06.01.2020 | Presseinfo Nr. 76

Winter dämpft Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote steigt auf 5 Prozent

Pünktlich zum Winterstart bekommt der heimische Arbeitsmarkt einen Dämpfer. Denn die Arbeitslosenzahlen sind im Dezember saisonüblich im Agenturbezirk Kassel (Stadt Kassel, Kreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis) im Monats- wie Jahresvergleich gestiegen. So gibt es aktuell 14.519 Jobsuchende in der Region und damit 566 mehr als im November und 436 mehr als im Dezember 2018. Auch die Arbeitslosenquote klettert um 0,2 bzw. 0,1 Punkte auf jetzt 5 Prozent.

„Mehr Jobsuchende im Dezember sind zu erwarten. Allerdings fällt der Anstieg der Arbeitslosigkeit diesmal stärker aus als im Durchschnitt der vergangenen Jahre“, bilanziert Agenturchef Detlef Hesse und stellt weiter fest: „Auch gegenüber dem Vorjahr gibt es mehr Menschen ohne Beschäftigung – nicht nur im arbeitsmarktnahen Rechtskreis SGB III sondern jetzt auch im Rechtskreis SGB II.“ Pluswerte dominierten sowohl die Entwicklung in den einzelnen Personengruppen als auch in den Regionen. Einzig der Werra-Meißner-Kreis könne im Vorjahresvergleich mit einem erfreulichen Minus punkten und auch die Langzeitarbeitslosigkeit baue sich nach wie vor weiter ab.

„Mit aktuell 3849 gemeldeten Stellen hat sich das lange überdurchschnittlich große Beschäftigungsangebot etwas reduziert. Weniger Offerten im Bestand und Zugang entsprechen jedoch der landesweiten Entwicklung“, erläutert der Arbeitsmarktexperte weiter und betont: „Während gut qualifizierte Menschen auch weiter hohe Chancen auf einen Arbeitsplatz haben, gestaltet sich dies für weniger Qualifizierte schon deutlich schwieriger. Weiterbildung hat deshalb nach wie vor hohe Priorität, um dem hohen Fachkräftebedarf der Wirtschaft gerecht werden zu können.“

34,1 Prozent der Arbeitslosen (4950 Personen) sind der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) und 65,9 Prozent (9569 Personen) der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) zugeordnet. Im Rechtskreis SGB II ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat (+ 289 Personen) und zum Vorjahr (+ 54 Personen) gestiegen. Im Rechtskreis SGB III ist die Arbeitslosenzahl gegenüber November um 277 Personen (+ 5,9 Prozent) und gegenüber dem Vorjahr um 382 Menschen (+ 8,4 Prozent) angewachsen.

 

Entwicklung in den Regionen

In der documenta Stadt Kassel ist die Arbeitslosenzahl seit November um 288 Personen (+ 3,9 Prozent) auf 7654 Jobsuchende gestiegen. Insgesamt waren 412 Menschen mehr (+ 5,7 Prozent) von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Berichtsmonat Dezember liegt bei 7,1 Prozent (Vormonat: 6,8 Prozent; Vorjahr: 6,7 Prozent). Mit 2.079 Offerten sind 342 Stellen weniger zu besetzen als vor einem Jahr (- 14,1 Prozent).

Im Landkreis Kassel sind 4.546 Personen arbeitslos gemeldet, 183 mehr als im November (+ 4,2 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Zugang von 48 Jobsuchenden (+ 1,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 3,6 Prozent (Vormonat: 3,4 Prozent; Vorjahr: 3,5 Prozent). Der Bestand offener Stellen liegt mit 1.200 Angeboten unter dem Wert des Vormonats (- 12 Stellen oder - 1,0 Prozent) und dem des Vorjahres (- 22 Stellen oder - 1,8 Prozent).

Insgesamt 2.319 Menschen sind im Werra-Meißner-Kreis arbeitslos gemeldet. Das sind 95 Personen mehr als im November (+ 4,3 Prozent) und 24 Jobsuchende weniger als im Dezember 2018 (- 1,0 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist 4,4 Prozent. Im Vormonat lag sie bei 4,3 Prozent und im Vorjahresmonat bei 4,5 Prozent. Der Bestand offener Stellen ist mit 570 niedriger als im Vormonat (- 20 Stellen oder - 3,4 Prozent) und im Vorjahr (- 13 Stellen oder - 2,2 Prozent).

 

Jahresbilanz 2019

Eine positive Entwicklung zeigt die Jahresbilanz des heimischen Arbeitsmarktes. So reduzierte sich die durchschnittliche Arbeitslosenzahl von 15.154 Jobsuchenden in 2018 auf 14.846 in 2019. Auch die Arbeitslosenquote sank im Schnitt von 5,3 auf 5,2 Prozent und alle Personengruppen – bis auf Ausländer – konnten von dieser erfreulichen Entwicklung profitieren. Zurückzuführen ist sie allein auf einen Rückgang der Leistungsempfänger im Rechtskreis SGB II um 5,3 Prozent, während in SGB III zeitgleich ein Anstieg verzeichnet werden musste. Im Jahresverlauf hat der insgesamt positive Trend jedoch kontinuierlich an Dynamik verloren.

Auf hohem Niveau bewegte sich der Stellenbestand und steigerte sich im Jahresschnitt von 4077 in 2018 auf 4122 Beschäftigungsangebote in 2019.