19.11.2020 | Presseinfo Nr. 75

Ausbildungsmarkt stemmt sich gegen die Krise

Agentur für Arbeit Kassel zieht Jahresbilanz 2019/2020

„Der diesjährige Ausbildungsstart stand unter besonderen Herausforderungen. Sowohl seitens der Bewerber als auch der Ausbildungsbetriebe herrschte eine große Unsicherheit, wie und ob ein Berufsstart im Zeichen der Pandemie möglich ist“, zieht Michael Schubert, Geschäftsführer operativ der Arbeitsagentur Kassel, eine durchwachsene Jahresbilanz 2019/2020 und setzt hinzu. „Dadurch verzögerten sich auch die Prozesse der Bewerbung, Vorstellung und Einstellung, weil Corona bedingt die Kommunikation nach dem ersten Lockdown verspätet und dann oftmals auch ausschließlich digital stattfand.“

„Beim Blick auf die Zahlen fällt ein deutliches Jahresminus von 9,8 Prozent bei der Anzahl der gemeldeten Bewerber auf. Grund ist unserer Einschätzung nach, dass sich viele Jugendliche angesichts der schwierigen Lage nicht für eine duale Ausbildung, sondern für den Besuch einer weiterführenden Schule bzw. die Aufnahme eines Studiums entschieden haben. Aber auch die generell sinkende Anzahl der Schulabgänger schlägt sich hier nieder. Auf der anderen Seite wurden auch 3,1 Prozent oder 109 weniger freie Ausbildungsstellen als in 2018/2019 von den Unternehmen gemeldet. Das ist ebenfalls nicht erfreulich, aber deutlich besser als der landesweite Rückgang von sogar 8,4 Prozent. Positiv bleibt unterm Strich festzuhalten, dass fast 60 Prozent weniger Ausbildungsstellen als vor einem Jahr unbesetzt blieben. Allerdings stieg dennoch die Zahl unversorgter Bewerber um fast 10 Prozent an.“

Die Statistik meldet weniger Bewerber und Ausbildungsstellen als im Vorjahr für das abgelaufene Berichtsjahr für den Agenturbezirk Kassel, der die Stadt Kassel, den Kreis Kassel und den Werra-Meißner-Kreis umfasst. So zeigt die aktuelle Bilanz 3380 betriebliche Ausbildungsplätze, 109 oder 3,1 Prozent weniger als zum selben Zeitpunkt des Vorjahres. Parallel sank auch die Anzahl der Ausbildungsplatzsuchenden um 372 oder 9,8 Prozent auf jetzt 3436 Personen. Am Ende gab es 134 unversorgte Bewerber (plus 12 oder 9,8 Prozent).

Für die Stadt Kassel heißt das 1693 betriebliche Berufsausbildungsstellen (minus 54 bzw. 3,1 Prozent) und 1497 Bewerber (minus 164 bzw. 9,9 Prozent).

Im Kreis Kassel sind es 1074 Angebote von Ausbildungsbetrieben (minus 104 bzw. 8,8 Prozent) und 1330 potentielle Berufsstarter (minus 112 bzw. 7,8 Prozent).

Für den Werra-Meißner-Kreis zeigt die Jahresbilanz 613 Offerten heimischer Betriebe (plus 49 bzw. 8,7 Prozent) gegenüber 609 Ausbildungsplatzsuchenden (minus 96 bzw. 13,6 Prozent).

Im gesamten Agenturbezirk wurden die meisten Auszubildenden gesucht in den Berufsbereichen Rohstoffgewinnung, Produktion und Fertigung (1118), kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus (621) sowie Unternehmensorganisation, Buchhaltung, Recht und Verwaltung (519).

Die Top 5 der gemeldeten Ausbildungsplätze belegen Kaufmann/frau im Einzelhandel vor Maler/Lackierer, Verkäufer/in, Kaufmann/frau Büromanagement und Fachkraft Lagerlogistik. Seitens der Bewerber rangieren Kaufmann/frau Büromanagement vor Kfz-Mechatroniker/in – Pkw-Technik, Kaufmann/frau Einzelhandel und Verkäufer/in auf der Beliebtheitsskala ganz oben.