29.01.2021 | Presseinfo Nr. 6

Arbeitsmarktbericht für die Landeshauptstadt Kiel

Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt

Petra Eylander, Leiterin der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Landeshauptstadt:
„Im Januar haben wir einen saisontypisch deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat Dezember zu verzeichnen. Damit ist der Trend der vergangenen Monate, dass die Zahl der arbeitslosen Menschen gegenüber dem jeweiligen Vormonat zurückgeht, erst einmal gestoppt.
In der langfristigen Entwicklung liegt die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer in der Landeshauptstadt Kiel unverändert deutlich über dem Vorjahresniveau. Der saisonbedingte Anstieg der Arbeitslosigkeit vom Dezember zum Januar fällt deutlich geringer als in den letzten beiden Wintern. Das liegt vor allem daran, dass sich die Arbeitslosigkeit ohnehin schon auf einem höheren Niveau als in den Vorjahren bewegt“.

6,3 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben in der Landeshauptstadt Kiel im Juli –letzter final abgerechneter Monat - das Kurzarbeitergeld in Anspruch genommen. Zum diesem Thema sagte sie:
„Fachkräfte wurden vor und werden auch nach der Pandemie benötigt. Die vorliegenden Daten zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung belegen das. Deren Entwicklung bleibt stabil, während die Zahl der Mini-Jobber schon in der ersten Welle der Pandemie deutlich gesunken ist. Insbesondere im Tourismussektor, zudem auch Hotels und die Gastronomie gehören, fielen im Vergleich zum Juni 2019 mehr als 1.300 geringfügige Jobs weg. Jeder Arbeitsplatz-Verlust ist für sich betrachtet bedauerlich. Auf der anderen Seite ist es aber positiv zu bewerten, dass wir es mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes schaffen, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu stabilisieren. Neben der Entlastung des Arbeitsmarktes trägt das Kurzarbeitergeld somit ein gutes Stück weit dazu bei, den Betrieben ihre Arbeitskräfte zu erhalten.“

Zur Stellenseite des Arbeitsmarktes in der Landeshauptstadt sagte sie:
„Auch im Januar des letzten Jahres – und somit vor Corona – sind uns in einer ähnlichen Größenordnung sozialversicherungspflichtige Stellen durch die Kieler Betriebe gemeldet worden. Das macht Hoffnung für die kommenden Monate. Neben dem stabilisierenden Faktor der Kurzarbeit wird es vor allem darauf ankommen, wie die Betriebe nach dem aktuellen Lock-Down wieder durchstarten können. Der Bedarf an Fachkräften ist auch nach der Krise unverändert vorhanden, da bin ich mir sicher.“