01.12.2020 | Presseinfo Nr. 74

Der Arbeitsmarkt im November 2020

8.199 Menschen arbeitslos, 155 weniger als im Oktober aber 1.152 mehr als im November 2019

Arbeitslosenquote sinkt im Vergleich zu Oktober auf 5,4 Prozent

Kurzarbeit weiterhin auf hohem Niveau

weniger Arbeitslosengeld II-Empfänger als vor einem Jahr
 

„Das stabile Wetter ließ weiterhin Arbeiten in Außenberufen zu, sodass abermals weniger Menschen arbeitslos waren, als im Oktober. Die Auswirkungen der Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen ließen die Anzeigen auf Kurzarbeit wieder steigen. Ich kann nur allen Betrieben empfehlen, weiterhin die Möglichkeiten der Kurzarbeit und die von der Bunderegierung bereitgestellten Unternehmenshilfen zu nutzen, um ihre gut eingearbeiteten Fachkräfte im Unternehmen zu halten“, sagt Irena Michel, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Jena.

Arbeitsmarktgeschehen im Überblick

Im November sank die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zu Oktober um 155 (-1,9 Prozent) auf 8.199 Personen. Zum Vorjahr betrug der Anstieg 16,3 Prozent, dahinter stehen 1.152 Personen.  Die Arbeitslosenquote stieg im Vorjahresvergleich um 0,8 Prozentpunkte und beträgt aktuell 5,4 Prozent.

1.485 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 679 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 17 Personen meldeten sich aus Ausbildung arbeitslos.  

Nahezu alle Wirtschaftsbereiche sind betroffen. Die höchsten Zugänge in Arbeitslosigkeit kamen aus dem Verarbeitenden Gewerbe, dem Handel, dem Gastgewerbe und der Zeitarbeit.

1.636 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 634 eine Erwerbstätigkeit auf, das waren 40 mehr als im vergangenen Jahr.

Arbeitskräftenachfrage

Im Oktober meldeten regionale Arbeitgeber der Agentur für Arbeit Jena (ohne optierende Kommune) 574 Stellen zur Besetzung. 109 mehr als im Oktober, aber 53 Stellen (8,5 Prozent) weniger als vor einem Jahr.  

Kurzarbeit

Im November zeigten 214 Unternehmen Kurzarbeit für 1.859 Personen an.

Die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit im März und April haben die Auswirkungen der Coronakrise auf das Arbeitsvolumen in den regionalen Betrieben deutlich gemacht. Da diese Betriebe Kurzarbeit meist gleich für einen längeren Zeitraum angezeigt haben, gab es in den Folgemonaten deutlich weniger Neuanzeigen.

Im Mai haben 2.147 Betriebe mit 19.467 Beschäftigten Kurzarbeit in Anspruch genommen.

Im März waren es 1.403 Betriebe für 8.857 Mitarbeiter und im April 2.406 Betriebe für 20.028 Beschäftigte die Kurzarbeit tatsächlich genutzt haben.

Nach ersten Hochrechnungen nutzten im Juni 1.629 Betriebe mit 14.082 Personen und im Juli 1.258 Betriebe mit 9.664 Personen Kurzarbeit.

Rechtskreis SGB II

Die Bilanz der Jobcenter fiel im Vergleich zum Vorjahr günstiger aus. Insgesamt waren 8.467 Bedarfsgemeinschaften registriert, 355 (-4 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Die Zahl der Arbeitslosengeld II-Empfänger lag mit 10.474 Personen unter dem Vorjahresniveau (-418 Personen; -3,8 Prozent).

Durch die Träger der Grundsicherung (Jobcenter Saale-Holzland-Kreis, Jobcenter Saalfeld-Rudolstadt und Jobcenter jenarbeit) werden 56 Prozent aller Arbeitslosen betreut.

 

Nach Regionen und Rechtskreisen

Stadt Jena


3.278 Frauen und Männer waren im November 2020 arbeitslos, 103 (-3 Prozent) weniger als im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 495 Personen (17,8 Prozent).

Die Arbeitslosenquote sank ggü. Oktober sank um -0,2 Prozentpunkt auf 5,8 Prozent, im Vorjahr betrug sie 5 Prozent.

553 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 238 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit.

Im Gegenzug beendeten 642 Personen ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 247 Personen eine abhängige Erwerbstätigkeit auf.

Im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) waren aktuell 1.221 Personen gemeldet, 35 weniger als im Oktober, aber 231 (23,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

63 Prozent aller Arbeitslosen werden vom Jobcenter betreut.

Im Rechtskreis SGB II - in Betreuung durch das Jobcenter jenarbeit - waren 2.057 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen, 68 weniger als im Oktober, aber 264 Personen (14,7 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

Das Jobcenter betreut 3.458 Bedarfsgemeinschaften, 119 (-3,3 Prozent) weniger als vor einem Jahr. 4.439 Menschen bezogen Arbeitslosengeld II, 105 Personen (2,3 Prozent) weniger als im Vorjahr.

Von regionalen Unternehmen und Einrichtungen wurden 227 neue Stellen gemeldet, 52 (29,7 Prozent) mehr als im Oktober, aber 52 (-18,6 Prozent) weniger als im Vorjahr. Aktuell befinden sich damit für Jena 1.096 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Kurzarbeit

Im November zeigten 77 Unternehmen Kurzarbeit für 532 Personen an.

