30.01.2020 | Presseinfo Nr. 10

Januar bremst Arbeitsmarkt

Arbeitslosenquote steigt saisonüblich auf 5,5 Prozent

Es ist keine Überraschung! Der Januar bremst den heimischen Arbeitsmarkt und lässt saisonüblich die Arbeitslosenzahl steigen. Mehr Jobsuchende gibt es im Agenturbezirk Kassel (Stadt Kassel, Landkreis Kassel, Werra-Meißner-Kreis) im Monats- wie Jahresvergleich. So sind aktuell 15.805 Menschen ohne Beschäftigung in der Region und damit 1286 mehr als im Dezember und 355 mehr als im Januar 2019. Auch die Arbeitslosenquote klettert um 0,5 bzw. 0,1 Punkte auf jetzt 5,5 Prozent.

„Mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist alljährlich zu rechnen“, ordnet Agenturchef Detlef Hesse die saisonübliche Entwicklung ein. „Dieses Mal bewegt sich der Zugang an Jobsuchenden mit 8,9 Prozent im gewohnten Rahmen, betrifft vor allem den Rechtskreis SGB III und hier Männer, Ältere ab 50 Jahren sowie Ausländer“, erläutert der Arbeitsmarktexperte. Hintergrund sei unter anderem, dass in der kalten Jahreszeit weniger Mitarbeiter in Außenberufen benötigt würden – beispielsweise im Baugewerbe.

„Abgesehen von der normalen Winterflaute ist aber auch zu beobachten, dass die Dynamik am heimischen Arbeitsmarkt weiterhin schwächelt“, betont der Leiter der Arbeitsagentur Kassel und setzt hinzu: „Indizien dafür sind 2,3 Prozent mehr Arbeitslose gegenüber dem Vorjahr sowie 4,2 Prozent mehr Leistungsempfänger im Rechtskreis SGB II gegenüber dem Vormonat. Ungebrochen ist dagegen der Abbau der Langzeitarbeitslosen im Jahresvergleich über beide Rechtskreise hinweg.“

Unterschiedlich präsentieren sich die einzelnen Regionen, laut Detlef Hesse. Während die Statistik für die Stadt Kassel mehr Arbeitslose zum Vorjahr wie Vormonat melde, beschränke sich der Anstieg im Landkreis Kassel allein auf den Monatsvergleich und stagniere gegenüber Januar 2019. Hier warte der Werra-Meißner-Kreis sogar mit einem leichten Minus auf, stelle aber auch mehr Jobsuchende gegenüber Dezember fest.

36,9 Prozent der Arbeitslosen (5836 Personen) sind der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) und 63,1 Prozent (9969 Personen) der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) zugeordnet. Im Rechtskreis SGB II ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat (+ 400 Personen) gestiegen und zum Vorjahr (- 26 Personen) gesunken. Im Rechtskreis SGB III ist die Arbeitslosenzahl gegenüber Dezember um 886 Personen (+ 17,9 Prozent) und gegenüber dem Vorjahr um 381 Menschen (+ 7 Prozent) angewachsen.

 

Entwicklung in den Regionen

In der documenta Stadt Kassel ist die Arbeitslosenzahl seit Dezember um 515 Personen (+ 6,7 Prozent) auf 8169 Jobsuchende gestiegen. Insgesamt waren 314 Menschen mehr (+ 4 Prozent) von Arbeitslosigkeit betroffen als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote im Berichtsmonat Januar liegt bei 7,6 Prozent (Vormonat: 7,1 Prozent; Vorjahr: 7,3 Prozent). Mit 2.093 Offerten sind 257 Stellen weniger zu besetzen als vor einem Jahr (- 10,9 Prozent).

Im Landkreis Kassel sind 5040 Personen arbeitslos gemeldet, 494 mehr als im Dezember (+ 10,9 Prozent). Gegenüber dem Vorjahr gab es einen Zugang von 69 Jobsuchenden (+ 1,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote beträgt 3,9 Prozent (Vormonat: 3,6 Prozent; Vorjahr: 3,9 Prozent). Der Bestand offener Stellen liegt mit 1.174 Angeboten unter dem Wert des Vormonats (- 26 Stellen oder – 2,2 Prozent) und dem des Vorjahres (- 58 Stellen oder – 4,7 Prozent).

Insgesamt 2.596 Menschen sind im Werra-Meißner-Kreis arbeitslos gemeldet. Das sind 277 Personen mehr als im Dezember (+ 11,9 Prozent) und 28 Jobsuchende weniger als im Januar 2019 (- 1,1 Prozent). Die Arbeitslosenquote ist 5 Prozent. Im Vormonat lag sie bei 4,4 Prozent und im Vorjahresmonat bei 5,1 Prozent. Der Bestand offener Stellen ist mit 570 identisch zum Vormonat und größer als im Vorjahr (- 45 Stellen oder – 7,3 Prozent).