsvorbereitung oder Einstiegsqualifizierung (2,3 Prozent), 43 nahmen ein Studium auf (3,4 Prozent) und 28 leisten gemeinnützige/soziale Dienste (2,2 Prozent). Der Rest meldete sich ohne Angabe ihres Verbleibs ab.

Unvermittelte Bewerber

Bis zum Ende des Berichtsjahres fanden 109 Bewerber (78 Jungen, 31 Mädchen) keinen Ausbildungsplatz und auch keine andere Alternative. Von diesen Bewerbern sind rund 30 Prozent älter als 25 Jahre. Die Agentur für Arbeit wird gemeinsam mit den Kammern nichts unversucht lassen, diese Jugendlichen noch in eine Ausbildung zu vermitteln.

36 Prozent der unversorgten Bewerber verfügt über einen Realschulabschluss, 25 Prozent über den Hauptschulabschluss, 28 Prozent haben sogar die Fachhochschul- oder Hochschulreife. Die restlichen Bewerber verließen die Schule ohne Abschluss oder machten keine Angabe.

Arbeitgeber meldeten weniger Ausbildungsstellen

Von regionalen Unternehmen wurden der Agentur für Arbeit Jena 1.726 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet, 193 (-10,1 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Hinzu kommen 70 außerbetriebliche Berufsausbildungsstellen, sodass insgesamt 1.796 Ausbildungsstellen zur Verfügung standen.

 

Die Top 10 der gemeldeten Ausbildungsstellen:

Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau – Büromanagement, Industriemechaniker/in, Mechatroniker/in, Industriekaufmann/-frau, Koch/Köchin, Kfz-mechatroniker/in - PKW-Technik, Fachkraft – Lagerlogistik und Zerspanungsmechaniker/in.

303 Ausbildungsstellen blieben unbesetzt

Am 30. September 2020 galten 303 (Vorjahr: 257) Ausbildungsstellen noch als unbesetzt. Die meisten Stellen blieben in den Berufen Tierwirt/in – Rinderhaltung, Zerspanungsmechaniker/in, Koch/Köchin, Verkäufer/in und Fachkraft Lagerlogistik frei.

Regionale Betrachtung

Stadt Jena:

Die Berufsberatung der Arbeitsagentur unterstützte im vergangenen Berufsberatungsjahr (2019/2020) 438 Jugendliche bei der Ausbildungssuche. Das waren 25 mehr als vor einem Jahr (+6,1 Prozent).

Die Unternehmen meldeten der Agentur für Arbeit 586 betriebliche Ausbildungsstellen, 126 weniger als im Vorjahr. Hinzu kommen 32 außerbetriebliche Ausbildungsstellen. Die Ausbildungsstellen/Bewerber-Relation beträgt somit aktuell (1,41:1).

Besonders viele Stellen wurden für die Berufe Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Kaufmann/-frau – Büromanagement, Verkäufer/in, Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r, Koch/Köchin, Mechatroniker/in, Medizinische/r Fachangestellte/r, Feinoptiker/in, Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung und Bankkaufmann/-frau gemeldet.

Auffallend ist, dass in Jena besonders viele Bewerber über höhere Schulabschlüsse verfügen. So haben rund 36 Prozent der gemeldeten Bewerber Abitur oder die Fachhochschulreife, dieser Anteil liegt deutlich über dem Agenturdurchschnitt von rund 25 Prozent. Knapp 34 Prozent verfügen über einen Realschulabschluss und 21 Prozent haben den Hauptschulabschluss erlangt. 6 Prozent haben keinen Schulabschluss.

Verbleib der Bewerber

368 gemeldete Bewerber galten zum Ende des Beratungsjahres als versorgt. 162 begannen eine Berufsausbildung, 50 nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 12 absolvieren gemeinnützige soziale Dienste, 35 entschieden sich für einen weiteren Schulbesuch, und 18 nahmen ein Studium auf. Die übrigen Personen meldeten sich ohne Angabe ihres Verbleibs ab.

Zum Ende des Beratungsjahres hatten in der Stadt Jena noch 70 Bewerber (53 Jungen, 17 Mädchen) keinen Ausbildungsplatz gefunden. Die Agentur für Arbeit wird gemeinsam mit den Kammern nichts unversucht lassen, diese Jugendlichen noch in eine Ausbildung zu vermitteln.

Im Gegenzug blieben 69 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Die Top 10 der Berufswünsche waren: Kaufmann/-frau – Büromanagement, Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Tischler/in, Industriekaufmann/frau, Medizinische/r Fachangestellte/r, Kfz-mechatroniker/in - PKW-Technik, Fachinformatiker/in – Systemintegration, Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung, Immobilienkaufmann/-frau

Kreis Saalfeld-Rudolstadt

Die Berufsberatung der Arbeitsagentur unterstützte im vergangenen Berufsberatungsjahr (2019/2020) 485 Jugendliche bei der Ausbildungssuche. Das waren 46 weniger als vor einem Jahr (-8,7 Prozent).