Die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit im März und April haben die Auswirkungen der Coronakrise auf das Arbeitsvolumen in den regionalen Betrieben deutlich gemacht. Da diese Betriebe Kurzarbeit meist gleich für einen längeren Zeitraum angezeigt haben, gab es in den Folgemonaten deutlich weniger Neuanzeigen.

Im Mai haben 802 Betriebe mit 8.432 Beschäftigten Kurzarbeit in Anspruch genommen. Im März waren es 554 Betriebe für 3.233 Mitarbeiter und im April 895 Betriebe für 7.608 Beschäftigte die Kurzarbeit tatsächlich genutzt haben.

Erste Hochrechnungen ergaben, dass im Juni 604 Betriebe mit 6.451 Personen von Kurzarbeit Gebrauch machten.

Landkreis Saalfeld-Rudolstadt

3.021 Frauen und Männer waren im November 2020 arbeitslos, 7 (-0,2 Prozent) weniger als im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 456 Personen (17,8 Prozent).

Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 5,7 Prozent, im Vorjahr betrug sie 4,7 Prozent.

553 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 252 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 11 Personen meldeten sich aus Ausbildung arbeitslos. 

Im Gegenzug beendeten 561 Personen ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 209 Personen eine Erwerbstätigkeit auf.

In der Agentur für Arbeit Saalfeld - (Rechtskreis SGB III) wurden im Berichtsmonat 1.428 Arbeitslose betreut, 21 (1,5 Prozent) mehr als im Oktober und 459 (47,4 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

53 Prozent aller Arbeitslosen werden vom Jobcenter betreut.

Im Rechtskreis SGB II - in Betreuung des Jobcenters Saalfeld-Rudolstadt – sank die Zahl der Arbeitslosen ggü. Oktober um 28 auf 1.593 Personen (-1,7 Prozent). Im Vorjahresvergleich waren es 3 Personen (-0,2 Prozent) weniger.

Das Jobcenter betreut 3.040 Bedarfsgemeinschaften, 127 (-4 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Auch die Zahl der Arbeitslosengeld II-Bezieher sank im Jahresvergleich um 177 Personen auf aktuell 3.656.
 

Von regionalen Unternehmen und Einrichtungen wurden 152 Stellen zur Besetzung unterbreit, annährend so viele wie im Oktober, aber 11 (-6,7 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Aktuell befinden sich damit für den Landkreis 731 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Kurzarbeit

Im November zeigten 91 Unternehmen Kurzarbeit für 893 Personen an.

Die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit im März und April haben die Auswirkungen der Coronakrise auf das Arbeitsvolumen in den regionalen Betrieben deutlich gemacht. Da diese Betriebe Kurzarbeit meist gleich für einen längeren Zeitraum angezeigt haben, gab es in den Folgemonaten deutlich weniger Neuanzeigen.

Im Mai haben 789 Betriebe mit 6.510 Beschäftigten Kurzarbeit in Anspruch genommen. Im März waren es 499 Betriebe für 3.768 Mitarbeiter und im April 884 Betriebe für 8.020 Beschäftigte Kurzarbeit genutzt haben.

Erste Hochrechnungen ergaben, dass im Juni 623 Betriebe mit 4.479 Personen von Kurzarbeit Gebrauch machten.

Saale-Holzland-Kreis

1.900 Frauen und Männer waren im November arbeitslos, 45 (-2,3 Prozent) weniger als im Oktober. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Arbeitslosen um 201 Personen (11,8 Prozent).

Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,3 Prozent, im Vorjahr betrug sie 3,9 Prozent.

379 Personen meldeten sich im vergangenen Monat arbeitslos. Davon kamen 189 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. Im Gegenzug beendeten 433 Personen ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 178 Personen eine Erwerbstätigkeit auf.

Im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) waren aktuell 928 Personen gemeldet, 28 weniger als im Oktober, aber  201 (27,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr.

51 Prozent aller Arbeitslosen werden vom Jobcenter betreut.

Im Rechtskreis SGB II - in Betreuung durch das Jobcenter Saale-Holzland-Kreis - waren 972 Personen von Arbeitslosigkeit betroffen, 17 weniger als im Oktober. Damit bleib der Wert exakt auf Vorjahresniveau.

Das Jobcenter betreut 1.969 Bedarfsgemeinschaften, 109 (-5,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr. 2.379 Menschen bezogen Arbeitslosengeld II, 136 Personen weniger als vor einem Jahr.

Von regionalen Unternehmen und Einrichtungen wurden 195 neue Stellen gemeldet, 60 (44,4 Prozent) mehr als im Oktober und 10 (5,4 Prozent) mehr als im Vorjahr. Aktuell befinden sich damit für den Saale-Holzland-Kreis 866 freie Stellen im Bestand der Arbeitsagentur.

Kurzarbeit

Im November zeigten 46 Unternehmen Kurzarbeit für 434 Personen an.

Die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit im März und April haben die Auswirkungen der Coronakrise auf das Arbeitsvolumen in den regionalen Betrieben deutlich gemacht. Da diese Betriebe Kurzarbeit meist gleich für einen längeren Zeitraum angezeigt haben, gab es in den Folgemonaten deutlich weniger Neuanzeigen.

Im Mai haben 556 Betriebe mit 4.525 Beschäftigten Kurzarbeit in Anspruch genommen. Im März waren es 350 Betriebe für 1.856 Mitarbeiter und im April 627 Betriebe für 4.400 Beschäftigte.

Erste Hochrechnungen ergaben, dass im Juni 403 Betriebe mit 3.152 Personen von Kurzarbeit Gebrauch machten.