30.04.2020 | Presseinfo Nr. 34

Arbeitsmarktbericht für die Landeshauptstadt Kiel

Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt

Peter Garbrecht, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Landeshauptstadt:

„Die Auswirkungen des Corona-Virus führen im April dieses Jahres zu einer saisonuntypischen Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch im langfristigen Vergleich haben wir es mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zu tun. Die sonst übliche Frühjahrsbelebung kommt nicht zum Tragen. Der positive langfristige Trend, den wir die letzten Monate auf dem Arbeitsmarkt erleben durften, ist bis auf Weiteres durch das Virus und seine Folgen ausgebremst. Es gilt jetzt, daran zu arbeiten, den weiteren Anstieg von Arbeitslosigkeit einzudämmen. Dafür gibt es unter anderem das Instrument der Kurzarbeit. Im April wurden in der Landeshauptstadt 1.679 Anzeigen auf Kurzarbeit geprüft. Seit dem März und damit dem Beginn der Auswirkungen durch die Pandemie wurden 2.023 durch die Unternehmen gestellte Anzeigen auf Kurzarbeit geprüft. Auch wenn die Betriebe bei der Antragstellung nicht für alle der im April in den Anzeigen benannten 32.843 Personen die Leistung final abrufen sollten, so trägt das Kurzarbeitergeld dennoch zu einer wesentlichen Entlastung des Arbeitsmarktes bei. Für die kommenden Monate wird für die Entwicklung der Arbeitslosenzahlen wird mit ausschlaggebend sein, wann Beschränkungen in der lokalen Wirtschaft gelockert werden und welche Auswirkungen die Pandemie auf den globalen Handel haben wird.“
Zur Stellenseite des Arbeitsmarktes in der Landeshauptstadt sagte er:
„Auch auf dem Stellenmarkt werden die Auswirkungen der Corona-Virus-Pandemie in diesem Monat deutlich. Saisonuntypisch sind unserem gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter in der Landeshauptstadt Kiel deutlich weniger sozialversicherungspflichtige Stellen als im Vorjahr gemeldet worden. Auf der anderen Seite gibt es immer noch Betriebe, die trotz oder gerade wegen der Krise nach Personal suchen. Nur so ist es zu erklären, dass die Nachfrage nicht mehr eingebrochen ist und immerhin noch 58 Prozent des Vorjahreswertes erreicht. Wir sind auch für Betriebe, die in dieser Zeit nach Personal suchen weiterhin da. So können beispielsweise Firmen aus systemrelevanten Branchen ihre Stellen in der Jobbörse der Agentur für Arbeit speziell in der Rubrik ‚Corona‘ einstellen. Fragen hierzu oder beispielsweise auch zur Beantragung von Kurzarbeitergeld beantwortet der gemeinsame Arbeitgeber-Service, der für Betriebe unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 4 5555 20 erreichbar ist. Weitere aktuelle Informationen erhalten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zudem in unserem Internet-Angebot“