31.01.2019 | Presseinfo Nr. 4

Arbeitsmarkt ist jetzt doch im Winterblues

Arbeitslosenquote steigt saisonüblich auf 5,4 Prozent

Jetzt hat der Winterblues den nordhessischen Arbeitsmarkt doch erwischt. Saisonüblich lässt der Januar die Arbeitslosenzahlen ansteigen. Diesmal fällt das Plus jedoch etwas stärker als im Durchschnitt der letzten fünf Jahre aus, betrifft vor allem den Rechtskreis SGB III und in erster Linie Männer.

Die aktuellen Zahlen: Momentan sind 15.450 Jobsuchende im Agenturbezirk Kassel (Stadt Kassel, Landkreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis) registriert. Das sind 1367 Betroffene mehr als im Dezember, aber 1111 weniger als im Januar 2018. Die Arbeitslosenquote klettert auf 5,4 Prozent. Noch vor einem Monat lag sie bei 4,9 Prozent, jedoch vor einem Jahr bei 5,8 Prozent. „Es ist keine Überraschung, dass zum Jahresstart die Arbeitslosigkeit zunimmt“, bilanziert Agenturchef Detlef Hesse und erklärt: „Die kalte Witterung lähmt vor allem die Außenberufe, wo überwiegend Männer beschäftigt sind. 13 Prozent mehr Jobsuchende in dieser Personengruppe sind daher nachvollziehbar.“

Als erfreulich wertet der Arbeitsmarktexperte, dass der Jahresvergleich nach wie vor Minuswerte zeigt. Allerdings treffe das fast ausschließlich auf den Rechtskreis SGB II zu, während SGB III leicht im Plus liege. Ob sich darin schon eine Abkühlung der bisher guten Arbeitsmarktkonjunktur spiegelt ist nach Aussage des Agenturleiters erst in den Folgemonaten abzulesen. Noch dominieren bei dieser Entwicklung die saisonalen Effekte. Auch der Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit vollziehe sich binnen Jahresfrist zwar deutlich, aber auch nur bei den Leistungsempfängern der Jobcenter.

„Nach wie vor auf hohem Niveau präsentiert sich der Bestand an offenen Stellen mit aktuell 4197 Angeboten“, stellt Detlef Hesse fest. Das sei zwar einerseits ein Zuwachs von fast zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit Dezember habe es aber keinen nennenswerten Anstieg mehr gegeben. „Unterm Strich belegen die zahlreichen Offerten jedoch den ungebrochen hohen Fachkräftebedarf der heimischen Wirtschaft."

35,3 Prozent der Arbeitslosen (5.455 Personen) sind der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) und 64,7 Prozent (9.995 Personen) der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) zugeordnet. Im Rechtskreis SGB II ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat (+480 Personen) gestiegen und zum Vorjahr (- 1.277 Personen) deutlich zurückgegangen. Im Rechtskreis SGB III ist die Arbeitslosenzahl gegenüber Dezember um 887 Personen (+ 19,4 Prozent) und gegenüber dem Vorjahr um 166 Menschen (+ 3,1 Prozent) gestiegen.

Entwicklung in den Regionen

In der documenta Stadt Kassel ist die Arbeitslosenzahl seit Dezember um 613 Personen (+ 8,5 Prozent) auf 7.855 Jobsuchende gestiegen. Insgesamt waren 578 Menschen weniger (- 6,9 Prozent) von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Berichtsmonat Januar liegt bei 7,3 Prozent (Vormonat: 6,7 Prozent; Vorjahr: 7,9 Prozent). Mit 2.350 Offerten sind 323 Stellen mehr zu besetzen als vor einem Jahr (+ 15,9 Prozent).

Im Landkreis Kassel sind 4.971 Personen arbeitslos gemeldet, 473 mehr als im Dezember (+ 10,5 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Rückgang von 363 Jobsuchenden (- 6,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 3,9 Prozent (Vormonat: 3,5 Prozent; Vorjahr: 4,2 Prozent). Der Bestand offener Stellen liegt mit 1.232 Angeboten leicht über dem Wert des Vormonats (+ 10 Stellen oder + 0,8 Prozent) und des Vorjahres (+ 18 Stellen oder + 1,5 Prozent).

Insgesamt 2.624 Menschen sind im Werra-Meißner-Kreis arbeitslos gemeldet. Das sind 281 Personen mehr als im Dezember (+ 12 Prozent) und 170 Jobsuchende weniger als im Januar 2018 (- 6,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist 5,1 Prozent. Im Vormonat lag sie bei 4,5 Prozent, im Vorjahr bei 5,4 Prozent. Der Bestand offener Stellen ist mit 615 höher als im Vormonat (+ 32 Stellen oder + 5,5 Prozent) und als im Vorjahr (+ 19 Stellen oder + 3,2 Prozent).