Die Unternehmen meldeten der Agentur für Arbeit 591 betriebliche Ausbildungsstellen, 9 weniger als im Vorjahr. Hinzu kommen 38 außerbetriebliche Ausbildungsstellen. Das Verhältnis freier Ausbildungsstellen zu Bewerbern betrug 1,3:1.

Die meisten Ausbildungsstellen standen in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Verkäufer/in, Industriemechaniker/in, Zerspanungsmechaniker/in, Landwirt/in, Kfz-mechatroniker/in, Kaufmann/-frau – Büromanagement, Glasapparatebauer/in, Elektroniker/in –Energie-/Gebäudetechnik

47 Prozent der gemeldeten Bewerber verfügen über den Realschulabschluss, rund 22 Prozent über die Fachhochschul- bzw. Hochschulreife und etwa 22 Prozent über den Hauptschulabschluss. Die restlichen Bewerber machten keine Angaben.

Verbleib der Bewerber

274 Jugendliche begannen eine Ausbildung. Die restlichen Bewerber fanden andere Möglichkeiten ihre Zukunft zu gestalten, z.B. durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (34 Personen), gemeinnützige soziale Dienste (10 Personen), ein Studium (17 Personen) oder einen weiteren Schulbesuch (50 Personen). Die übrigen Bewerber meldeten sich ohne Angabe ihres Verbleibs ab.

Zum Ende des Beratungsjahres hatten noch 16 Bewerber (10 Jungen, 6 Mädchen) keinen Ausbildungsplatz gefunden. Die Agentur für Arbeit wird gemeinsam mit den Kammern nichts unversucht lassen, diese Jugendlichen noch in eine Ausbildung zu vermitteln.

Im Gegenzug blieben 95 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Die Top 10 der Berufswünsche waren: Verkäufer/in, Kaufmann/-frau – Büromanagement, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Kfz-mechatroniker/in - PKW-Technik, Industriemechaniker/in, Verwaltungsfachangestellte Kommunalverwaltung, Fachlagerist/in, Industriekaufmann/frau, Maschinen- und Anlagenfahrer, Tischler/in.

Saale-Holzland-Kreis

Die Berufsberatung der Arbeitsagentur unterstützte im vergangenen Berufsberatungsjahr (2019/2020) 349 Jugendliche bei der Ausbildungssuche. Das waren 67 mehr als vor einem Jahr (23,8 Prozent).

Die Unternehmen meldeten der Agentur für Arbeit 549 betriebliche Ausbildungsstellen, 54 weniger als im Vorjahr. Das Verhältnis freier Ausbildungsstellen zu Bewerbern betrug 1,57:1

Die meisten Ausbildungsstellen standen in den Berufen Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Industriemechaniker/in, Mechatroniker/in, Gießereimechaniker/in, Verkäufer/in, Fachkraft – Lagerlogistik, Industriekaufmann/-frau, Tierwirt/in – Rinderhaltung, Landwirt/in, Elektroniker/in –Energie-/Gebäudetechnik.

Die meisten Bewerber im Saale-Holzland-Kreis verfügen über den Realschulabschluss (53 Prozent). 17 Prozent über Fachhochschul- bzw. Hochschulreife, 21 Prozent über den Hauptschulabschluss.
1 Prozent hat keinen Schulabschluss, die restlichen machten dazu keine Angabe.

Verbleib der Bewerber

217 Bewerber begannen eine Ausbildung. Die restlichen Bewerber fanden andere Möglichkeiten ihre Zukunft zu gestalten, z.B. durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (31 Personen), gemeinnützige soziale Dienste (6 Personen), ein Studium (8 Personen) oder ein weiterer Schulbesuch (24 Personen). Die übrigen Bewerber meldeten sich ohne Angabe ihres Verbleibs ab.

Zum Ende des Beratungsjahres hatten noch 23 Bewerber (15 Jungen, 8 Mädchen) keinen Ausbildungsplatz gefunden. Die Agentur für Arbeit wird gemeinsam mit den Kammern nichts unversucht lassen, diese Jugendlichen noch in eine Ausbildung zu vermitteln.

Im Gegenzug blieben 139 Ausbildungsstellen unbesetzt.

Die Top 10 der Berufswünsche waren: Verkäufer/in, Kaufmann/-frau im Einzelhandel, Kaufmann/-frau – Büromanagement, Fachlagerist/in, Mechatroniker/in, Medizinische/r Fachangestellte/r, Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung, Verwaltungsfachangestellte/r Kommunalverwaltung, Mediengestalter Digital und Print, Immobilienkaufmann/-frau.