02.03.2021 | Presseinfo Nr. 12

Arbeitsmarktbericht für die Landeshauptstadt Kiel

Daten und Einschätzungen zur aktuellen Lage auf dem Arbeitsmarkt

Petra Eylander, Leiterin der Agentur für Arbeit Kiel, sagte zur Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in der Landeshauptstadt:
„Der Rückgang der Zahl der arbeitslosen Menschen gegenüber dem Vormonat im Wintermonat Februar ist eine normale Entwicklung, die wir auch schon in den vergangenen Jahren beobachten konnten. Allerdings befanden wir uns in den Vorjahren vor Corona. Deshalb fällt der Rückgang in diesem Monat gegenüber dem Januar – pandemiebedingt - deutlich geringer als beispielweise im Jahr 2020 aus.  Auch die Gesamtzahl der arbeitslosen Menschen in der Landeshauptstadt Kiel bewegt sich durch die Auswirkungen von Corona auf einem deutlichen höheren Niveau als in den vergangenen beiden Jahren. Insgesamt lässt sich somit feststellen, dass sich trotz der durch die Pandemie vorgegebenen Rahmenbedingungen, der Arbeitsmarkt in der Landeshauptstadt stabil zeigt. Dennoch darf man eines nicht verkennen: Hätten wir nicht das Instrument der Kurzarbeit gehabt, wäre die Zahl der arbeitslosen Menschen in Kiel deutlich höher gewesen. Der Einsatz von Kurzarbeitergeld sorgt für eine Entlastung des Arbeitsmarktes.

Um die Dimensionen von Kurzarbeit als Entlastungswirkung einschätzen zu können, lohnt sich ein Vergleich der Daten mit der bislang höchsten Inanspruchnahme während der Corona-Pandemie und während der Finanz- und Wirtschaftskrise vor 11 Jahren.
„Im April letzten Jahres und damit zum Höhepunkt des ersten Lockdown wurde in der Landeshauptstadt Kiel und im Kreis Plön für 19.589 Beschäftigte in 2.449 Betrieben Kurzarbeitergeld ausgezahlt. Im Vergleich dazu wurden zum Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise im Januar 2010 2.587 Beschäftigte in 147 Betrieben mit Kurzarbeitergeld unterstützt. Diese Zahlen belegen zwei Dinge eindrucksvoll. Zu Beginn der Pandemie waren rund siebeneinhalbmal so viele Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen wie zum Höchststand in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Während im Jahr 2010 nur wenige Branchen von der Krise betroffen waren, lag die Betroffenheit der Betriebe im ersten Lockdown rund 17mal über dem Ergebnis von vor 11 Jahren. Waren es 2010 eher Finanzdienstleister und die Immobilienwirtschaft, die das Instrument des Kurzarbeitergeldes genutzt haben, so waren während der Pandemie viele verschiedene Wirtschaftszweige von Kurzarbeit betroffen, wie zum Beispiel die Hotellerie und Gastronomie, aber auch gesundheitsnahe Dienstleistungen oder der stationäre Einzelhandel“, stellt Eylander die besondere Entwicklung der Daten im Rahmen der Corona-Pandemie heraus.